Gletscher am Mont Blanc-Massiv bedroht Häuser | Aktuell Europa | DW

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Nach Ansicht von Experten könnten rund 500.000 Kubikmeter Eis ins Tal stürzen – das entspricht etwa dem Inhalt von 200 olympischen Schwimmbecken. Das Eis des Planpincieux-Gletschers sei wegen der großen Temperaturunterschiede der vergangenen Tage in Bewegung gekommen, meldet die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Der Planpincieux-Gletscher unterhalb des Mont Blanc, des höchsten Bergs der Alpen, bedroht damit nun ein hochgelegenes Siedlungsgebiet.

Wegen des akuten Risikos räumten die Behörden etwa 30 Häuser in der sogenannten roten Zone unterhalb des Gletschers am Grenzgipfel zwischen Italien und Frankreich. Zudem brachten Carabinieri und anderen Einsatzkräfte etwa 15 Einheimische und rund 50 Touristen im Val Ferret am Ende des Aostatals in Sicherheit. Die Straße in das kleine Tal wurde vorübergehend gesperrt.

Italien Courmayeur | drohender Gletschersturz am Mont Blanc (picture-alliance/dpa/S. Bertolino)

Polizisten haben eine Straße ins Val Ferret sicherheitshalber gesperrt

Gletscherteil kommt ins Rutschen

Die Gefahr in der Gemeinde Courmayeur nahe der französischen Grenze werde wohl nur ein paar Tage bestehen, erklärten Techniker. Dass ein Gletscher in Bewegung ist, sei völlig normal, sagte ein zuständiger Geologe der Zeitung “La Stampa”. Weil sich diese Bewegung nun aber beschleunigt habe, mussten Vorkehrungen getroffen werden. Für die nächsten Tage werden erneut hohe Temperaturen vorhergesagt.

Schon im September 2019 hatte dieser Gletscherabschnitt Alarm ausgelöst – damals drohten allerdings nur 250.000 Kubikmeter Eis abzubrechen. Damals sagte der Generalsekretär der Fondazione Montagna Sicura, Jean-Pierre Fosson, der Planpincieux-Gletscher sei “atypisch”, weil er auch durch das unter ihm rinnende Wasser wegschmelze. Insgesamt sei aber die Gletscher-Schmelze bei den 180 Gletschern der Region ein übergreifendes Problem. “Jedes Jahr verschwinden zwei Quadratkilometer Eis”, sagte Fosson. “Mit den zunehmend heißen Sommer- und Herbstperioden wird es schlimmer.”

kle/uh (dpa, afp, tagesschau.de)



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