Finanz-Krise: Tausende Pflegekräfte und Verkäufer müssen aufstocken

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Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat die Börsen weltweit auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Genauer gesagt: Eine Fahrt mit vielen steilen Gefällen, nach oben ging es nur bedingt. Derweil schnüren Politiker und Banken immense Hilfspakete, um den Schaden zu begrenzen. Verfolgen Sie alle Entwicklungen im News-Ticker von FOCUS Online.

Helden der Corona-Krise: Tausende Pflegekräfte und Verkäufer müssen aufstocken

20.30 Uhr (Topmeldung): Viele jener Beschäftigen, auf die es in der Corona-Krise besonders ankommt, müssen Sozialleistungen in Anspruch nehmen, weil ihr Gehalt zum Leben nicht reicht. Das geht aus der Antwort auf eine Schriftliche Frage der Linksfraktion hervor, aus der die “Süddeutsche Zeitung” vom Montag zitiert.

Demnach mussten im Jahr 2018 – neuere Zahlen gibt es noch nicht – mehr als 50.000 Verkäuferinnen und Verkäufer Leistungen der Grundsicherung in Anspruch nehmen, obwohl sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Knapp 5000 davon hatten eine Vollzeitstelle. In der Altenpflege stockten mehr als 17.000 Beschäftigte auf, davon jeder zehnte in Vollzeit-Beschäftigung. Auch mehr als 1600 Beschäftigte in der Krankenpflege oder in Rettungsdiensten verdienten mit ihrer Vollzeit-Stelle nicht genug, um Wohnung und Lebensunterhalt für ihre Familie zu bestreiten. Bundesweit waren 2018 rund 200.000 Vollzeit-Beschäftigte auf solche Hilfen angewiesen, ein Drittel davon Auszubildende.

„Die Corona-Krise zeigt, ohne welche Berufe unser Land nicht funktionieren würde“, sagte Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch. „Es ist eine Schande, dass wir zigtausende dieser Menschen nach ihrer unverzichtbaren Arbeit weiterhin zum Sozialamt schicken.“ Die Bundesregierung müsse umgehend den Mindestlohn und entsprechende Branchenmindestlöhne anheben.

Dudenhöffer: Wegen Corona-Krise könnten 100.000 Jobs bei Autobauern wegfallen

12.16 Uhr: In der deutschen Autoindustrie droht aus Sicht von Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer der Verlust von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen durch die Corona-Krise. Die Nachfrage dürfte dieses Jahr um 15 Prozent einbrechen, und nach den Erfahrungen aus der Finanzmarktkrise werde der Aufholprozess mehr als zehn Jahre dauern, schreibt der Professor in einer Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

In den deutschen Werken gebe es über Nacht Überkapazitäten von 1,3 bis 1,7 Millionen Fahrzeugen. Kurzarbeitergeld überbrücke nur kurze Zeiten. Kein Unternehmen könne ungenutzte Produktionskapazität jahrelang vorhalten. Deshalb seien 100.000 der heute 830.000 Arbeitsplätze bei Autobauern und Zulieferern in Deutschland gefährdet – „unter optimistischen Annahmen“, schrieb Dudenhöffer.

 

Die Autoproduktion in Deutschland war vergangenes Jahr von 5,1 auf 4,7 Millionen Fahrzeuge gesunken. Der Wirtschaftsforscher rechnet dieses Jahr mit einem Verkaufsrückgang von 15 Prozent in Deutschland, 20 Prozent in China, 25 Prozent in Frankreich und den USA und 30 Prozent in Italien. Damit dürfte die Produktion in Deutschland «bei optimistischer Prognose auf 3,8 Millionen Fahrzeuge schrumpfen. Unter einem pessimistischen Szenario erwarten wir lediglich 3,4 Millionen Fahrzeuge.»

„Der Grund sind nicht Probleme in den Lieferketten, sondern ganz klar die fehlende Nachfrage“, betonte Dudenhöffer: Die Autoindustrie habe „ein gravierendes, längerfristiges Nachfrageproblem“. Das Wirtschaftswachstum nach dem Schulden-Crash 2009 lasse erwarten, dass die USA mindestens 10 Jahre bräuchten, um Anschluss an das Jahr 2019 zu finden. Auch in Europa spreche wenig für einen Wachstums-Boom nach der Corona-Krise: „In der Vergangenheit galt bei den großen Krisen in Europa das Gegenteil.“ Um die Nachfrage zu beleben, schlug Dudenhöffer das Aussetzen der Mehrwertsteuer oder eine negative Mehrwertsteuer vor.

