Hämeisen erhöht Krebsrisiko: In Fleisch und Wurst lauert Gesundheitsgefahr

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Hämeisen: “Krebszellen werden angefüttert”: In Fleisch und Wurst lauert unterschätzte Gesundheitsgefahr

Eisenmangel wird oft thematisiert. Kaum gesprochen wird über das Gegenteil, die häufige Überlastung durch Hämeisen, der Eisenform aus rotem Fleisch und Wurst. Dabei begünstigt es die Volkskrankheiten Diabetes, Krebs und Arteriosklerose. Wie Sie Ihren Eisenbedarf gesund decken.

Das Spurenelement Eisen ist für eine ganze Reihe von lebenswichtigen Stoffwechselfunktionen im Körper unersetzlich, versorgt als Bestandteil von Hämoglobin in den roten Blutkörperchen jede Körperzelle mit Sauerstoff. Eisenmangel, der sich durch Blutarmut (Anämie), Erschöpfung, Infektanfälligkeit zeigt, betrifft rund 20 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer in Deutschland. Das höhere Risiko von Frauen erklärt sich durch die Menstruation, sinkt entsprechend wieder, wenn die gebärfähige Lebensphase vorbei ist.

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Wie gefährlich der Überschuss an Eisen ist

Eisenmangel ist bekannt und viele ernährungsbewusste Menschen achten auf ausreichende Eisenzufuhr. Wesentlich mehr Menschen könnten jedoch alles andere als einen Eisenmangel aufweisen, nämlich ein Zuviel von diesem Spurenelement. Davon wissen vermutlich nur die wenigsten, obwohl damit ein hohes Risiko für Krankheiten verbunden ist.

Hämeisen und Nicht-Hämeisen, das sind die Unterschiede

Wichtig für diese Zusammenhänge ist zuallererst – es gibt die beiden bekannten, unterschiedlichen Formen von Eisen, wobei nur die eine gesundheitlich riskant sein kann:

1. Hämeisen, also zweiwertiges Eisen (Fe), vor allem in rotem Fleisch und Wurst enthalten. Hämeisen weist eine hohe Bioverfügbarkeit auf, der Körper kann immerhin 20 Prozent aus der Nahrung verwerten.

2. Nicht-Hämeisen, das dreiwertige Eisen (Fe3), aus pflanzlichen Nährstofflieferanten wie Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Nüssen, Ölsaaten und verschiedenen Gemüsesorten. Nicht-Hämeisen muss erst im Dünndarm zu einer Form von Fe oxidiert werden, damit es der Körper nutzen kann. Auf diese Weise kommen nur rund fünf Prozent des Eisens aus der Nahrung zur Wirkung.

Der Eisenbedarf liegt pro Tag bei 15 Milligramm für Frauen und 10 Milligramm für Männer.

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Unterschätztes Gesundheitsrisiko Hämeisen

Fest steht, dass die meisten Menschen in den Industrienationen mindestens ausreichend mit dem Spurenelement versorgt sind. Durch unsere fleisch- und wurstlastige Ernährung ist ein Großteil sogar überversorgt mit Hämeisen, und riskiert damit Krankheiten. Auf diese Zusammenhänge weisen verschiedene Studien hin.

„Wir gehen davon aus, dass zu viel Hämeisen durch Fleischverzehr negative Folgen für die Gesundheit haben kann“, erklärt Matthias Riedl, Vorstandsmitglied des Bundes der Deutschen Ernährungsmediziner (BDEM) und Diabetologe, Ernährungsmediziner, Internist, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor am Medicum Hamburg.

Viel Eisen aus Fleisch und Wurst ist nicht artgerecht für uns Menschen

Normalerweise kontrolliert zwar ein komplexer Mechanismus von Stoffen in Leber und Darm den Eisenspiegel. Wird zu viel Eisenspeicherprotein Ferritin gemessen, bremst der Körper die Resorption. „Bei großen Mengen von Hämeisen funktioniert das nicht ausreichend, der Körper nimmt es weiter auf, einfach, weil diese Eisenform extrem gut verwertbar ist“, sagt der Experte.

Die Ursache läge in unserer Evolutionsgeschichte, erklärt der Ernährungsmediziner. Bis vor zwei Millionen Jahren war der Mensch ein reiner Pflanzenesser, erst dann kam tierischer Beikonsum dazu. Das war mal mehr, meistens weniger Fleisch – auf jeden Fall sehr viel weniger als heute regelmäßig gegessen wird. Darauf ist der menschliche Organismus nicht eingerichtet.

Hämeisen füttert Krebszellen

Der Eisenüberschuss lagert sich dann in Bauchspeicheldrüse, Leber und Milz ab, kann damit die Organe belasten. Doch damit nicht genug. „Hämeisen kann über bestimmte chemische Verbindungen Mutationen fördern – etwa an Darmzellen, aber auch an anderen Zellen“, warnt der Internist.

