Jens Söring: ZDF zeigt Doku über Doppelmörder, doch es bleiben Fragen offen

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„Sie ist die einzige Frau, mit der ich jemals geschlafen habe“, sagt Jens Söring. Jens Söring ist ein unscheinbarer Diplomatensohn. Die „einzige Frau“ ist Elizabeth Haysom, die welterfahrene Tochter eines reichen Stahlbarons.

Am 30. März 1985 werden Elizabeths Eltern brutal in ihrem Haus in Virginia, USA, ermordet. Söring gesteht die Tat. Das einzige Indiz, das für ihn als Täter spricht, ist ein Sockenabdruck am Tatort. Ein Experte, der eigentlich für Reifenabdrücke zuständig ist, erklärt unsicher: „Ich kann nicht ausschließen, dass dieser Sockenabdruck vom Fuß von Jens Söring stammt.“

Am 4. September 1990 wird Söring in Amerika zu zweimal lebenslänglich wegen zweifachen Mordes verurteilt. Er sagt: „Ich bin unschuldig“. Er habe aus Liebe und Hörigkeit zu Elizabeth die Morde auf sich genommen.

„Falsches Geständnis“

Mittlerweile glaubt Jens Söring, dass es mindestens eine weitere Person am Tatort gegeben haben muss, mit der seine damalige Freundin Elizabeth den Mord an den eigenen Eltern verübt habe. Erst im April 2016 wurde anhand von Täterspuren offenbart, dass wohl zwei weitere männliche Personen am Tatort gewesen sein müssen.

Wer das gewesen sein könnte, ist bis heute offen. Es ist von Freunden von Elizabeth die Rede. In der Doku erklärt ein aufgeweckter Söring: „Ich habe ein falsches Geständnis abgelegt. Ich war ein dummer Junge, den sie in die Sache reingezogen hat.“ Er habe für diese Liebe „sein Leben weggeworfen“.

Aufwändige Doku

Es ist eine sorgfältige, sehr aufwändige Doku von ZDFinfo. Ermittler, Zeugen, ein Privatdetektiv und die Söring-Anwälte kommen zu Wort. Gezeigt werden auch Original-Filmausschnitte aus dem Gerichtssaal. Der Zuschauer sieht und hört Elizabeth, Jens, Staatsanwalt und Richter in der Verhandlung.

Dazu gibt es Fotos vom Tatort, den Leichen und einen Blick auf die blutverschmierte Kleidung der Opfer. Elizabeth getötete Mutter trug ein Nachthemd am Tatabend. Die Ermittler glauben deshalb, dass der zur Tür herein gelassene Mörder dem Ehepaar Haysom gut bekannt war.

Endlich daheim

Jens und Elizabeth fliehen über Asien nach Europa. Zur Tarnung trägt Söring rötliche Haare und einen Schnurrbart. Am 30. April 1986 wurden sie als Christopher P. und Lucy T. Noe wegen Scheckbetrugs in London verhaftet.

Mehr als 33 Jahre sitzt Söring im Gefängnis, bis eine Bewährungskommission nach 14 Ablehnungen seine und Elizabeth vorzeitige Entlassung auf Bewährung genehmigt. (Elizabeth war wegen Anstiftung zum Mord für 90 Jahre verurteilt worden.) Als Söring im Dezember 2019 mit dem Flieger in Deutschland landet, erklärt er der wartenden Menge am Flughafen: „Ich freue mich so sehr wieder in Deutschland zu sein. Sie werden verstehen, dass ich erst mal ankommen muss.“

Sexuell missbraucht

Elizabeth Haysom und Jens Söring lernten sich im August 1984 auf einem Orientierungsabend für die Hochbegabtenstipendiaten der University of Virginia kennen. Jens Söring war fasziniert. „Elizabeth war heiß begehrt, weil sie eine so wilde Vergangenheit hatte“, erklärt er in der Doku.

Der Vater Stahlbaron. Von der Mutter angeblich sexuell missbraucht. Vergewaltigt ebenso im Internat in der Schweiz. LSD. Heroin. Jens war hingegen ein strebsames, gut behütetes Kind. Söring erklärt: „Rückblickend weiß ich, dass ich diese Frau nicht gekannt habe. Viele der Geschichten waren nicht wahr.“

Auf Mördersuche

Es ist eine faszinierende Doku, eine, die einen in den Bann zieht. Mit übergroßer Brille und schüchtern, fast staunend, sitzt Jens Söring im Gerichtssaal, während Elizabeth mondän und mit Stolz ihre Aussagen macht.

Ungleicher kann ein Paar kaum sein. Hat sie ihm wirklich zwei Morde in die Schuhe geschoben, die sie selbst – möglicherweise mit anderen Mittätern – begangen hatte? Oder hat er aus Liebe die „bösen“ Eltern umgebracht und sein Geständnis später zurückgezogen, als er merkte, dass sie ihn nie geliebt hat? Wer der Antwort näherkommen will, muss diese faszinierende Doku anschauen.

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