Ganz kleinteiliges Vergnügen: RTL versagt ein zweites Mal mit seiner LEGO-Show

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TV-Kolumne „LEGO Masters“: Ganz kleinteiliges Vergnügen: RTL versagt ein zweites Mal mit seiner LEGO-Show

Menschen, die dabei zuschauen, wie andere Menschen Klötzchen aufeinanderstapeln: Mit dem Show-Konzept hatte RTL 2018 nicht wirklich überzeugt. Nun startet der Sender einen zweiten Versuch: mit sechs Kandidatenpaaren, zwei Millionen Klemmbausteinen und einem echten LEGO-Master. Und mit Daniel Hartwich als Moderator für alle Fälle. Aber reicht das?

Der Lockdown in der Corona-Pandemie hatte viele Menschen zurück in ihre Jugendzimmer geführt: Begegnung mit dem jüngeren Ich und mit dem Zeug, mit dem man sich in analogen Jahren noch die Zeit vertrieben hatte. Erwachsene Menschen verbrachten nun ganze Abende damit, den Eiffelturm aus 3000 Puzzleteilen zu legen. Oder damit, Rubiks Zauberwürfel zu monochromen Seiten zu verhelfen. Oder ein neues Zuhause für ihre Playmobil-Familien zu entwickeln. Regression als Gegenwartsbewältigung ist langfristig ein Problem, macht aber kurzfristig durchaus Spaß.

Andere wiederum brauchen kein Virus, um das Gestern zum Heute zu machen. Sie haben sich die kindliche Kreativität bewahrt, die nötig ist, um aus einer Kiste bunter Kunststoff-Klemmbausteine Kunstwerke zu entwerfen. Menschen wie Lehrerin Lidiana und Ehemann Hubert, die sieben Quadratmeter ihrer Wohnung den eigenen Lego-Kreationen gewidmet haben und selbst in den Urlaubskoffer immer ein paar Steinchen einpacken. Oder Alex, der schon 40 ist, aber immer noch seine Kappe verkehrt herum auf dem Kopf trägt.

Es kann nur einen Master geben

Aufgabe der sechs Zweierteams bei „LEGO Masters“ ist, in immer anspruchsvolleren Challenges gegeneinander anzutreten und Lego-Klötzchen Bauten Zu erstellen, die den einzig wahren LEGO-Master überzeugen. Denn bei dieser Show gibt es keine prominent besetzte Jury. Bei „LEGO Masters“ hat nur einer die Macht: der sogenannte Brickmaster René Hoffmeister – Deutschlands einziger zertifizierter Lego-Modellbauer. Wer ihn überzeugt, ist weiter. Senkt er den Daumen, ist Schluss. So einfach ist das.

2018 noch war RTL mit „LEGO Master“ ziemlich baden gegangen. Nun hat der Sender die zweite Runde gewagt. Dafür hat er dem Titel ein zusätzliches „s“ spendiert und gleich vier Freitagabende zur neuen Lego-Zeit erklärt. Und noch einen Daniel Hartwich als Moderator draufgelegt. 

Der Mensch will mitspielen. Nicht zugucken

Doch all das reißt es leider nicht raus. Aus tausenden Klötzchen eine Welt zu kreieren macht Spaß – aber nur, wenn man es selbst macht. Anderen beim Spielen zuzusehen, ist vor allem traurig. Und erinnert bestenfalls an die Stunden, die Eltern mit der Beaufsichtigung ihrer spielenden Sprösslinge verbringen. 

Da hilft es auch nicht, dass die sechs Kandidatenpaare natürlich auf einem sehr viel höheren Niveau spielen. Oder dass Moderator Hartwich künstlich Zeitstress hervorruft. Oder Brickmaster Hoffmeister sein Urteil in fachlich wertvollen Worten mitteilt. Und ausgerechnet Favorit Frank Boor, der mit Teamkollege Luca mutierte Currywürste über ihre Mega-City herfallen ließ, ein mangelhaftes Konzept bescheinigt. Die sind entsetzt über ihr schnelles Aus: „Ich könnte mir so in die Fresse hauen“, sagt Frank. „Wie sehen mich meine Kinder jetzt?“, sorgt sich Luca.

Spiel, Spaß und Spannung: Für all das will die Marke Lego gerne stehen. Doch das Medium Fernsehen killt im Handumdrehen alle drei Faktoren. Und macht allerhöchstens noch Lust darauf, die Fernbedienung aus der Hand zu legen und in den Keller zu gehen: Lagert da nicht noch diese Reste-Kiste mit den Kunststoff-Klötzchen von einst?

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soctv


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