Außerdem wirken diese Verbindungen zytotoxisch, können also Zellen nicht nur verändern, sondern auch beschädigen. „Und Krebszellen werden dagegen von Hämeisen sozusagen richtig angefüttert“, sagt der Experte. Maligne Zellen haben einen hohen Bedarf an dieser Form des Spurenelements. Ein hoher Konsum von Hämeisen führt also dazu, dass bestehende Krebszellen besser wachsen und dem Immunsystem gegenüber stärker sind.

Diabetes und Arteriosklerose trifft Fleischfans überdurchschnittlich häufig

Viele Ernährungsstudien haben neben dem Zusammenhang zwischen Hämeisen und Krebs noch zwei weitere negative Effekte des „Fleischeisens“ gezeigt:

1. Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen, die viel Wurst und Fleisch konsumieren, besonders häufig Typ-2-Diabetes haben.

2. Außerdem zieht diese Ernährungsvorliebe überdurchschnittlich häufig Arteriosklerose nach sich, mit den bekannten Folgekrankheiten Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Je höher der Fleischkonsum, umso höher sind also die Risiken für Krebs, Diabetes und Arteriosklerose. Was eigentlich dahinter steht: „Wenn sich der Mensch nicht ‚artgerecht‘ ernährt, also zu viel rotes Fleisch und Wurst isst und damit zu viel Hämeisen, wird er krank“, warnt Matthias Riedl. Bekanntlich gibt es bei Naturvölkern, die sich noch ursprünglich ernähren – sehr wenig Fleisch und keine Wurst essen – Arteriosklerose beispielsweise gar nicht.

Dreiwertiges Eisen aus Pflanzen wird zu zweiwertigem umgebaut

Hämeisen wirkt also eher negativ auf den Körper. Nicht-Hämeisen dagegen birgt diese Gesundheitsrisiken nicht – wird jedoch im Körper, um es verfügbar zu machen, in zweiwertiges Eisen umgewandelt. Wird es dann nicht ebenso ungünstig wie das zweiwertige Hämeisen? „Nein, denn das dreiwertige Eisen aus Pflanzen wird zwar zu einem zweiwertigen umgeformt, aber nicht zu Hämeisen“, stellt der Experte klar.

Gemüse und Obst mit besonders viel Eisen

Um den Körper ohne Fleisch ausreichend mit Eisen zu versorgen, bieten sich eine ganze Reihe von pflanzlichen Lebensmitteln an, die einen hohen Gehalt an Nicht-Hämeisen haben, etwa:

  • Linsen rund 2,7mg/100gr
  • Kichererbsen rund 2,7mg/100gr
  • Erbsen 1,5mg/100gr
  • Spinat 3,6mg/100gr
  • Pfifferlinge 6,5mg/100gr
  • Holunderbeere 1,6mg/100gr
  • Pinienkerne 9,2mg/100gr
  • Hirse 6,9mg/100gr
  • Leinsamen geschrotet 8,4mg/100gr
  • Amaranth 8,9mg/100gr

Bioverfügbarkeit von Eisen aus Gemüse und Obst intelligent aufwerten

Sicher, keines dieser Lebensmittel liefert so viel Eisen wie Fleisch. „Die Eisenverfügbarkeit aus den pflanzlichen Nahrungsmitteln lässt sich aber durch geschickte Kombination der Zutaten einer Mahlzeit erhöhen“, sagt Matthias Riedl. So verbessert etwa Vitamin C die Resorption. Vorschlag für einen entsprechenden Tagesplan:

  • Morgens: Haferflocken/Müsli mit Obst, ein Glas Orangensaft zum Frühstück oder Mittagessen,
  • Mittags: Hirsesalat mit Paprika (die Schoten sind ausgesprochen Vitamin-C-reich),
  • Abends: Vollkornnudeln mit Brokkoli oder Petersilienpesto

 

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Kaffee und Tee hemmen die Eisenverfügbarkeit

Allerdings gibt es auch Pflanzenstoffe, die hemmend auf die Eisenresorption wirken. Das sind etwa Phytate und Polyphenole, diese Pflanzenstoffe sind etwa in Kaffee und Tee enthalten. Verzichten Sie also während, direkt vor und nach einer eisenhaltigen Mahlzeit auf diese Getränke. In Vollkornprodukten dagegen spielt der Phytatgehalt eine geringere Rolle, da diese mit ihrem hohen Eisengehalt überzeugen.

Eisenbedarf gesund decken, auch bestimmtes Fleisch ist erlaubt

„Wer sich rein vegetarisch/vegan ernährt, kann jedoch trotzdem zu wenig Eisen bekommen, vor allem Frauen sind hier gefährdet“, sagt der Experte.

Vor allem Schwangere und Stillende sollten bei einem nachgewiesenen Eisenmangel Präparate einnehmen. Ansonsten gilt für alle eine ‚artgerechte‘ Lösung: Das bedeutet, eine kleine, moderate Fleischmahlzeit pro Woche, vorzugsweise Geflügelfleisch, weil weißes Fleisch statistisch nicht mit den genannten Krankheitsrisiken assoziiert ist.

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