Göttinger Forscher machen Mut: Wir haben die Wende geschafft

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„Unsere Gesellschaft kann wirklich stolz darauf sein, dass sie diese Wende geschafft hat“, erklärt Viola Priesemann. Die Wissenschaftlerin leitet eine Forschungsgruppe am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, die nun neue Erkenntnisse vorgestellt hat. 

Demzufolge waren die eingeleiteten Maßnahmen der vergangenen Wochen erfolgreich. „Wir sehen eine klare Wirkung der Kontaktsperre vom 22. März, und natürlich den Beitrag von jeder einzelnen Person“, so Priesemann. Eine Simulation der Göttinger Gruppe soll aufzeigen, dass das verheerende exponentielle Wachstum der Neuinfektionen gebrochen wurde. 

Maßnahmen sollten noch etwa zwei Wochen aufrecht erhalten werden

Die Schlussfolgerung der Forscher: “Um die Corona-Epidemie in den Griff zu bekommen, müssen wir soziale Kontakte noch etwa zwei Wochen auf ein Minimum beschränken.” Das hieße also etwa bis zum 22. April. Die aktuellen Maßnahmen von Bund und Ländern sind derzeit noch bis zum 19. April vorgesehen. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Entschieden werden soll darüber laut FOCUS-Online-Informationen am 15. April in einer Schalte von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder. 

Doch wie kommen die Forscher zu ihrer Zwei-Wochen-Prognose? Mitte März hatten die Wissenschaftler damit begonnen, den Verlauf der Corona-Epidemie in Deutschland zu modellieren. Die Berechnungen sollten zeigen, welche Wirkung die verhängten Maßnahmen auf den Verlauf der Epidemie haben. Die Forscher kommen dabei zu dem Schluss, dass auch schon die Maßnahmen vom 8. und 16. März, wie etwa Kita- und Schulschließungen sowie Versammlungsverbote Wirkung zeigten; sie jedoch bei weitem noch nicht ausreichten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. 

Erste Maßnahmen hätten bei weitem nicht ausgereicht

„Unsere Modellrechnung zeigt auch, dass wir inzwischen rund 200.000 bestätigte Infektionen hätten, wenn es etwa bei den milden Beschränkungen vom 8. März geblieben wäre, ganz zu schweigen davon, wenn es gar keine Maßnahmen gegeben hätte“, so Priesemann. Am 8. März hatte Gesundheitsminister Spahn unter anderem dazu aufgerufen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen abzusagen. Acht Tage später wurden flächendeckend Schulen, Kitas und auch Geschäfte geschlossen.  

Erst die Kontaktsperre habe aber dann dazu geführt, dass nun damit zu rechnen sei, dass sich die Zunahme der Infektionen weiter abschwächen werde. Zugleich machen die Göttinger Forscher deutlich: Für eine Entwarnung ist es zu früh. „Wenn jetzt die Beschränkungen aufgehoben werden, sind wir wieder ganz am Anfang“, erklärt Priesemann.

Erfolg einzelner Maßnahmen kann Modellierung nicht angeben

Die Wissenschaftlerin hofft, dass es im besten Fall bald nur noch Hunderte Neuinfektionen pro Tag geben werde – dabei setzt sie aber voraus, dass Deutschland noch knapp zwei Wochen im aktuellen Modus ausharrt. Dann wäre wieder ein Punkt gekommen, an dem Kontakte von neu Erkrankten identifiziert und isoliert werden könnten. 

Priesemanns Wunschszenario: „Ich finde es sehr ermutigend, dass wir mit einer starken Einschränkung, die in den kommenden zehn Tagen noch anhält, die Neuinfektionen soweit zurückdrängen könnten, dass wir danach mit Vorsicht, aber hoffentlich mit deutlicher weniger Einschränkungen weitermachen können.“ 

Priesemann weist auch auf eine Schwäche der eigenen Modelluntersuchung hin. Die Berechnungen könnten keine präzise Aussage darüber treffen, welche Wirkung jede einzelne Maßnahme auf den Verlauf der Epidemie hat. Die Entwicklung der Infiziertenzahlen kann lediglich als Realitätscheck für die Aussagen der Forscher über die Maßnahmenpakete dienen. Auch in den kommenden Wochen will die Gruppe die Modellrechnung fortführen. Die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut hoffen, „dass wir mit unserer Forschungsarbeit etwas beitragen können, um den richtigen Umgang mit der Corona-Epidemie in Deutschland zu finden“. 

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