Jan Marsalek: Das Drehbuch des fast perfekten Wirecard-Bluffs

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1,9 Milliarden Euro hatte Wirecard angeblich auf Treuhandkonten zweier Banken auf den Philippinen deponiert. Noch als die Sonderprüfer von KPMG im Frühjahr 2020 die Geschäfte des Zahlungsdienstleisters aus München unter die Lupe nahmen, wurde die Existenz der Konten und die Höhe des Geldes bestätigt.

Und auch die ursprünglich beauftragte Wirtschaftsprüfungskanzlei EY war im März 2020 in der Annahme von den Philippinen zurückgeflogen, dass in den Filialen der betreffenden Banken alles seine Richtigkeit hatte, schließlich hatte EY sich vor Ort ein Bild gemacht und zudem in Videokonferenzen mit Mitarbeitern der Banken gesprochen.

Heute weiß man: Die 1,9 Milliarden Euro gab es nicht. Ein Sonderbericht der Prüfer von KPMG offenbart nun, wie weit Wirecard bereit war zu gehen, um die Bilanzen zu fälschen – und auch, wie leicht sich EY täuschen ließ. Das “manager magazin” berichtete zuerst darüber.

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Marsalek ließ Bankfilialen als Kulissen einrichten

Schlüsselfigur im Blockbuster-reifen Drehbuch des Skandals ist Jan Marsalek, Ex-Vorstand von Wirecard. Seine Inszenierung hat die dreisten Bilanzfälschungen erst möglich gemacht.

Wie das “manager magazin” berichtet, geht die EY-Spitze um Deutschland-Chef Hubert Barth davon aus, dass Bankmitarbeiter bestochen wurden. Zumindest teilweise soll es sich bei den Filialen, die EY auf den Philippinen besucht hat, um von Marsalek errichtete Kulissen halten. In der Videokonferenz saßen vermutlich Schauspieler, engagiert vom Ex-Vorstand. Marsaleks Anwalt äußerte sich auf Anfrage des “manager magazins” nicht zu den Vorwürfen.

Erst im Juni erkundigten EY-Mitarbeiter sich bei den Zentralstellen der philippinischen Banken, statt weiter den Zweigstellenangestellten zu glauben. Sie forderten außerdem vier Probeüberweisungen von je 110 Millionen Euro, um die Existenz der 1,9 Milliarden Euro zu beweisen. Das falsche Spiel flog auf, Marsaleks fast perfekter Bluff war damit Makulatur. Wirecard implodierte und musste Insolvenz anmelden. Ende August fliegt das Unternehmen aus dem Dax.

Der einzige, der zur weiteren Aufklärung beitragen könnte, ist auf der Flucht: Jan Marsalek wird von Interpol gesucht.

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