Grippe und Corona: Medizinerin erklärt, was zweite Welle so gefährlich macht

0
102
Werbebanner

Mögliche Szenarien: Grippe und Corona im Herbst: Medizinerin erklärt, was 2. Welle so gefährlich macht

Virologen warnen vor einer zweiten Corona-Welle im Herbst. Doch was passiert, wenn dann noch eine Grippewelle hinzukommt? FOCUS Online hat mit einer Medizinerin über die möglichen Szenarien gesprochen – und wie wir den Supergau verhindern können.

In Deutschland steigt die Sorge vor einer zweiten Corona-Welle im Herbst. In genau dieser Jahreszeit kommt eine weitere Infektionskrankheit hinzu: die Grippe, genauer gesagt die Influenza. Viele Wissenschaftler befürchten deshalb, dass beide Wellen aufeinandertreffen und gemeinsam noch mehr Unheil anrichten, als sie es ohnehin schon alleine tun. Der amerikanische Epidemiologe Michael T. Osterholm warnte jüngst sogar von einem „perfekten Sturm“, der daraus entstehen könne.

Dass wir im Herbst/Winter an zwei Fronten kämpfen könnten, hält auch Eva Hummers, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), für möglich. „Die Grippewelle kommt jedes Jahr, mal mehr mal weniger stark, aber komplett entfallen ist sie noch nie“, sagt die Expertin. „Auch ein erneuter Anstieg von Coronafällen lässt sich nicht ausschließen – dass also beides zusammenkommt, ist nicht unrealistisch.“ Dass der ganze Corona-Spuk bald ein Ende hat, wie viele glauben oder hoffen, schließt die Ärztin aus: „Vorbei ist es ganz bestimmt nicht.“

Risikogruppen noch gefährdeter – auch Doppelinfektionen sind möglich

Treten beide Infektionswellen zeitgleich auf und breiten sich aus, sind vor allem Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen noch mehr gefährdet. Denn sie gehören sowohl zur Risikogruppe für Corona als auch für die Grippe. „Wenn beides zusammentrifft, haben wir gleichzeitig zwei schwere Viruserkrankungen im Umlauf, die möglicherweise den gleichen Personenkreis befallen – potenziell sogar in Folge oder als Doppelinfektion“, gibt Hummers zu bedenken. Denn eine Kreuzimmunität – also dass jemand, der an Grippe erkrankt, dann gegen Corona geschützt ist oder umgekehrt – gebe es definitiv nicht.

 

 
 

 

Wie das Influenza-Virus mit Sars-CoV-2 im menschlichen Organismus interagiert, darüber weiß die Wissenschaft bis dato so gut wie gar nichts: Weder, ob sich der Erkrankungsverlauf durch eine Doppelinfektion verschlimmert – noch, ob die Infektiösität betroffener Personen dadurch steigt. Selbst aus China gibt es dazu kaum Daten, da es dort nur wenige Doppelinfektionen zu Anfang der Corona-Epidemie gab. Und in der südlichen Hemisphäre beginnt die Grippezeit erst jetzt.

Bisher steht also nur eins fest: „Treffen beide Wellen aufeinander, kann die medizinische Versorgung in Deutschland recht schnell an ihre Kapazitätsgrenzen geraten“, sagt Hummers. Vor diesem Kollaps warnten bereits viele Experten aus dem Gesundheitsbereich.

Mehr Videos mit Infektiologe Christoph Spinner

Mehr Impfen gegen eine Grippewelle

Gegen Sars-CoV-2 gibt es momentan noch keinen Impfstoff und kein sicher wirksames Heilmittel. Die Forschungen laufen zwar auf Hochtouren, aber bis tatsächlich ein Impfstoff zur breiten Verfügung steht, dauert es mindestens noch ein Jahr – wenn nicht gar zwei. Gegen Influenza dagegen existiert schon seit Jahrzehnten ein Mittel, mit dem man eine Grippewelle vermeiden bzw. abschwächen könnte: eine Impfung.