Berlin erwägt Tegel-Schließung – Entscheidung könnte am Montag fallen

9 Uhr: Eine Entscheidung über eine mögliche vorübergehende Schließung des Berliner Flughafens Tegel könnte an diesem Montag fallen. Der starke Passagierrückgang in der Corona-Krise ist nach Regierungsangaben ein Thema der Gesellschafterversammlung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Um den Flughafen zeitweise vom Netz zu nehmen, müssten die Flughafen-Eigentümer einen Antrag bei der Luftfahrtbehörde stellen.

Bei der Telefonkonferenz mit Vertretern Berlins, Brandenburgs und des Bundes dürfte es daher auch um mögliche Finanzhilfen für die Flughafengesellschaft gehen. Sie hat erhebliche Einnahmeausfälle, weil kaum noch geflogen wird. Der Aufsichtsrat hat schon zugestimmt, Hilfen zu beantragen.

Scholz: Boni bis 1500 Euro steuerfrei – Mindestlohn soll auf 12 Euro steigen

Sonntag, 29. März, 07.24 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wird in der Corona-Krise Bonuszahlungen für Arbeitnehmer bis 1500 Euro steuerfrei stellen. “Viele Arbeitgeber haben bereits angekündigt, ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen zu wollen. Als Bundesfinanzminister werde ich am Montag die Anweisung erlassen, dass ein solcher Bonus bis 1500 Euro komplett steuerfrei sein wird”, sagte Scholz “Bild am Sonntag“. “Viele Arbeitnehmer sind täglich im Einsatz unter erschwerten Bedingungen, um uns zu versorgen – als Pflegekraft, an der Supermarktkasse, als Krankenhausarzt, hinterm Lkw-Lenkrad. Dieses Engagement sollten wir honorieren.”

Mindestlohn soll auf 12 Euro steigen

Der Vizekanzler erwartet nach der Corona-Krise steigende Löhne für zahlreiche Berufsgruppen, die bei der Bewältigung der Epidemie eine zentrale Rolle gespielt haben. “Wir werden nach der Corona-Krise eine Neubewertung der Löhne in Deutschland beobachten können. Dazu gehört auch eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro. Bessere Löhne für harte Arbeit sollten eine Folge der Krise sein”, so Scholz.

 

Es sei gut, “dass viele tolle Berufe, die sonst weniger anerkannt wurden, nun als systemrelevant eingestuft werden”. Er appellierte an die Arbeitgeber: “Wenn man jemanden für systemrelevant hält, sollte man ihn auch ordentlich bezahlen.”

Kritik an Adidas

Den Weltkonzern Adidas  und den Schuhriesen Deichmann kritisierte Scholz hingegen für die pauschale Einstellung von Mietzahlungen für Läden in Deutschland: “Es irritiert, wenn große Unternehmen einfach so einen Mietzahlungsstopp verkünden. Jetzt ist die Zeit der Kooperation. Zu einer guten Geschäftsverbindung gehört auch, sich in schweren Zeiten miteinander zu verständigen. Mein Rat: Zusammensetzen und mit den Vermietern oder den Lieferanten gemeinsam überlegen, wie man durch diese Krise kommt.”

 

Der Vizekanzler rief die Bürger zu mehr Solidarität auf: “Ich wünsche mir, dass wir auf diese Pandemie mit einer großen, nationalen Kraftanstrengung reagieren. Durch diese Krise kommen wir nur gemeinsam mit Rücksicht und Zusammenhalt. Corona lehrt uns, dass man mit Egoismus scheitern wird.” Als Beispiele für vermehrte Kooperation nannte Scholz Vermieter, die auf Zahlungen verzichten, Lieferanten, die Zahlungsziele strecken und Arbeitgeber, die bei Kurzarbeit aufstocken.

Soli soll halbes Jahr früher abgeschafft werden – Grundrente kommt

Um die Wirtschaft nach der Corona-Krise zu stimulieren, will der Finanzminister die Abschaffung des Soli trotz der Rekordschulden um ein halbes Jahr vorziehen. “Da man nicht gegen eine Krise ansparen soll, bin ich nach wie vor dafür, die Abschaffung auf den 1. Juli dieses Jahres vorzuziehen. Diese Entlastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wäre auch gut, um unsere Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Auf die Einführung der Grundrente, die Vertreter von CDU/CSU vertagen wollen, beharrt Scholz: “Weil Einzelne aus der Union so etwas fordern, gilt das ja nicht für Frau Merkel und Herrn Söder. Ich werde auf der Entscheidung der Koalition bestehen. Die Grundrente kommt wie besprochen zum 1. Januar 2021.”

