Irak: Entführte Deutsche Hella Mewis ist wieder frei | Aktuell Nahost | DW

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Die in der irakischen Hauptstadt Bagdad verschleppte deutschen Kuratorin Hella Mewis ist wenige Tage nach ihrer Entführung wieder frei. Sicherheitskräfte hätten Mewis befreit, sagte Militärsprecher Jahia Rasul der Deutschen Presse-Agentur. Details zu dem Einsatz nannte er nicht. Unklar blieb auch, ob es in vergangenen Tagen Verhandlungen mit den Entführern gegeben hatte. Die Aktivistin Sirka Sarsam, die mit Mewis befreundet ist, bestätigte die Freilassung. “Wir haben vorläufige Informationen von der Einsatzführung erhalten, dass Sicherheitskräfte Hella befreit haben.” Das Militär werde im Lauf des Tages weitere Details bekanntgeben.

Druck auf Regierung und Sicherheitsbehörden

Bewaffnete Männer hatten Mewis am Montagabend im Stadtzentrum von Bagdad in ihre Gewalt gebracht. Dort liegt auch das Kulturinstitut Bait Tarkib, an dessen Aufbau Mewis arbeitete. Mewis wurde in Berlin geboren, lebt seit mehreren Jahren in Bagdad und hat dort an vielen Kunst- und Kulturprojekten mitgewirkt. Sie arbeitet auch als freie Mitarbeiterin und Beraterin für das Goethe-Institut. Sarsam und weitere Freunde von Mewis hatten in den vergangenen Tagen versucht, in dem Fall den Druck auf die irakische Regierung und Sicherheitsbehörden zu erhöhen.

Die irakische Aktivistin Sirka Sarsam, die mit Hella Mewis befreundet ist (Foto: picture-alliance/dpa/A. Al Mohammedaw)

Die irakische Aktivistin Sirka Sarsam, die mit Hella Mewis befreundet ist

Mewis gilt in Bagdad als gut vernetzt und hat Kontakte zu Künstlern und Intellektuellen sowie in die Politik. Bisher bekannte sich niemand zu der Entführung. Der Verdacht richtete sich bisher vor allem gegen die irantreue Schiitenmiliz Kataib Hisbollah und die sunnitische Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS). Ein Sprecher von Kataib Hisbollah stritt eine Beteiligung der Miliz aber indirekt ab. Zellen des IS sind im Irak weiter aktiv. Die Gruppe hat dort in den vergangenen Jahren aber an Einfluss verloren.

Mehrere Entführungen von Bundesbürgern 

Im Irak wurden nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003 mehrfach deutsche Staatsbürger entführt. 2005 wurde die Archäologin Susanne Osthoff verschleppt und nach 23 Tagen Geiselhaft wieder freigelassen. 2006 wurden Thomas Nitzschke und René Bräunlich entführt, Techniker eines Leipziger Anlagenbauers. Sie kamen mehrere Monate später frei. 2007 wurden die Deutsche Hannelore Krause und ihr damals 20 Jahre alter Sohn Sinan in Bagdad entführt. Die Mutter wurde freigelassen. Ob Sinan noch lebt, ist bis heute unklar. 

sti/se (ap, dpa)



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