“Hart aber fair”: Heinsberger Landrat gibt klare Antwort auf zynische Frage

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„Ab wann“, will ARD-Moderator Frank Plasberg wissen, „ist das Opfer der Gemeinschaft zu groß, um eine Minderheit zu schützen?“  Mag sein, dass mancher Zuschauer in seiner sozialen Distanz zu Hause vor dem Fernseher in diesem Moment ganz ohne Corona ein wenig Atemnot in der Brust verspürt hat. Wir haben gerade einen Montag überstanden, an dem die Wirtschaft in unserem Land wieder einen Milliardenbetrag an Umsatz eingebüßt hat – wie an jedem Tag dieser Krise. Wirtschaft: Das sind längst nicht nur „die Konzerne“. Das sind die kleinen Restaurants und Kneipen, die Taxifahrer, die Kleinunternehmer. Sie alle erleben Existenzängste, weil der Staat ihnen ihr Geschäftsmodell durch Ausgangssperren und Anordnungen entzieht. Müssen diese jüngeren Arbeitswilligen büßen, damit vor allem Ältere noch länger ihre Rente erleben dürfen?

Niemand kann sich hinter Paragraphen verschanzen

Diese Fragen klingen zynisch. Sie sind böse. Sie werden gestellt an diesem Talk-Abend. Wann also ist das Opfer der Gemeinschaft zu groß für eine Minderheit? Der ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam kann nur mit den Schultern zucken: „Da gibt es keine juristisch eindeutige Lösung.“ Niemand also kann sich hinter Paragraphen verschanzen. Aus seiner Praxis heraus gibt Stephan Pusch eine sehr klare Antwort. Die Minderheit opfern, damit es der Mehrheit gut geht? Der Landrat des extrem vom Corona-Virus betroffenen Landkreises Heinsberg sagt: „In so einer Gesellschaft will ich nicht leben.“

Taucherbrillen gegen die Toten

Der Extra-Reportage vor dem Talk gelingt es, die Massenangst auf das alltäglich Kleine, das alltäglich Furchtbare herunterzubrechen. Da sieht der Zuschauer ein Ehepaar, Nachbarskinder von einst, seit 55 Jahren verheiratet. Die Frau lebt mit Parkinson im Heim. Der Mann ist in der alten Wohnung geblieben. Besuchen darf er sie jetzt nicht mehr. „Warum“, stellt sich die Ehefrau jetzt die Frage, „warum kommt er nicht mehr?“ Der Zuschauer sieht auch den Bestatter, der sich mit Handschuhen, Mundschutz und Taucherbrillen auf das Bestatten von Corona-Toten vorbereitet. Der einsame Abschied am Grab, weil Bestattungen als Gruppe verboten sind, ist schon Alltag.

Ist der Mensch Feind des Menschen geworden?

„Die Zeichen der Liebe sind zum Feind der Liebe geworden“, staunt Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof und Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das klingt noch sehr theoretisch. Der Gottesmann berichtet davon, dass wieder Briefe geschrieben werden, schwärmt von der Kreativität der Gesellschaft, von den Kräften, „die Menschen zusammenbringen“. Moderator Plasberg lobt diese „Worte der Hoffnung“, bringt aber auch diese Frage sehr unmoderat auf den Punkt: „Wie lange kann man so leben, dass der Mensch des Menschen Feind ist?“ Auch da findet der Heinsberger Landrat Pusch eine Antwort. „Wir müssen solidarisch sein“, erklärt er. Und er fügt hinzu: „Das ist das einzige Medikament.“

Risiko – nicht nur für eine kleine Gruppe

Es ist ein Medikament, das viele nötig haben werden. Denn das Risiko betrifft nicht nur eine kleine Risikogruppe. „Ein Großteil der Bevölkerung wird sich infizieren“, befindet in diesem Talk der bösen Fragen der Top-Virologe Hendrik Streeck. Und die aktuellen Berichte verdeutlichen Tag für Tag: Es sind nicht allein die Rentner, die Corona umbringt. Es sterben auch die Jüngeren, jene ohne Vorerkrankungen. Wie sagt Landesbischof Bedford-Strohm: „Wir müssen lernen, uns dem Tod zu stellen.“


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