Trotz des massiven Konjunktureinbruchs lehnte Scholz eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen kategorisch ab: “Die Einschränkungen sind sehr massiv. Aber es geht um Leben und Tod. Ich wende mich gegen jede dieser zynischen Erwägungen, dass man den Tod von Menschen in Kauf nehmen muss, damit die Wirtschaft läuft. Solche Abwägungen halte ich für unerträglich.”

Konzerne zahlen keine Miete mehr: Auf Adidas, Puma und Co. prasselt die Wut ein

12.14 Uhr: Die Ankündigung großer Handelsketten, wegen der Ladenschließungen in der Corona-Krise ihre Mietzahlungen einzustellen, hat empörte Reaktionen hervorgerufen. Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft (ZIA) nannte das Vorgehen “rechtlich und moralisch bedenklich”. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CDU) übte scharfe Kritik am Sportartikel-Hersteller Adidas .

“Es hat uns überrascht, dass es so schnell und heftig kommt”, sagte Gordon Gross vom Eigentümerverband Haus & Grund dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). “Die Vermieter bekommen es jetzt knallhart um die Ohren gehauen.” Auch der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA) übte Kritik. Die Filialisten seien wirtschaftlich gesund. Das “einseitige Vorpreschen” sei daher “wenig partnerschaftlich”. 

“Ich bin enttäuscht von Adidas. Ich bin sehr enttäuscht”, sagte Scheuer am Freitag der “Bild“-Zeitung. Die Ankündigung des Unternehmens, die Mietzahlungen vorerst einzustellen, sei “eine völlig inakzeptable Botschaft”. Adidas habe große Gewinne gemacht, betonte Scheuer. “Es sind ja nicht nur die großen Immobilieneinrichtungen, sondern auch kleine, die als Privatpersonen an Adidas vermieten – und die bleiben dann auf ihren Kosten sitzen.”

Der CSU-Politiker kritisierte das Vorgehen des Konzerns als unsolidarisch. “Das Signal ist nicht das Unterhaken, das man von jedem Bürger verlangt”, sagte Scheuer. “Wir geben die Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger: ‘Seid vernünftig!’ Da müssen große Konzerne aber auch vernünftig sein.”

Adidas hatte wegen der Corona-Pandemie seine Geschäfte schließen müssen und dies als Begründung dafür genannt, ab April vorerst keine Miete mehr für die Filialen zu zahlen. Auch andere Konzerne wie Deichmann, Puma  und H&M  wollen Berichten zufolge die Mietzahlungen aussetzen.

Der Bundestag hatte in dieser Woche ein Gesetz verabschiedet, wonach Mieter wegen Zahlungsrückständen infolge der Pandemie drei Monate lang nicht gekündigt werden können. Die Regelung bezieht sich auf Wohn- und Gewerbemieten und gilt zunächst bis Ende Juni. 

360.000 Anträge in nur wenigen Tagen: Mega-Ansturm auf Finanzhilfen für Unternehmen

Samstag, 28. März, 09.18 Uhr: Firmen in Deutschland, vor allem aus Bayern, beantragen in großer Zahl die von der Bundesregierung beschlossenen Milliarden-Hilfen wegen der Corona-Krise. Bei den zuständigen Stellen seien binnen weniger Tage mindestens 360 000 Anträge auf Soforthilfe von Selbstständigen und Kleinunternehmern eingegangen, berichtete die “Bild”-Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage unter den Bundesländern. Es seien bereits 138,5 Millionen Euro zur Zahlung angewiesen worden.

Den Großteil machten demzufolge Zahlungen aus Bayern aus. Über seine Landeshilfen habe der Freistaat bereits gut 115 Millionen Euro an kleine Unternehmer überwiesen, die diese nicht zurückzahlen müssen. In Brandenburg wurden 2,5 Millionen Euro bewilligt, in Berlin gingen Anträge in Höhe von 20 Millionen Euro ein. Niedersachsen habe am Freitag eine Millionen Euro ausgezahlt.

