Gerry Weber, Kik und Deichmann begrüßen die neuen Regeln – endlich wieder offen

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Die Bundesregierung und die Länder haben sich darauf geeinigt, dass kleinere Läden trotz der Coronavirus-Krise wieder öffnen dürfen. Die Discounter KiK und Tedi kündigten am vergangenen Mittwoch an, bereits diese Woche wieder alle Läden bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern zu öffnen. Sicher ist: Filialen und Mitarbeiter seien auf damit verbundene verschärfte Hygieneauflagen bestens vorbereitet, hieß es bei beiden Unternehmen. Deichmann dagegen ist noch vorsichtig mit seiner Prognose.

Gerry Weber: “Wir sind gut vorbereitet”

Gerry-Weber-Firmenchef Alexander Gedat betonte: „Gerry Weber hat seit Beginn des Shutdowns, von unterschiedlichen Szenarien ausgehend, mit allen hierfür relevanten Abteilungen entsprechende Strategien zur Wiedereröffnung entwickelt, sodass wir gut vorbereitet sind.“

Alle Filialen würden bei ihrer Wiedereröffnung über ausreichend Artikel wie Mund-Nasen-Schutzmasken und Desinfektionsmittel verfügen. Ein verantwortungsvolles Wiederhochfahren des Handels sei dringend notwendig, um allen Anbietern des stationären Handels ihre Existenzgrundlage zurückzugeben, sagte Gedat.

Gerry Weber will Masken für Mitarbeiter und Kunden

Gerry Weber will nicht nur die eigenen Mitarbeiter mit Schutzmasken ausstatten, sondern auch Masken für die Kundinnen bereithalten. Und die Modeberatung soll künftig “unter Einhaltung der Abstandsregeln” stattfinden.

Die meisten Maßnahmen in den Läden – von den Schutzscheiben aus Acrylglas an den Kassen bis zu den Abstandsmarkierungen am Boden – dürften den Verbrauchern mittlerweile vom Lebensmitteleinkauf bekannt sein. Doch ist die Herausforderung im beratungsintensiven Modehandel oder beim Schuhkauf natürlich noch einmal eine andere als im Lebensmittel-Discounter. Schließlich soll der Corona-Schutz möglichst nicht die Lust am Shoppen verderben.

Zusätzlich erschwert wird der Umgang mit der Corona-Krise für Kik, Deichmann und Co. dadurch, dass die Hygienevorschriften von Bundesland zu Bundesland, teilweise aber auch von Stadt zu Stadt variieren. Deshalb dürften auch am Montag noch etliche Läden, die eigentlich aufgrund ihrer Größe öffnen dürften, geschlossen bleiben.

Wie viele Filialen öffnen wieder?

Kik hofft immerhin, bis zu 95 Prozent seiner mehr als 2600 Filialen in Deutschland diese Woche wieder öffnen zu können – in Brandenburg allerdings erst ab Mittwoch, in Thüringen ab Freitag und in Bayern sowie Berlin ab dem 27.04. Auch Gerry Weber will alle Filialen, die eine Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern haben, wieder in Betrieb nehmen. Doch der Schuhhandelsriese Deichmann ist schon wesentlich vorsichtiger in seiner Prognose.

Zwar hat auch Deichmann die ersten Läden am Montag wieder geöffnet. Doch wie viele genau es die kommenden Tage sein werden, da mag sich das Unternehmen nicht festlegen. “Konkretere Aussagen zu machen, ist im Moment noch schwierig, da die Vorgaben in den Bundesländern teilweise voneinander abweichen und es auch auf lokaler Ebene in einigen Fällen spezielle Regelungen gibt”, betonte das Unternehmen. Auch die Buchhandelskette Thalia sieht hier eine Hürde. So werde sich die Öffnung der Buchläden in Thüringen wohl um eine Woche nach hinten verschieben.

