Großbritannien: Wirtschaft bricht dramatisch ein – Entlassungswelle droht!

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Minus 20 Prozent in einem Quartal: Wirtschaft bricht dramatisch ein: Briten zittern vor großer Entlassungswelle im Herbst

Um 20,4 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt Großbritanniens im zweiten Quartal gesunken. Damit liegt der corona-bedingte Einbruch auf der Insel doppelt so hoch wie in Deutschland und deutlich hinter allen anderen Industrieländern. Das hat hausgemachte Gründe.

In keinem Industrieland hat die Corona-Krise so hart zugeschlagen wie in Großbritannien. Nach heute veröffentlichten Zahlen sank das Bruttoinlandsprodukt auf der Insel zwischen April und Juni um 20,4 Prozent. Das ist doppelt so hoch wie in Deutschland (10,1 Prozent) und liegt auch noch deutlich vor Frankreich (13,8 Prozent), Italien (12,4 Prozent) und den USA (9,5 Prozent). Ganz nebenbei stellt Großbritannien damit auch einen persönlichen Minusrekord auf: Nie seit Beginn der vierteljährlichen Datenerhebung 1955 sank das BIP in einem Quartal stärker.

Die sinkende Wirtschaftskraft ist dabei nicht nur ein reines Zahlenspiel: „Hunderttausende haben leider bereits ihren Job verloren und hunderttausende weitere werden es in den kommenden Monaten“, sagte Finanzminister Rishi Sunak zu den Zahlen. Dass die Arbeitslosenzahlen auf der Insel bisher insgesamt trotzdem kaum angestiegen sind, liegt an einem Programm, bei dem die Regierung die Lohnkosten für Mitarbeiter bedrohter Unternehmen übernimmt. Zehn Millionen Menschen bekommen daher ihren Lohn derzeit vom Staat. Sunak hat aber schon angedeutet, dass das Programm in den kommenden Monaten langsam auslaufen soll.

Corona-Pandemie trifft Großbritannien härter als andere

Dann droht dem Land eine Entlassungswelle, sollte die Wirtschaft nicht wieder anlaufen. Allerdings gibt es wie in vielen Ländern Zeichen der Besserung. Im Juni stieg das BIP um 8,7 Prozent und übertraf damit sogar Analystenschätzungen. Allerdings liegt die Wirtschaft in allen Metriken noch deutlich unter den Vorkrisen-Niveaus. Viele Branchen, allen voran etwa Airlines und Hotels, können auf absehbare Zeit noch nicht wieder normal arbeiten.

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Dass Großbritannien wirtschaftlich viel härter als andere Länder von der Corona-Krise getroffen wird, hat zwei Gründe. Der eine liegt in der Bekämpfung der Pandemie selbst. Die britische Regierung rief im März deutlich später als etwa Deutschland und Frankreich einen Lockdown aus. Das zeigt sich bis heute in deutlich höheren Infektionszahlen: Stand gestern (11. August 2020) haben sich 311.645 Briten mit dem Virus infiziert, 46.526 sind daran gestorben. Bei den Corona-Toten liegt Großbritannien damit weltweit auf dem vierten Platz hinter den USA, Brasilien und Mexiko und deutlich vor Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland.

Fehlendes Handelsabkommen verunsichert Firmen

Das schürt bei Konzernen Ängste, dass ein neuer Lockdown drohen könnte. So sind es denn auch die Investitionen, die im zweiten Quartal mit 34,1 Prozent am stärksten sanken. Das liegt allerdings nicht nur an der Pandemie, sondern auch an der endlosen Brexit-Diskussion, die selbst nach dem eigentlichen Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU nicht aufhört. Nur bis Jahresende ist die Insel noch Teil des EU-Binnenmarktes. Für die Zeit danach laufen Verhandlungen über ein Handelsabkommen, die sich aber ebenso zäh und surreal gestalten wie die Brexit-Verhandlungen der vergangenen Jahre. Wahrscheinlich dürfte die Übergangsphase noch um ein Jahr verlängert werden.

Das bedeutet eine große Unsicherheit für britische Unternehmen und ausländische Konzerne, die auf der Insel operieren. Der japanische Autobauer Honda  hatte etwa im Februar schon angekündigt, sein einziges britisches Werk 2022 zu schließen. 3500 Jobs fallen alleine hier dann weg. Vergangene Woche ließ der niederländische Konzern Philips  mitteilen, eine Fabrik für Babyprodukte werden wegen der Brexit-Unsicherheit vom britischen Suffolk aus nach Drachten in den Niederlanden verlegt. Und Autobauer Nissan  droht, eine gerade erst eröffnete Fabrik in Sunderland zu schließen, sollten sich Großbritannien und die EU nicht auf ein Handelsabkommen einigen. Damit sind hier 7000 Arbeitsplätze in Gefahr.

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„Die Konjunkturprogramme der Regierung werden den Aufschwung im Sommer sicher unterstützen, aber für den Herbst sieht es schlechter aus“, sagt Analyst Dan Hanson gegenüber Bloomberg. Die Hoffnungen ruhen nun auf der Bank of England. Die Zentralbank dürfte ihre Anleihenkäufe, auch von Unternehmensanleihen, wohl noch einmal investieren. Spätestens zum Jahreswechsel dürfte Großbritannien aber selbst in einem günstigen Pandemie-Verlauf nicht um ein neues Konjunkturprogramm herumkommen – insbesondere dann, wenn es bis dahin keine Einigung mit der EU gibt.

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