EZB rät Banken zu Verzicht auf Dividenden in Corona-Krise

22.59 Uhr: Die Europäische Zentralbank hat die Banken im Euroraum gebeten, während der Corona-Pandemie keine Dividenden an ihre Aktionäre zu zahlen. Die Empfehlung gelte mindestens bis zum 1. Oktober 2020 und betreffe Ausschüttungen für die Geschäftsjahre 2019 und 2020, teilte die Notenbank am Freitag mit. In diesem Zeitraum sollten die Kreditinstitute auch keine eigenen Aktien zurückkaufen. Ziel der Empfehlung sei es, die Fähigkeit der Banken zu stärken, Verluste zu verkraften sowie die Kreditvergabe an private Haushalte und an Unternehmen zu unterstützen.

Der Bundesverband deutscher Banken hält die EZB-Empfehlung in der aktuellen Krisensituation für vertretbar. “Banken müssen in dieser außergewöhnlichen Krise an der Seite ihrer Kunden stehen”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Christian Ossig. “Dazu gehört auch, dass die Institute verantwortungsvoll mit ihren Kapitalreserven umgehen.” Es müsse sich bei der Vorgabe der Bankenaufsicht aber um eine Ausnahme handeln. Bereits am Dienstag hatte die Finanzaufsicht Bafin Banken zur Zurückhaltung bei der Ausschüttung von Dividenden und Boni aufgefordert.

Trump will General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zwingen

Topmeldung (21.16 Uhr): Um den Autobauer General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen, hat US-Präsident Donald Trump ein Kriegswirtschaftsgesetz aktiviert. General Motors (GM) habe in der Corona-Krise “Zeit verschwendet”, so Donald Trump am Freitag. Er setze deswegen den sogenannten “Defence Production Act” ein. Das Gesundheitsministerium könne damit von General Motors verlangen, Regierungsaufträge für Beatmungsgeräte “anzunehmen, auszuführen und ihnen Vorrang einzuräumen”.

Das Gesetz wurde 1950 während des Koreakriegs beschlossen. Mit ihm kann die US-Regierung in Krisenzeiten Unternehmen verpflichten, bestimmte Aufträge anzunehmen. Trump hatte das Gesetz bereits vor zehn Tagen ins Gespräch gebracht, war vor einer tatsächlichen Anwendung zunächst aber zurückgeschreckt.

Zuletzt war der Druck auf den Präsidenten gewachsen, dieses Mittel angesichts des Mangels an medizinischem Material einzusetzen. Trump ist wiederholt vorgeworfen worden, nicht entschlossen genug gegen die Pandemie vorzugehen.

“Das heutige Vorgehen wird helfen, eine schnelle Produktion von Beatmungsgeräten sicherzustellen, die Leben von US-Bürgern retten werden”, erklärte Trump am Freitag. Bisherige Verhandlungen mit GM seien zwar “produktiv” gewesen; der Kampf gegen das Coronavirus sei aber zu dringlich, um bei der Auftragsvergabe weiterhin den “normalen Weg” zu gehen.

IWF: Globalkonjunktur bereits in Rezession

Topmeldung (17.45 Uhr): Die Weltwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schon in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und weiteren reichen Ländern schrumpfe bereits, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine “schwere” Rezession erleben, warnte Georgiewa. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft wieder wachsen, sagte sie.

Der IWF könne bis zu einer Billion US-Dollar (900 Mrd Euro) einsetzen, um Mitgliedsstaaten mit Krediten zu unterstützen, sagte Georgiewa. Dafür gebe es bereits 81 Anfragen von Entwicklungs- und Schwellenländern.

Der IWF hatte bereits am Montag gewarnt, dass die Weltwirtschaft dieses Jahr eine Rezession erleben werde, die mindestens so schlimm sein werde wie jene infolge der globalen Finanzkrise 2008/09. Eine Rezession wird normalerweise als zwei Quartale negativen Wachstums definiert. Der IWF will im April detailliertere Prognosen zur globalen Wirtschaftsentwicklung vorstellen.

Lesen Sie alle weiteren Informationen im Ticker:

Tui bekommt Staatskredite in Milliardenhöhe

18.09 Uhr: Der Reisekonzern Tui soll im Kampf gegen den Einbruch seines Geschäfts wegen der Corona-Pandemie staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Man habe nach der Beantragung nun eine entsprechende Zusage der Bundesregierung erhalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Darlehen laufe über die Förderbank KfW. Mit dem Geld soll eine weitere Kreditlinie des Konzerns im Wert von 1,75 Milliarden Euro aufgestockt werden. Weil hierzu auch bestehende Verträge geändert werden müssen, sei noch die Zustimmung weiterer Banken nötig, hieß es.

