Friseure dürfen unter Bedingungen öffnen: Was Sie für Ihren Besuch wissen müssen

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Endlich Haare schneiden: Ab Montag wieder erlaubt: Was Sie beachten müssen, wenn Sie jetzt zum Friseur gehen

Trotz Corona-Krise: Friseur-Salons dürfen ab 4. Mai wieder öffnen. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder entschieden. Jetzt stehen die Auflagen fest, unter denen Friseur-Besuche ab Mai wieder erlaubt sind. FOCUS Online gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

So hatten Bund und Länder beschlossen, dass Friseurbetriebe bundesweit ab dem 4. Mai wieder öffnen können – “unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen sowie unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung”, wie es in dem Beschluss heißt. Schon jetzt steht fest: Der Friseurbesuch wird nicht mehr so sein wie gewohnt.

Was Sie jetzt für Ihren nächsten Besuch wissen müssen:

Muss ich beim Friseur einen Mundschutz tragen?

Ja. Beim Bedienen müssen sowohl Friseure als auch Kunden einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Man kann einen eigenen mitbringen, die Salons werden aber wohl auch einen bereitstellen. Probleme beim Schneiden soll es da nicht geben, sagt Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. Gegebenenfalls nimmt man die Schlaufen kurzzeitig vom Ohr. Damit der Mundschutz dann nicht abfällt, könnte ihn der Kunde in dieser Zeit festhalten.

Wie wirken sich die neuen Vorgaben auf die Preise aus?

Kunden müssen bei einem Friseurbesuch in Zukunft wohl mehr bezahlen. Der Grund dafür ist zum einen der zeitliche Mehraufwand durch den neuen Schutzstandard. Zum anderen müssen Friseursalons mehr Geld für Schutzausrüstung wie etwa Einmalhandschuhe, Masken und Desinfektionsmittel ausgeben. All das führt nach Angaben des Zentralverbands zu einem moderaten Anstieg der Preise.

Wie teurer ein Haarschnitt künftig wird, lässt sich allerdings nicht genau beziffern – das legt jeder Salon selber fest. Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro.

Werden weiterhin alle Dienstleistungen angeboten?

Nein. Kunden werden sich auf einige Abstriche einstellen müssen. “Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden”, heißt es dazu in dem Schutzstandard. Das trifft etwa die auf Bärte spezialisierten Barber besonders. Sie können in Zukunft nur Herrenhaarschnitte anbieten.

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Männer werden zudem um einen Nasshaarschnitt nicht umhinkommen. Haare waschen wird mit dem Standard nämlich für alle Kunden Pflicht. So sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden. Dazu reicht es auch nicht, sich vor dem Friseurbesuch die Haare selbst zu waschen. Auf dem Weg zum Salon könnte man nämlich erneut mit dem Virus in Kontakt kommen.

Ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee wird es außerdem vorübergehend beim Friseur nicht geben. Eine Zeitschrift beim Haare schneiden oder Föhnen zu lesen, ist ebenfalls verboten. Beides soll das Infektionsrisiko in den Salons verringern.

Kann man jetzt nur noch mit einem Termin zum Friseur?

Theoretisch sind sogenannte Walk-in-Friseure, also solche ohne Terminvergabe, weiterhin erlaubt. Der Zentralverband empfiehlt dennoch, Termine auszumachen. Wegen der erwartbar hohen Nachfrage nach der Wiedereröffnung dürfte es schwer werden, ohne Ankündigung einen Haarschnitt zu bekommen. Der Schutzstandard verbietet zudem Wartebereiche in den Salons. Im Zweifel müssten Kunden also vor dem Salon auf einen freien Platz warten.

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Was ist, wenn ein Kunde oder Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wird?

Dazu sollen alle Kunden ihre Kontaktdaten im Friseursalon hinterlassen. Dazu zählt nicht nur die Adresse, sondern etwa auch die Handynummer oder E-Mail-Adresse. So sollen Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden können. Will man seine Daten nicht bereitstellen, gibt es übrigens auch keine Bedienung. “Kunden können nur bedient werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind”, steht in dem Arbeitsschutzstandard.

Große Verunsicherung in der Branche – Friseure rechnen mit “riesigem Ansturm”

Wenige Tage vor Wiedereröffnung der Friseursalons ist die Verunsicherung in der Branche laut Hamburger Innung groß. “Das Büro der Friseur-Innung hat sehr viel zu tun, weil so viele Anfragen eingehen. Alle sind verunsichert wegen der zahlreichen Auflagen”, sagte der Verbandsvorsitzende, Obermeister Birger Kentzler, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die zuständige Berufsgenossenschaft habe sechs Seiten Arbeitsschutz-Standards für das Friseurhandwerk geschickt. “Wenn ich das lese, frage ich mich schon, ob das nicht ein bisschen zu viel des Guten ist.”

Nach der wochenlangen Schließung dürfen auch Friseure in Berlin ab Montag wieder ihre Salons öffnen – und rechnen zum Teil mit einem “riesigen Ansturm”. “Wir hören von Friseuren beides: Manche sind besorgt, dass die Kunden aus Unsicherheit nicht kommen. Aber die meisten gehen davon aus und setzen auch Hoffnungen darauf, dass es einen großen Andrang geben wird”, sagte Daniel Jander, Sprecher der Handwerkskammer Berlin. Viele Salons vergeben bereits online oder telefonisch Termine und sind für die erste Zeit nach der Öffnung ausgebucht.

Da sich der Mindestabstand von 1,50 Meter beim Schneiden nicht einhalten lässt, sollen sowohl Kunden als auch Friseure einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Vor dem Schneiden müssten die Haare gewaschen werden, heißt es in einem Arbeitsschutzstandard der zuständigen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

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