Hoffnung auf Corona-Hilfen beflügelt US-Börse | Aktuell Welt | DW

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Zunächst der Blick in die USA: Investoren hoffen dort darauf, dass der Senat grünes Licht für das Programm gibt, mit dem die Folgen der Coronavirus-Pandemie für die USA abgemildert werden sollen. Das Hilfspaket  könnte ein Volumen von bis zu zwei Billlionen Dollar haben. “Die Leute sind aufgewacht und haben realisiert, dass das Paket verabschiedet wird”, sagte Jake Dollarhide, Chef der Vermögensverwaltung Longbow in Tulsa, Oklahoma. “Es gibt einen Plan, und die Welt wird morgen auch noch existieren und den folgenden Tag und die Woche darauf.”

Trifft es die USA am härtesten?

Hochrangige Demokraten und Republikaner äußerten sich zuversichtlich, dass es bald zu einer Einigung kommt. Das Paket soll die schlimmsten Folgen der Coronavirus-Pandemie abfedern. Auch in den USA steht inzwischen das öffentliche Leben weitgehend still. Die Zahl der Neuinfektionen steigt rapide, inzwischen sind 544 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit gestorben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht sogar davon aus, dass die USA zum Zentrum der Pandemie werden. Die Metropole New York entwickelt sich dabei zunehmend zum Brandherd. US-Vizepräsident Mike Pence sagte, inzwischen kämen 60 Prozent aller neuen Fälle in den USA aus dem Großraum New York. Die Infektionsrate in der Ostküstenmetropole liege bei eins zu eintausend – rund fünf bis zehn Mal höher als in dem ebenfalls schwer betroffenen Bundesstaat Washington an der Westküste der USA. Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, dazu auf, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben.

Milliarden Inder müssen zu Hause bleiben

In Indien gilt ab sofort für die 1,3 Milliarden Einwohner des Landes eine Ausgangssperre. Die Maßnahme wurde zunächst für die kommenden 21 Tage verhängt. Premierminister Narendra Modi sagte in einer im Fernsehen übertragenen Rede: “Wenn wir diese 21 Tage nicht gut bewältigen, dann wird das Land um 21 Jahre zurückgeworfen. Viele Familien werden für immer zerstört”, sagte der Premier. Modi fügte warnend hinzu: “Wenn ihr eure Türschwellen überschreitet, dann ladet ihr die gefürchtete Pandemie nach Hause ein.”

Coronavirus - Indiens Premierminister Narendra Modi (picture-alliance/dpa/PTI/Twitter)

Was Premier Modi via TV verkündete, betrifft 1,3 Milliarden Inder

Nachdem etliche Inder direkt nach der Rede in großen Mengen Lebensmittel kauften, rief Modi sie auf, keine Hamsterkäufe zu tätigen. Das indische Innenministerium stellte klar, dass Lebensmittelläden, Apotheken und Banken weiter offen seien. Metros, Züge, Rikschas und Flüge im In- und Ausland operieren in Indien inzwischen nicht mehr. Seit Montag galt bereits eine Ausgangssperre in vielen Regionen und großen Städten Indiens.

Nur in China leben mehr Menschen

Bisher wurden 508 Menschen in Indien nach Angaben des Gesundheitsministeriums positiv auf das Coronavirus getestet. Zehn Menschen sind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Zahlen sind im Vergleich zur Gesamt-Bevölkerung Indiens noch relativ klein. Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Welt mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

In den vergangenen Tagen hatte Indien vergleichsweise wenige Corona-Tests durchgeführt. Eine Erklärung für die noch niedrigen Zahlen könnte allerdings auch die Tatsache sein, dass das Land schnell und früh strenge Maßnahmen ergriffen hatte. Indien war unter den ersten Nationen, die fast allen Ausländern die Einreise untersagten.

London setzt auf Freiwillige in großer Zahl

In Großbritannien kündigte die Regierung an, sie wolle den Nationalen Gesundheitsdienst NHS im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie mit 250.000 Freiwilligen verstärken. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, knapp 12.000 NHS-Mitarbeiter im Ruhestand seien bereits einem Aufruf der Regierung gefolgt, in den aktiven Dienst zurückzukehren.

Die Zahl der Toten durch die von dem neuartigen Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit Covid-19 in Großbritannien stieg unterdessen um 87 auf 422. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 8000. Die tatsächliche Zahl dürfte aber erheblich höher sein. In Großbritannien wurden bislang nur rund  82.000 Menschen getestet, weit weniger als beispielsweise in Deutschland. 

Hilfe in Deutschland

Dort haben inzwischen mehrere Landesregierungen zugesagt, die EU-Partner Italien und Frankreich bei der Behandlung schwerkranker Corona-Patienten zu unterstützen. Bayern wolle einige schwerkranke Italiener zur Behandlung aufnehmen, gab Ministerpräsident Markus Söder bekannt. “Wir wollen auch da ein Signal der Humanität setzen.” Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet sagte die Aufnahme von zehn Patienten aus dem besonders leidenden Norditalien zu. “Wir wollen signalisieren: Ihr seid nicht allein.”

Die beiden bevölkerungsreichsten Bundesländer folgen damit Beispielen aus Baden-Württemberg, Sachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Dort sind bereits erste Corona-Notfälle aus dem Ausland in Kliniken untergebracht.

haz/rb (rtr, afp, ap, dpa)




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