Mittelstandsverbund kritisiert starre Regelung

Die Entscheidung der Regierung, nur manchen Läden die Öffnung zu erlauben, ist allerdings umstritten.  Aus Wirtschaftsverbänden kommt Kritik an den Regelungen der Politik zu schrittweisen Ladenöffnungen. Das Kriterium von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche für Geschäfte, die wieder öffnen dürfen, sei willkürlich gewählt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Mittelstandsverbundes, Ludwig Veltmann. Dies werde zu Wettbewerbsverzerrungen führen – beispielsweise bei sich überlappenden Sortimenten in nun wiedereröffneten Geschäften einerseits und weiterhin geschlossenen Geschäften andererseits. “Letztere werden sich folglich im Stich gelassen fühlen – zumal es bisher keine konkreten Perspektiven für ihre Wiedereröffnung gibt.”

Einzelhandel mit verkaufsoffenen Sonntagen stärken?

Die starre Fixierung auf die reguläre Verkaufsfläche müsse geändert werden. Stattdessen wären Vorgaben hinsichtlich Hygiene, Zutrittssteuerung und Mindestabstand auch für größere Flächen ausreichende Kriterien, um dem Ziel eines guten Infektionsschutzes gerecht zu werden. Zumindest sollte aber den betroffenen Unternehmen erlaubt werden, durch Abhängen oder Schließung einzelner Bereiche ihres Betriebs die zulässige Verkaufsfläche einzuhalten. “Die betroffenen Händler brauchen endlich eine klare Perspektive, wann auch sie wieder öffnen dürfen”, so Veltmann.

Auch der Einzelhandelsverband HDE ist nicht zufrieden. Er forderte eine faire Lösung für die gesamte Branche. “Vielen Händlern helfen die getroffenen Beschlüsse nicht weiter”, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Deutschen Presse-Agentur. Nötig sei eine faire Regelung, die auf den ersten Blick für alle transparent sei. Unions-Fraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) plädierte in der “Rheinischen Post” für verkaufsoffene Sonntage, um den Einzelhandel zu stärken.

Quadratmeter-Grenze wird weiterhin kritisiert

Auch andernorts sorgt die Größen-Beschränkung weiter für viel Unmut. Der Präsident des Handelsverbandes Textil (BTE), Steffen Jost, sprach am Donnerstag von einer willkürlichen Entscheidung, die vor allem ein Ziel habe: „Die Politik will verhindern, dass die Leute in die Stadt gehen. Das ist wahrscheinlich gelungen.“

Josts Einschätzung wurde von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher mehr oder weniger bestätigt. Der SPD-Politiker sagte im ARD-„Morgenmagazin“ mit Blick auf die 800-Quadratmeter-Regel: „Es geht vor allem darum, dass in den Innenstädten nicht plötzlich – da wo große Einkaufszentren, große Kaufhäuser sind – gar nicht die Läden, sondern allein die Fußgängerzonen wieder so eng werden, dass es zu neuen Infektionsrisiken kommt.“

Fehlende Kundenmagneten werden auch kleinen Händlern schaden

BTE-Präsident Jost, der selbst als Unternehmer fünf Modegeschäfte mit Verkaufsflächen von 3000 bis 5400 Quadratmetern betreibt, warnte, die Entscheidung schade nicht nur den direkt Betroffenen. Auch kleine Händler würden darunter leiden. Denn dadurch, dass die großen Kundenmagneten geschlossen blieben, werde es auch ihnen an Kundschaft fehlen. Die Angst der Politik vor einem Kundenansturm in der Innenstadt hält der BTE-Präsident für übertrieben. „Wir haben so oder so eine Konsumkrise. Die Menschen werden eh nicht in die Läden strömen.“

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 Der schwäbische Textilhersteller Trigema von Firmenboss Wolfgang Grupp stellt derzeit Atemschutzmasken her. Und verkauft die Produkte zu üppigen Preisen: Für einen Zehnerpack müssen Kunden 120 Euro hinlegen. Mehr dazu: Trigema produziert Masken – nun wird klar, welchen Preis Kunden zahlen müssen

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