Integration von Flüchtlingen erfolgreich | Aktuell Deutschland | DW

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Die Integration der Menschen ist nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf einem guten Weg, braucht aber noch Zeit und weitere gezielte Hilfen. Das gehe aus mehreren Studien über die berufliche und schulische Situation hervor, bilanzierten Forscherinnen des Instituts.

Demnach haben in den drei Jahren nach ihrer Ankunft in Deutschland 43 Prozent der Geflüchteten eine Beschäftigung gefunden. Bei Frauen sei der Anteil geringer als unter Männern, Hauptgrund sei die Betreuung der Kinder, hieß es. Die Integration von Frauen mit Fluchthintergrund auf dem Arbeitsmarkt sei aber auch deshalb vergleichbar schlechter, weil sie seltener alleine nach Deutschland kommen als Männer.

Deutschland Flüchtlinge kommen in Berlin an (Getty Images/S. Gallup)

Geflüchtete Frauen finden in Deutschland schwieriger eine Beschäftigung als Männer

Die meisten Flüchtlinge sind gebildet

Die Erwartungen der Flüchtlinge über ihre Integration haben sich allerdings nur teilweise erfüllt. Bei der ersten Befragung 2016 gingen zwei Drittel davon aus, dass sie binnen zwei Jahren Arbeit finden würden. Ein Drittel konnte aber anders als erhofft keinen Arbeitsplatz finden. “Insbesondere weibliche Geflüchtete, Geflüchtete mit schlechterer psychischer Gesundheit und Geflüchtete mit Grundschulbildung konnten ihre hohen Erwartungen an eine Erwerbstätigkeit im Jahr 2018 nicht erfüllen”, heißt es in der Studie.

Die meisten Migranten bringen jedoch gute Voraussetzungen mit, da sie in ihrer Heimat zur besser gebildeten Hälfte der Gesellschaft gehörten. Dies trifft etwa auf drei Viertel der nach Deutschland geflüchteten Syrer zu.

Flüchtlinge in einem Kurs an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig (picture-alliance/dpa/S. Willnow)

Viele Flüchtlinge bringen hohe Bildungsabschlüsse mit

Aufgrund der hohen Ausbildungsstandards in Deutschland gelten viele Berufsabschlüsse aber als niedriger, daher müssten für den Zugang zum Arbeitsmarkt oftmals zusätzliche Hürden überwunden werden. Insbesondere Frauen und psychisch geschwächte Zuwanderer müssten bei der Integration in den Arbeitsmarkt daher stärker unterstützt werden, erklärte DIW-Forscherin Katharina Spieß.

Fast alle Kinder sprechen Deutsch

Die Untersuchungen kommen weiterhin zu dem Ergebnis, dass Kinder und Jugendliche an Schulen meist gut integriert sind. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) besuchen eine Ganztagsschule. Die Identifikation mit der Schule sei sogar stärker als bei einheimischen Kindern, stellten die Forscherinnen fest. Sprachlich sind die Kinder ihren Eltern voraus: Nahezu alle (90 Prozent der Zwölfjährigen) reden mit ihren Freundinnen und Freunden Deutsch.

In Berlin verteilten Geflüchtete, die sich beim Flüchtlingsdienst engagieren, während des Corona-Shutdowns Lebensmittel-Gutscheine an Familien und Bedürftige (JRS Deutschland)

Auch ehrenamtliches Engagement stärkt die Integration

Außerhalb der Schule sieht es zum Teil anders aus. So liegt die Mitgliederquote in Sportvereinen um 18 Prozentpunkte niedriger als bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund. Gerade der gemeinsame Sport könne zur Integration beitragen, mahnte Spieß.

Sorge vor wachsender Fremdenfeindlichkeit

Die vier Studien basieren auf einer gemeinsamen repräsentativen Befragung von Geflüchteten durch das DIW, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Insgesamt wurden dabei knapp 8000 Menschen befragt, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen waren.

Die Sorgen in der deutschen Bevölkerung vor der Zuwanderung sanken: von 46 Prozent im Jahr 2016 auf 32 Prozent im Jahr 2018. Auf der anderen Seite steigen laut DIW die Sorgen der Geflüchteten vor Fremdenfeindlichkeit.

cw/qu (afp, dpa, epd, kna rtr)



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