Französisch-iranische Forscherin zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt | Aktuell Europa | DW

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Die im Iran inhaftierte französisch-iranische Forscherin Fariba Adelkhah ist nach Angaben ihres Anwalts zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Teheran habe sie wegen “Verschwörung gegen die nationale Sicherheit” verurteilt, teilte der Rechtsanwalt Saïd Dehghan mit. Die Anthropologin von der Pariser Universität Sciences Po wurde demnach außerdem zu einer einjährigen Haftstrafe wegen “Propaganda gegen die Islamische Republik” verurteilt. Die 61-Jährige muss aber voraussichtlich nur die längere Haftstrafe absitzen. Adelkhah will das Urteil anfechten.

Adelkhah und ihr Freund und Kollege, der französische Soziologe Roland Marchal, waren im Juni vergangenen Jahres auf dem Teheraner Flughafen festgenommen worden. Der Fall belastet seitdem die Beziehungen zwischen Teheran und Paris. Adelkhah hat die iranische und die französische Staatsbürgerschaft. Der Iran erkennt doppelte Staatsbürgerschaften aber nicht an.

Ein am Straßburger Rathaus angebrachtes Plakat mit einer Aufnahme von Roland Marchal (Foto: picture-alliance/abaca/N. Roses)

Ein am Straßburger Rathaus angebrachtes Plakat mit einer Aufnahme von Roland Marchal (Foto von Mitte Februar)

Im Januar hatte die iranische Justiz zumindest den Vorwurf der Spionage gegen Adelkhah fallengelassen. Auf Spionage steht im Iran die Todesstrafe. Ihr Prozess begann Anfang März vor dem Teheraner Revolutionsgericht. Während ihrer Haft war die Wissenschaftlerin in einen 49-tägigen Hungerstreik getreten. Im vergangenen Monat hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einmal mehr ihre sofortige Freilassung gefordert.

Marchal (64) war im März freigelassen worden und nach Frankreich zurückgekehrt. Nach iranischen Angaben kam er im Zuge eines Gefangenenaustauschs frei.

sti/ml (afp, rtr)



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