Italien, Spanien, Ägypten: Gibt es noch Hoffnung für Sommerurlaub der Deutschen?

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Sommerurlaub auf der Kippe: Italien, Spanien, Ägypten: Gibt es noch Hoffnung für den Sommerurlaub der Deutschen?

Die Corona-Krise schränkt Deutschland und seine Bürger wohl noch wesentlich länger ein als nur einige Wochen. Nach dem Osterurlaub könnte dem Virus auch der Sommerurlaub 2020 zum Opfer fallen. Wie sieht es in den liebsten Urlaubszielen der Deutschen im Ausland aus?

Strandurlaub an der Adria, Wandern in Österreich oder nur mal eine kleine Städtetour nach Paris – was davon in diesem Sommer möglich sein wird, ist noch völlig unklar. Dass die Corona-Pandemie alle Osterurlaubspläne über den Haufen geworfen hat, ist von den meisten noch als alternativlos akzeptiert worden. Aber was wird, wenn Auslandsreisen auch in der Hauptferienzeit von Juni bis August noch nicht möglich sind, wenn ganz Deutschland im Sommer zu Hause bleiben muss? Weil das Thema so brisant ist, wagte lange Zeit niemand eine Prognose, ob das so kommen kann.

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Aber jetzt preschen die Ersten vor. “Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein”, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag. Kurz darauf zog der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), nach. “Der Sommerurlaub dieses Jahr wird wahrscheinlich eher in Deutschland stattfinden”, sagte er der Funke Mediengruppe.

Bundesregierung wartet noch ab – Maas äußert sich vorsichtig

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) geht noch nicht so weit. “Solange es Ausgangssperren gibt in vielen Ländern, wird dort auch kein Urlaub zu machen sein”, sagt er zwar, fügt aber hinzu: “Wir werden das von Woche zu Woche entscheiden.”

Maas ist derjenige, der den Hebel in der Hand hat, um das Startsignal für den Sommerurlaub im Ausland zu geben. Er hatte Mitte März für alle Länder dieser Welt eine Reisewarnung für Touristen ausgegeben – ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik. Für eine Aufhebung müsste eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt sein:

Zunächst einmal müssten touristische Reisen innerhalb Deutschlands wieder ermöglicht werden. Bis zum 3. Mai gilt: Im Inland sollen selbst überregionale Tagesausflüge unterlassen werden, die Hotels sind geschlossen. Am 30. April soll neu entschieden werden.

Die Grenzen müssten wieder für den Reiseverkehr geöffnet, Flugverbindungen wieder aufgenommen werden. Dafür wünscht sich Maas eine europäische Abstimmung. Das wird nicht ganz einfach: Bei der Schließung der Grenzen handelten die EU-Mitgliedstaaten zunächst auf eigene Faust. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen machte jedenfalls jüngst wenig Hoffnung auf eine Rückkehr zum kontrollfreien Reiseverkehr in Europa.

Es muss sicher sein, dass Auslandsreisende auch ohne Probleme wieder zurückkommen können. Das Auswärtige Amt hat gerade erst in einem beispiellosen Kraftakt mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften mehr als 240 000 wegen der Corona-Krise gestrandete Touristen nach Hause zurückgeholt. Das soll eine Ausnahme bleiben.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem News-Ticker .

Düstere Aussichten in den Hauptreiseländern: Italien und Frankreich rechnen mit dem Schlimmsten

Letztlich hängt alles davon ab, wie sich die Situation in den Hauptreisezielen entwickelt, die zum Teil zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern gehören. Und da sieht es derzeit noch düster aus:   

Italien: Der Tourismus ist der am heftigsten von der Krise getroffene Geschäftszweig in dem Land. Zigtausende Arbeitsplätze hängen davon ab. Daher blühen allerlei kuriose Ideen, wie man einen sichereren Strandaufenthalt garantieren könnte. Es wird über Zulassungsbeschränkungen an Stränden genauso diskutiert wie über Desinfektionsmittel an Sonnenliegen oder Maskenpflicht beim Sonnen.

