Forscherteam um Drosten findet heraus: Vorerkrankung könnte zu Immunität führen

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Im Kampf gegen das Coronavirus hat Virologe Christian Drosten mit seinen wissenschaftlichen Kollegen der Berliner Charité interessante Entdeckungen zu vermelden. Laut Drosten sei es nicht auszuschließen, dass bestimmte Vorerkrankungen zu einer Immunität gegen das Coronavirus führen können. Das erzählte der Virologe im NDR-Podcast “Das Coronavirus-Update am 24. April.

Sein Team untersuchte in einer Studie T-Zellen, also Blutzellen, die der Immunabwehr dienen. Unter die Lupe genommen wurden T-Zellen von bereits geheilten COVID-19-Patienten und von Patienten, die sich noch nicht infiziert haben.

“Überraschenderweise hat man gesehen, dass bei 34 Prozent der Patienten reaktive T-Zellen vorliegen, obwohl sie nie Kontakt mit dem SARS-2-Virus hatten”, sagt Drosten.

Der Virologe erklärt, dass eine strukturelle Ähnlichkeit zwischen den bisher bekannten vier Erkältungscoronaviren, die Menschen befallen können, und dem neuen SARS-COV-2-Virus besteht.

Erste derartige Beobachtung weltweit

Eine vergangene Erkrankung mit einem dieser vier Viren könnte eine Erklärung für eine sogenannte Hintergrundimmunität gegen das neue Coronavirus sein.

Drosten sprach von der ersten derartigen Beobachtung weltweit, er warnte aber auch vor einer Über-Interpretation der Ergebnisse. Man dürfe nun keinesfalls schließen, dass ein Drittel der Bevölkerung immun sei.

Weitere Erklärungen für milde oder symptomlose Verläufe seien auch, dass die Betroffenen anfangs weniger Viren abbekommen haben oder insgesamt in besserer Verfassung sind.

An der Zahl der Versterbenden werde sich nichts ändern, schließlich sei das eine Beobachtung der Realität. Und in dieser sei eine Hintergrundimmunität schon enthalten.

Drosten: “Es ist nicht so, dass man aus so einer einfachen wissenschaftlichen Information immer gleich etwas ableiten kann für den Verlauf der Epidemie und dem Schicksal der Pandemie in Deutschland.”

Wäre Faktor 0,2 möglich gewesen?

Drosten sprach dann auch davon, dass es weiterhin ein großes Ziel bleibe, die Ansteckungsrate bei Faktor 1 zu halten. Das würde bedeuten, dass jeder Infizierte etwa eine weitere Person ansteckt. Einen Stillstand würde das aber natürlich nicht erzeugen.

Ein Positionspapier der Helmholz-Gemeinschaft legt nahe, dass es möglich gewesen wäre, diesen Faktor auf 0,2 zu senken, was zur Verkleinerung oder sogar zur Auslöschung des Virus in Deutschland hätte führen können.

Allerdings wären dafür weitere strikte Maßnahmen in Sonderbereichen wie Krankenhäusern oder Seniorenheimen notwendig gewesen.

Drosten sagt, er sei “schon optimistisch”, dass das wirklich hätte klappen können. “Aber wir haben uns gesellschaftlich nicht dafür entschieden”, denn es habe starke Stimmen gegen eine Intensivierung der Kontaktbegrenzungen gegeben und deswegen forciere die Politik nun Lockerungen.

Politik entscheidet alle zwei Wochen – Rhythmus “vielleicht etwas zu kurz”

Doch hier tut sich ein Problem auf, das auch für die Politik gewichtig ist. „Unsere eigentliche Zielgröße ist das, was wir auf Intensivstationen behandeln können an Patientenzahlen.“

Wenn der Faktor bei 1 und damit die Zahl der Fälle konstant bleibt, sich darin aber das Altersprofil der Infizierten verschiebt und erhöht, wird es erheblich mehr schwere Fälle geben. Und das wirkt sich auf Kapazität der Intensivstationen aus.Professor – Christian Drosten: Was Sie über den Coronavirus-Experte wissen sollten

„Diese Intensivverläufe, die wir im Auge haben, treten erst im längeren Verlauf nach der Infektion auf”, erklärt Drosten. “Darum ist ein zweiwöchiges Beobachtungsfenster vielleicht zu kurz gegriffen. Nach zwei Wochen können wir ungefähr sehen, wie viele Personen sich neu infiziert haben, aber wie viele Personen einen schweren Verlauf bekommen und auf der Intensivstation liegen, können wir erst nach einem Monat richtig beurteilen.”

Nun kommt die Politik ins Spiel, denn die entschied zuletzt stets im Zwei-Wochen-Rhythmus über neue Maßnahmen im Kampf gegen das Virus. Drosten mahnt, dass das stetige Beobachten des Reproduktionsfaktors einhergehen muss mit dem Beobachten der Zahl der schweren Fälle.

Der derzeitige Diskussionsrhythmus in Gesellschaft  und Politik von lediglich zwei Wochen sei dafür aber “vielleicht etwas zu kurz in der Bewertung. Vielleicht muss man länger warten.”

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