In New York: “Patienten kommen mit Atemproblemen – Stunden später sind sie tot”

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New York hat sich in rasanter Geschwindigkeit zum Zentrum der Corona-Krise in den USA entwickelt. Mit Blick auf die steigenden Coronavirus-Fälle in seiner Stadt befürchtet der New Yorker Arzt Shamit Patel das Schlimmste. “Wir haben unsere Kapazitäten noch nicht überschritten, aber wir planen die Überschreitung der Kapazitäten ein”, sagte Patel der Nachrichtenagentur AFP. 

Noch vor zehn Tagen sei nur die Hälfte seiner Patienten im Krankenhaus Beth Israel in Manhattan Coronavirus-Infizierte gewesen, sagte Patel. Doch die Zahl der Neuinfektionen steige in New York exponentiell. “Gemessen an der Rate, die ich beobachte, könnte der Höhepunkt irgendwann zwischen Ende dieser Woche und einem Zeitpunkt in der nächsten Woche erreicht sein”, sagte Patel.

Allein in New York starben bereits 790 Menschen am Coroanvirus

Gemessen an den Infektionszahlen sind die USA inzwischen das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 164.000 Menschen haben sich offiziellen Angaben zufolge angesteckt, mehr als 3000 Infizierte starben. Allein in der Stadt New York wurden bereits 36.000 Infektionen registriert, 790 Menschen starben.

“Die Lage ist eine Herausforderung”, sagt Paul Haser, Direktor des Gefäßlabors und Assistenzprofessor für Chirurgie am “Brookdale Hospital Medical Center” im New Yorker Stadtteil Brooklyn, zur “Bild“-Zeitung. An nur einem einzigen Tag seien im “Brookdale” zuletzt 13 Menschen gestorben, berichtet der Arzt.

“Ich habe Patienten gesehen, die mit leichten Atemproblemen hierherkamen und Stunden später tot waren”

Hasers Kollege Don Kohan, Chirurg und Spezialist für kritische Versorgung, spricht von einem “grässlichen Erreger”. Überraschend sei für die Mediziner gewesen, dass das Virus “nicht nur die Lunge angreift, sondern auch andere Organe, das Gehirn, die Nieren, das Herz und den Magendarm-Trakt.” Haser zur “Bild”-Zeitung: “Ich habe Patienten gesehen, die mit leichten Atemproblemen hierherkamen und Stunden später tot waren.” Sie starben an multiplen Organversagen. Dass der Körper derart abschalte, sehe man bei kaum einer Virusinfektion. Das sei “wirklich schockierend”.

Wegen des Fehlens geeigneter Arzneimittel würden die Patienten vielerorts in die künstliche Beatmung genommen. Es gebe sogar Krankenhäuser, wo die Patienten direkt ins künstliche Koma versetzt würden, berichten die Ärzte.

Alles weiteren Informationen zum Coronavirus lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Beinahe täglich heben der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio und der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, derzeit die Notwendigkeit nach mehr Beatmungsgeräten hervor. 400 zusätzliche Geräte müssten bis Ende der Woche in der Stadt eintreffen, sagte De Blasio am Montag. Der kommende Sonntag sei der alles entscheidende Tag für New York.

Internist warnt vor Engpässen bei der Versorgung

Der New Yorker Mediziner Patel befürchtet ein Szenario wie in manchen Regionen Norditaliens, wo Ärzte wegen der überwältigenden Zahl an Patienten entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer sterben muss. In der Krise müssten Ärzte ihre Patienten schneller diagnostizieren und Therapiemaßnahmen festlegen, sagte der Internist. Wahrscheinlich müsse die Zahl der Patienten pro Arzt “verdoppelt oder verdreifacht” werden, sagte der 46-Jährige weiter. Dies könne jedoch nicht bis ins Unendliche fortgesetzt werden, weil dann keine wirksame Behandlung mehr möglich sei.

Auch möglichen Engpässen bei der Versorgung sieht der Internist mit Sorge entgegen, vor allem mit Blick auf Beatmungsgeräte. Wenn viele Patienten auf einmal ins Krankenhaus kämen, die künstlich beatmet werden müssten, “dann müssen Sie anfangen, auszuwählen”, sagte er.

Feldlazarett im Central Park

Die Hilfsorganisation Samaritan’s Purse errichtete am Sonntag im New Yorker Central Park ein Feldlazarett zur Versorgung von Corona-Patienten. Normalerweise ist die in den 70er Jahren gegründete Organisation in von Krieg oder Naturkatastrophen heimgesuchten Krisengebieten tätig.

Zur Entlastung der Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise ist auch ein Lazarettschiff des US-Militärs im Hafen von New York angekommen.

Die “USNS Comfort”, die am Montagmorgen (Ortszeit) an der Westseite Manhattans anlegte, habe 1000 Betten und 12 Operationssäle und könne innerhalb der kommenden 24 Stunden die ersten Patienten aufnehmen, teilten die lokalen Behörden am Montag mit.

Auf dem Schiff sollen Patienten versorgt werden, die nicht mit dem Virus infiziert sind – um so in den Krankenhäusern der Stadt Betten für Coronavirus-Patienten frei zu machen. Zuletzt hatte die “USNS Comfort” nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 im Hafen von New York angelegt.

Trump warnt vor “sehr, sehr schmerzhaften zwei Wochen”

US-Präsident Donald Trump hatte die US-Bevölkerung am Dienstag davor gewarnt, dass sich die Corona-Krise in den nächsten zwei Wochen weiter verschlimmern werde. Dem Land stünden “sehr, sehr schmerzhafte zwei Wochen” bevor. Der Präsident appellierte an alle Bürger, “auf die harten Tage vorbereitet zu sein”.

Trump war in den ersten Wochen der Krise vorgeworfen worden, das Ausmaß der Bedrohung zu verharmlosen.

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