Doch kaum jemand rechnet damit, dass der Tourismus zum Sommer wieder hochfährt. “Wir können erst öffnen, wenn es absolute Sicherheit gibt. Wer will sich schon an den Strand legen, wenn er Angst vor Ansteckungen hat”, sagte Mauro Vanni vom Verband der Badeanstalten in der Urlaubsstadt Rimini. Da seien auch absurde Ideen wie Plexiglas-Boxen um die Sonnenliegen oder desinfizierte Tunnel zum Strand nutzlos.  

Frankreich: Die Tourismusindustrie geht davon aus, dass in diesem Sommer Millionen ausländischer Touristen fernbleiben. Gesundheitsminister Olivier Véran betonte, dass während und auch nach einer Pandemie nicht die richtige Zeit für große internationale Mobilität sei. Die Regierung riet zuletzt davon ab, aktuell eine Reise zu buchen, weil die Situation noch zu unsicher sei. Das bedeute aber erstmal nicht, dass die Menschen dieses Jahr den Sommerurlaub ganz streichen müssen. Der Chef der Staatsbahn SNCF, Jean-Pierre Farandou, erklärte, er hoffe, dass bis Anfang des Sommers wieder 100 Prozent der TGV-Züge fahren. 

Spanien gibt düstere Prognose ab – Österreich und Türkei wecken Hoffnung

– Spanien: Party auf Mallorca, Relaxen auf den Kanaren? Eher nicht. Der Tourismus werde in Spanien nicht vor Jahresende in Gang kommen, warnte die Regierung in Madrid dieser Tage. Das Land werde die touristischen Aktivitäten erst dann wieder aufnehmen, wenn es “Garantien für außerordentlich sichere Bedingungen” gebe, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero.

Im Sommer werde es mit Sicherheit noch nicht so weit sein, meinte Arbeitsministerin Yolanda Díaz. Sie warnte nicht nur die Tourismusbranche, sondern auch das Gastgewerbe sowie den Kultur- und den Fernverkehrssektor, dass in diesen Bereichen erst gegen Jahresende mit einer Reaktivierung gerechnet werden könne.

– Österreich: Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hat in Sachen Reisemöglichkeiten im Sommer Gesprächsbereitschaft gegenüber Deutschland angedeutet. “Die Einschränkung der Reisefreiheit wird uns in den nächsten Monaten noch erhalten bleiben”, sagte die ÖVP-Politikerin der Zeitung “Die Presse” (Sonntag).

“Wenn Länder aber auch auf einem sehr guten und positiven Weg sind, wie beispielsweise Deutschland, dann gibt es durchaus auch die Möglichkeit, dass man sich bilateral einigt.” Sie antwortete damit auf die Frage, ob Touristen im Sommer nach Österreich kommen und umgekehrt Österreicher ins Ausland fahren können. Deutsche Touristen hatten in der Sommersaison 2019 mehr als 37 Prozent der Übernachtungen in Österreich gebucht.

– Türkei: Immerhin aus der Türkei kommen zuversichtliche Töne. Europa sei schon wieder auf dem Weg zur Besserung, so dass Gäste noch im Juni langsam wieder mit dem Reisen beginnen könnten, sagt Osman Ayik von der Türkischen Hotelföderation. Er hofft auf eine Aufbruchsstimmung nach der Aufhebung der Beschränkungen: Dann könnten die Menschen erst recht wieder danach dürsten, zu reisen.

Ägypten verliert bis zu einer Milliarde pro Monat

– Ägypten: Die Strände von Hurghada sind menschenleer. In dem beliebten Badeort in Ägypten sind die Liegen dieser Tage zu Türmen gestapelt, kein einziger Tourist ist unter den Sonnenschirmen zu sehen. Wegen der Corona-Krise sind Urlauber abgereist, Hotels und Restaurants wurden geschlossen. Die Hotels in Hurghada seien nur noch mit dem nötigsten Personal besetzt, sagt der aus Mannheim stammende Marcel Lauck, der in Hurghada eine Bar betreibt. “In den Straßen ist einfach nix mehr los. Man sieht nur noch ein paar Jogger. Das Meer ist auch abgesperrt.”

