“Girlfriends undercover”: Wie Sixx eine dumme TV-Show noch dümmer macht

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Wie viel Vertrauen braucht eine gute Beziehung? Die britische Doku-Soap „Girlfriends Undercover“ hat darauf eine schlichte Antwort: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Oder wie Undercover-Agentin Nicole über ihren Lebensabschnittsgefährten Marco sagt: „Ich checke alles, Facebook, Twitter, Instagram. Ich weiß sogar, wann er aufs Klo geht.“ 

„Girlfriends Undercover“ ist pubertäre Partnerschafts-Paranoia im Serienformat: Fünf Männer machen Urlaub im heißen Marbella, als Spanien noch kein Corona-Hotspot war. Sie sind guten Glaubens, Teil einer TV-Doku über Männerurlaube zu sein. Eine Villa über ihnen aber logieren ihre fünf Freundinnen. Im High-Tech-Kontrollraum bekommen diese alles mit, was in der Männer-Villa gesprochen und getan wird. Denn Männern darf man nicht vertrauen. Männer sind Schweine – wissen wir doch alle. Oder? 

„Ich will sie heiraten. Vielleicht. Irgendwann“

Claudia beispielsweise will mehr herausfinden über die womöglich ehrenhaften Absichten ihres Freundes Lawrence. Der sagt im trauten Männer-Talk: „Ich will sie heiraten. Vielleicht. Irgendwann.“ Darüber sollte Claudia sich besser freuen. Denn Liam sagt über Freundin Rosie: „Schön, mal von ihr weg zu sein.“ Und Ryan gesteht über seine Beziehung zu Tyler: „Ich brauche mal eine Pause.“

Immerhin: Einer der Undercover-Agentinnen schwant, dass es vielleicht doch nicht ganz so okay ist, was sie hier macht. „Ich habe ein echt schlechtes Gewissen“, gesteht Ericka. Ihr Verlobter Craig sagt eine Villa tiefer: „Sie ist das schönste Mädchen der Welt. Sie ist die richtige.“ Auf seinem linken Brustmuskel ist ihr Name tätowiert. 

Wer hat die Hosen an? 

Ein angeblicher Reiseleiter stellt der Männerrunde zunächst seltsame Fragen: Wie gut bist du im Bett? Was mag deine Freundin an dir? Wer hat die Hosen bei euch an? Beim letzten Punkt zumindest sind sich die Jungs einig: Sie seien diejenigen, die das Sagen haben daheim. Die Mädchenrunde eine Villa höher lacht laut. 

Dann der erste Undercover-Einsatz für Rosie: Sie macht es sich im Schwimmbad auf der Liegefläche gleich neben Marco bequem. Doch der redet mit seinen Freunden nur über Autos. Hätte Rosie mit einem Sportwagen vorfahren sollen, anstatt nur auf einen knappen Badeanzug zu setzen? Dafür setzt sich eine andere Blondine gleich direkt zu Marco. Er reagiert zwar kaum, aber egal: „Leute, Alarmstufe rot!“, erregt sich die Stimme aus dem Off. „Ich koche vor Wut“, wütet Freundin Nicole wie auf Befehl. „Warum habe ich das nur getan?“ 

Unter Fake-Verdacht 

Ja, warum nur? Weil unser Vertrauen in Produktionsfirmen in den letzten Jahren etwas geschrumpft ist, vermuten wir mal: des Geldes wegen. Bereits 2018 unter dem Titel „Undercover Girlfriends“ in Großbritannien ausgestrahlt, stand die Doku-Soap dort schnell unter Fake-Verdacht. Was allerdings der Quote nicht geschadet hat. Sixx hat die britische Staffel aufgekauft, was dank der Übersetzung und der quälend naiven Stimmen den wohl auch im Original eher seichten Dialoge eine noch dümmlichere Patina verleiht.

Am Ende von Folge 1 weiß frau dann gar nicht mehr, was tatsächlich am ärgerlichsten ist bei „Girlsfriends Undercover“: Dass Männer hier als prinzipiell untreu und Frauen als notorisch eifersüchtig vorgeführt werden? Dass Misstrauen, Spionage, Lügen und öffentliche Illoyalität als ganz normal  präsentiert werden? Oder einfach die Tatsache, dass das TV-Niveau immer noch ein Stückchen tiefer gelegt werden kann? Vermutlich eine Mischung aus allen drei Faktoren – plus der Tatsache, dass damit sogar Quote gemacht werden kann.

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