“Tui hat sich zur Beantragung des KfW-Kredits entschlossen, um die beispiellosen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzufedern, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann”, betonte der weltgrößte Touristikanbieter. Das Unternehmen dürfe während der Laufzeit des neuen Darlehens keine Dividenden auszahlen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin sagte, er könne bestätigen, dass die Bundesregierung den ersten großvolumigen Kreditantrag aus dem KfW-Sonderprogramm bewilligt habe.

In den vergangenen Tagen hatte sich die Staatshilfe für Tui bereits angedeutet, der Konzern wollte dem Vernehmen nach aber noch die formelle Zustimmung von Bundestag und Bundesrat zu den Programmen der Regierung abwarten. Am Freitag hatte nun auch die Länderkammer grünes Licht gegeben.

Adidas will keine Miete mehr zahlen – Management stundet Gehälter

17.13 Uhr: Ungeachtet von Milliardengewinnen im abgelaufenen Geschäftsjahr will der Sportartikelhersteller Adidas vorerst keine Miete mehr für seine wegen der Coronavirus-Krise geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte zahlen. “Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch”, erklärte eine Firmensprecherin am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der “Bild”-Zeitung. Später kündigte auch die schwedische Modekette H&M eine ähnliche Vorgehensweise an.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer übte harsche Kritik: “Ich bin sehr enttäuscht”, sagte Scheuer der “Bild”. Adidas habe große Gewinne gemacht. Das Aussetzen der Mietzahlungen sei “eine völlig inakzeptable Botschaft”. Es seien nicht nur die großen

Dax fällt um 3,68 Prozent – Wochenplus von Prozent

17.50 Uhr: Vor dem Wochenende sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt nach der jüngsten Erholung vom Corona-Crash wieder vorsichtiger geworden. Die Anleger scheuten am Freitag das Risiko, so dass der Dax 3,68 Prozent tiefer bei 9632,52 Punkten schloss. Die 10.000-Punkte-Marke, die der deutschen Leitindex am Vortag noch hinter sich gelassen hatte, rückte nun wieder in die Ferne.

Auf Wochensicht ergibt sich für den Dax gleichwohl ein Plus von 7,88 Prozent. Es ist der größte Wochengewinn seit Dezember 2011. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 3,77 Prozent auf 20.618,22 Zähler nach unten.

Die Marktteilnehmer seien weiter sehr nervös, sagte Experte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. In den USA und damit in der größten Volkswirtschaft der Welt befinde sich die Coronavirus-Pandemie noch in der Beschleunigungsphase und führe zu hohen Infektionszahlen. Die schwache Wall Street spiegele dies wider und diesem Trend könne sich auch der deutsche Finanzmarkt nicht entziehen.

Bayer plant reine Online-Hauptversammlung

17.31 Uhr: Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer plant, seine Hauptversammlung am 28. April nur online abzuhalten. Die Dividende von 2,80 Euro je Aktie soll indes pünktlich und in voller Höhe ausgezahlt werden. Normalerweise werden Dividenden in den Tagen nach der Hauptversammlung ausgezahlt, ein Bezugsrecht hat ein Aktionär aber nur, wenn er die Aktie spätestens zum Stichtag – dem Tag der Hauptversammlung – im Depot hat.

Dutzende Länder fragen Kredite beim IWF an

16.57 Uhr: Rund 80 Länder haben sich beim Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie nach möglichen Notkrediten erkundigt. Aus rund 60 Entwicklungs- und Schwellenländern gebe es bereits konkrete Kreditanfragen, die übrigen prüften ihre Optionen noch, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine “schwere” Rezession erleben. Bislang habe sich das Virus vor allem in reicheren Ländern ausgebreitet, doch die wirtschaftlichen Folgen würden bald auch ärmere Staaten treffen, betonte Georgiewa.

Der IWF könne bis zu einer Billion US-Dollar (900 Mrd Euro) einsetzen, um Mitgliedsstaaten mit Krediten zu unterstützen, sagte Georgiewa. Die Entscheidungen nun seien wichtig, um den Weg für eine Erholung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr zu bereiten.

Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof bittet um Staatshilfen

16.49 Uhr: Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat nach einem Zeitungsbericht Staatshilfen beantragt, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abfedern zu können. Wegen der zur Bekämpfung der Pandemie angeordneten Schließung der Warenhäuser befinde sich ein Großteil der Filialbeschäftigten inzwischen in Kurzarbeit null, berichtete die “Lebensmittel Zeitung” am Freitag unter Berufung auf Insider. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die angeordneten Ladenschließungen für die meisten sogenannten Non-Food-Geschäfte stellen zurzeit viele deutsche Handelsketten vor große Probleme, weil plötzlich der Umsatz fehlt, die Kosten aber weiterlaufen.

Zu Art und Umfang des angefragten, möglichen staatlichen Hilfspakets machte die Zeitung keine Angaben. Das Geschäft in den Warenhäusern ruht zum großen Teil, aber nicht komplett. Rund 50 Lebensmittelabteilungen des Unternehmens sind noch offen. Auch extern vermietete Lebensmittel- und Drogerie-Flächen, die separat gut zugänglich sind, sind weiterhin geöffnet. Außerdem arbeiten die Abteilungen, die aus den Filialen heraus Waren für den Online-Shop verschicken.

Volkswagen verschiebt Hauptversammlung

16.08 Uhr: Auch der Autohersteller Volkswagen verschiebt wegen der Corona-Krise seine Hauptversammlung. Das teilte der Konzern am Freitagnachmittag mit. Ein neuer Termin werde bereits gesucht, hieß es weiter. Geplant war das Aktionärstreffen für den 7. Mai.

Mit der Absage reiht sich Volkswagen in eine Reihe von Unternehmen ein, die ihre Aktionärstreffen wegen der Coronakrise ebenfalls abgesagt haben – darunter etwa die Dax-Konzerne Daimler ,Deutsche Telekom , Merck KGaA und Beiersdorf und Henkel.

Krise kostet VW jede Woche Milliarden – “machen keinen Umsatz außerhalb Chinas”

16.01 Uhr: VW-Konzernchef Herbert Diess hat vor möglicherweise noch länger anhaltenden Folgen und hohen Kosten der Corona-Pandemie für den Autobauer gewarnt. “Wir gehen aus einer starken Position in diese Krise”, sagte er in der ZDF-Sendung “Markus Lanz”. “Aber unsere Verkäufe weltweit stehen. Wir machen keinen Absatz, wir machen keinen Umsatz außerhalb Chinas.” Am Freitag richtete sich Diess mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch und Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Brief an die Mitarbeiter. “Wir werden die Gesundheit unserer Belegschaft wirtschaftlichen Zielen nicht unterordnen”, schrieben sie. Allen im Unternehmen müsse aber klar sein, dass “die derzeitige Ausnahmesituation eine akute wirtschaftliche Gefahr” darstelle.

Durch den Nachfrageeinbruch nehme die Liquidität stark ab – Diess sprach von bis zu zwei Milliarden Euro pro Woche. Ende 2019 hatte der Konzern im Kerngeschäft 21,3 Milliarden Euro in der Kasse. Finanzchef Frank Witter hält staatliche Hilfe derzeit für nicht nötig. Zur Unterstützung des Gesundheitswesens stellt VW eigene Beschäftigte mit einer medizinischen Qualifikation bei Fortzahlung des Gehalts für bis zu drei Wochen frei. Auch Medizinprodukte werden gespendet.

Michigan-Konsumklima trübt sich so stark ein wie seit 2008 nicht mehr

15.38 Uhr: Angesichts der Verschärfung der Corona-Krise hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im März extrem eingetrübt. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima fiel gegenüber dem Vormonat um 11,9 Punkte auf 89,1 Zähler, wie die Universität am Freitag auf Basis einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch ein Wert von 95,9 Punkten ermittelt worden. Volkswirte hatten für die zweite Schätzung mit 90,0 Punkten gerechnet.

Der Rückgang im März war der stärkste seit Oktober 2008 – also zu Beginn der Finanzkrise. Regelrecht eingebrochen sind die Erwartungen der Verbraucher. Die Lagebeurteilung gab ebenfalls deutlich nach, befindet sich aber auf einem höheren Niveau. Die Daten wurden bis zum 24. März erhoben, als die Virus-Krise begann, auch mit voller Wucht auf die USA durchzuschlagen.

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