Auch die Strände in Scharm El-Scheich, ein weiterer beliebter Badeort in Ägypten, seien verlassen, berichten Anwohner. Der Ort lebt wie Hurghada – und Ägypten überhaupt – sehr stark vom Tourismus. Mehr als 13 Millionen Urlauber besuchten das nordafrikanische Land 2019. Viele Deutsche reisen regelmäßig an, um etwa am Strand zu entspannen oder Tauchen zu gehen. Durch das Coronavirus sind diese Einnahmen jetzt weggebrochen. Einige Experten vermuten, dass die Branche wegen der Krise pro Monat Verluste in Höhe von einer Milliarde Dollar macht.

Griechenland hofft auf den Juni und einen Neustart 2021

– Griechenland: Bis zum 15. Mai gibt es keine Passagierflüge von Deutschland nach Griechenland, wo noch bis einschließlich 27. April eine Ausgangssperre verhängt ist. Nur 300 Hotels sind derzeit landesweit geöffnet, während tausende seit Mitte März geschlossen bleiben müssen. Im Juni, so hofft man, können viele davon wieder öffnen.

Dass die Einschränkungen im Flug- und im Schiffsverkehr verlängert werden, ist wahrscheinlich. “Es ist sehr schwierig, in diesen Zeiten vorauszuplanen, weil wir nicht wissen, wie lange die Angst vor dem Coronavirus andauern wird”, sagte der Präsident des griechischen Hotelierverbandes, Grigoris Tasios, dem “Greek Reporter”. Er hoffe darauf, die griechische Touristensaison am 1. Juli beginnen zu können. “Aber dies ist spekulativ, da alles davon abhängen wird, wie sich die Virus-Situation entwickeln wird”, sagte Tasios.

Der Fokus richtet sich dennoch bereits auf das kommende Jahr. Vize-Tourismusminister Manos Konsolas sagte, das Jahr 2021 werde den Neustart der Tourismuswirtschaft markieren. Für diesen Neustart hat der griechische Tourismusverband (SETE) einen Zehnpunkteplan vorgelegt, wie sich die Wirtschaft von der Krise durch Covid-19 erholen kann, berichtet die Athener Morgenzeitung “Kathemerini”.

Die Reiseveranstalter geben den Sommer noch nicht verloren

Auch große Veranstalter in Deutschland geben die bis Oktober laufende Sommereisesaison noch nicht verloren – das gilt auch für das wichtige Auslandsgeschäft. Branchenprimus Tui gibt sich optimistisch. “Wir gehen davon aus, dass wir im Hochsommer wieder Gäste in verschiedene Urlaubsziele fliegen werden”, sagte ein Unternehmens-Sprecher.

Derzeit nutzt das Unternehmen die Zeit, um sich vorzubereiten. Tui stehe in engem Austausch mit den Regierungen auch in den Urlaubsländern und entwickele gemeinsam mit Hotelpartnern umfangreiche Sicherheits- und Hygiene-Standards. Das gelte auch für die Kreuzfahrtschiffe und Flugzeuge des Konzerns. “Sobald die Menschen wieder reisen können, werden sie das tun. Wir sind dann entsprechend startklar und in der Lage, wieder Reisen anzubieten”, sagte der Tui-Sprecher.

Auch FTI ist davon überzeugt, “dass die Deutschen nach der langen Zeit zuhause sicher so schnell wie möglich wieder verreisen wollen, vielleicht sogar mehr denn je”. Den Sommer hat der Veranstalter noch nicht gänzlich abgeschrieben. Eine rasche Entscheidung über ein mögliches Ende der Reisewarnung wäre aus Sicht der Münchner allerdings “hilfreich und wünschenswert”.

Die FTI-Tochter MP Hotels bereitet sich demnach für die Wiedereröffnungen der einzelnen Häuser vor. “So gibt es beispielsweise die Überlegung, Hotels nur mit maximal halb so vielen Gästen wie möglich zu belegen, um Mindestabstandsregeln in öffentlichen Bereichen oder am Pool ohne Probleme einhalten zu können”, erläuterte eine FTI-Sprecherin.