Aus diesem Grund kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn schon vor geraumer Zeit an, die Grippe-Impfdosen auf 25 Millionen Stück in diesem Jahr aufzustocken – viel mehr als je zuvor. Auch Experten fordern, dass sich in diesem Jahr nicht nur Schwangere, chronisch Kranke, Ältere und medizinisches Personal gegen Influenza impfen lassen, sondern auch Menschen, die nicht zu dieser Grippe-Risikogruppe gehören.

Hummers, die auch Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) ist, sagt dazu: „Die Empfehlung der STIKO zur Grippeimpfung richtet sich an die Risikogruppe – wichtig ist, dass sich künftig die Menschen, die zu dieser Gruppe gehören auch tatsächlich impfen lassen“. Eine Impfempfehlung für alle, hält Hummers aber nicht für sinnvoll: „Dafür würde der Impfstoff gar nicht reichen“, meint die Expertin.

Die Effektivität des Impfstoffs variiert stark

Hinzu kommt noch, dass eine Grippeimpfung keinen 100-prozentigen Schutz gegen Influenza bietet. „Die Impfeffektivität hängt von verschiedenen Faktoren ab“, erklärt Hummers. Zum einen von der Immunantwort jedes einzelnen – gerade bei jüngeren Menschen verlaufe diese in der Regel besser als bei älteren.

Zum anderen sei der Grippeimpfstoff selbst entscheidend. „Die Zusammensetzung wird jedes Jahr anhand von epidemiologischen Erhebungen auf der ganzen Welt sowie Hochrechnungen, welche Grippeerreger voranging im Umlauf sein werden, von der Weltgesundheitsorganisation neu festgelegt – liegt man dabei falsch, ist er natürlich weniger effektiv“, sagt Hummers. Dies sei zum Beispiel bei der letzten schweren Grippewelle 2017/18 passiert. „Da war ein Influenza-B-Virus der sogenannten Yamagata-Linie im Umlauf, der vom Impfstoff gar nicht abgedeckt wurde“, erläutert die Expertin. Die Impfeffektivität liege normalerweise je nach Personenkreis und Jahr zwischen 40 und 80 Prozent, in schlechten Jahren auch deutlich darunter.

Ob gegen Corona oder Influenza: So schützen Sie sich vor Viren

Wer sich vor dem Coronavirus, aber auch anderen Infektionen der Atemwege schützen will, sollte allgemeine Hygieneregeln einhalten. Diese sind bei allen Atemwegsinfekten gleich.

  • Häufig Händewaschen mit Wasser und Seife. Antimikrobielle Zusätze sind in der Regel nicht notwendig. Auch die Temperatur des Wassers spielt keine Rolle.
  • Mindestens 20 Sekunden Händewaschen.
  • Nach dem Waschen die Hände gründlich abtrocknen.
  • Abstand halten zu Menschen, die niesen oder husten und selbst Einwegtaschentücher benutzen. Nach dem Husten, Niesen und Naseputzen sollte man sich zudem möglichst umgehend die Hände waschen.

Auch eine Grippe-Impfung von gesunden Kindern, die selbst selten schwer an Grippe erkranken, aber die Erreger durchaus weiterverbreiten, hält Hummers für diskussionswürdig: „Das ist auch eine ethische Frage, ob wir Kinder, die selbst kaum von Komplikationen der Influenza betroffen sind, zum Schutze der Risikogruppen impfen lassen.“

Mundschutz, Hygiene- und Abstandsregeln schützen auch vor Grippe

Maßnahmen, an die wir uns alle halten können, um eine erneute Grippe- und Corona-Welle zu verhindern oder abzuschwächen, sei aber das Tragen von Mundschutz, das Einhalten von Abstandsregeln sowie eine gute Handhygiene. „Diese Schutzmaßnahmen helfen auch gegen Grippe und andere Erreger“, sagt Hummers. Gerade nach dem Lockdown im April habe man gesehen, dass die noch laufende Grippewelle schlagartig beendet worden sei, erklärt sie. Diese Maßnahmen könnten uns daher im Herbst und Winter ebenfalls dabei helfen, Schlimmstes zu verhindern.

Trotz Quarantäne trifft Bolsonaro Fans und nimmt vor laufenden Kameras die Maske ab


Coronacare

[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

9 + sechs =