In China wächst die Angst vor der zweiten Corona-Welle | Aktuell Asien | DW

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China hat den höchsten Anstieg bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit April gemeldet. Binnen eines Tages seien 57 neue Infektionsfälle registriert worden, teilte die nationale Gesundheitskommission mit. 36 der Fälle traten demnach in der Hauptstadt Peking auf und wurden offenbar nicht aus dem Ausland eingeschleppt. Auch in der nordöstlichen Provinz Liaoning gab es den Angaben zufolge zwei Infektionsfälle, die nicht aus dem Ausland kamen. Bei diesen beiden Infizierten handelte es sich demnach um Kontaktpersonen von Patienten aus Peking.

10.000 Marktmitarbeiter werden getestet

Die Neuinfektionen stehen nach Behördenangaben im Zusammenhang  mit einem nahegelegenen Großmarkt. Der Xinfadi-Markt im Pekinger Stadtviertel Fengtai, der rund 90 Prozent des Gemüses und Obstes der 20-Millionen-Metropole liefert, wurde geschlossen. Im Umfeld wurden elf Wohnviertel abgeriegelt sowie neun Kindergärten und Grundschulen zugemacht. Rund 10.000 Händler und Mitarbeiter des Marktes sollen getestet werden. Der Xinfadi-Markt ist der größte in Peking und hat eine Fläche von 112 Hektar – umgerechnet rund 150 Fußballfelder. Er soll umfassend desinfiziert werden. Die Zeitung “Global Times” zitierte Experten, nach deren Ansicht die Versorgung der chinesischen Hauptstadt mit Lebensmitteln beeinträchtigt werden dürfte.

Blick auf einen weiteren Eingang des Großmarktes in Peking (Foto: Reuters/)

Blick auf einen weiteren Eingang des Großmarktes in Peking

Am Donnerstag war in Peking erstmals seit zwei Monaten wieder ein Corona-Infektionsfall festgestellt worden. Bei dem Infizierten handelte es sich um einen Besucher des Xinfadi-Markts, der in letzter Zeit nicht gereist war. In der Volksrepublik wächst daher die Angst vor einer zweiten Corona-Infektionswelle. Die ursprünglich für kommenden Montag geplante Öffnung der Grundschulen wurde wegen des neuen Infektionsherds verschoben. Auch alle Sportveranstaltungen sowie Gruppenreisen in andere Provinzen wurden abgesagt.

Zuletzt fast nur “importierte” Fälle

China, das als Ursprungsland des neuartigen Coronavirus gilt, hatte die Ausbreitung des Erregers SARS-CoV-2 nach offiziellen Angaben durch strikte Ausgangsbeschränkungen weitgehend unter Kontrolle gebracht. Bei der Mehrzahl der Fälle in den vergangenen Monaten handelte es sich demnach um aus dem Ausland zurückkehrende Menschen, die bei ihrer Einreise nach China positiv getestet wurden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Erreger ursprünglich vom Tier auf den Menschen übergesprungen ist, möglicherweise auf einem Wildtiermarkt in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan.

sti/as (afp, dpa, rtr)



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