Mehr aus dem Reise-Ressort

  • Auch in Ägypten macht das Coronavirus der Tourismusbranche zu schaffen. Von dunkelblau bis türkis färbt sich das Meer, das zu dieser Jahreszeit normalerweise unzählige Urlauber nach Ägypten lockt. Aber die Strände von Hurghada sind wegen der Corona-Krise derzeit menschenleer. Mehr lesen Sie hier.
  • Die Menschen bangen um ihren Sommerurlaub. Wird das grassierende Coronavirus auch noch unseren Strandurlaub vermiesen? Nicht wenn es nach einer italienischen Firma geht: Die will Plexiglasboxen für Strandurlauber herstellen. Mehr lesen Sie hier.
  • Gute Nachrichten für Bahnfahrer mit einer Bahncard: Die Deutsche Bahn hat eine neue Kulanzregelung eingeführt, mit der Kunden einen Gutschein beantragen können. Die Regelung gilt ab sofort, allerdings kann die Bearbeitung einige Wochen dauern. Mehr lesen Sie hier.
 

Urlauber reagieren gespalten – mehr als ein Viertel hält an Plänen fest

“Dieser Reisesommer wird sicher anders sein als in den Jahren zuvor”, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, dem “Tagesspiegel” (Samstagsausgabe). Eine Lockerung der Reisebeschränkungen werde schrittweise und mit Bedacht erfolgen. Urlaubsreisen würden daher zunächst nur in bestimmten Regionen Deutschlands möglich sein.

“Auch in einigen europäischen Ländern, die die Corona-Pandemie gut gemeistert haben, wird es in einem zweiten Schritt wahrscheinlich möglich sein, Reisen unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen zu unternehmen”, sagte Fiebig der Zeitung weiter.

Und was machen die Urlauber? Sie sind gespalten. Nach dem ARD-“Deutschlandtrend” haben 14 Prozent der Deutschen ihren Urlaub bereits storniert, 21 Prozent haben geplante Buchungen verschoben. 28 Prozent wollen der Umfrage zufolge dagegen noch an ihren Reiseplänen festhalten. 31 Prozent hatten ohnehin nicht vor, zu verreisen.

Flugverkehr: Viel Abstand und Maskenpflicht an Bord – auch Fiebermessen eine Option

Beim Wiederanlaufen des Flugbetriebs könnten Passagiere zum Tragen von Schutzmasken verpflichtet werden. Ein entsprechender Vorschlag für die Zeit vom Boarding über den gesamten Flug bis nach dem Verlassen des Flugzeugs findet sich in einem Konzeptpapier der deutschen Luftfahrtbranche, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Das 20-Punkte-Programm sieht zudem an den Flughäfen zahlreiche Maßnahmen vor, um das corona-bedingte Abstandsgebot einhalten zu können. Dazu gehören unter anderem luftigere Warteschlangen und -bereiche, der Einsatz von mehr Passagierbussen und zeitlich gestreckte Prozesse etwa beim Einsteigen und der Gepäckabfertigung.

An den Abflughäfen könnten zudem gezielt Passagiere auf Fieber überprüft werden. Grundsätzlich müssten die Fluggäste bereits beim Einchecken erklären, dass sie keine ansteckenden Krankheiten haben.

In dem Papier nicht enthalten ist hingegen der jüngste Vorschlag des Easyjet -Chefs Johan Lundgren, in den Dreierreihen den jeweiligen Mittelsitz freizulassen. Dies würde das Platzangebot im Flugzeug sofort um ein Drittel reduzieren.

Die Vorschläge an die Bundesregierung sind zwischen Fluggesellschaften und Flughäfen auf nationaler Ebene abgestimmt worden. Sie sollten zunächst für einen Zeitraum von sechs Wochen gelten, schlagen die Autoren vor. Ähnliche Überlegungen gibt es auf europäischer Ebene, ohne dass bereits konkrete Vorschläge vorlägen. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Im Video: Vergleich mit April 2019: Flugtracker zeigt Bilder von Europas Luftraum

Im Video: Sophia Thomalla stichelt auf Instagram gegen Jens Spahn – der antwortet direkt

sh/dpa/afp

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