Joachim Löw ledert nach DFB-Spiel los, aber Wut richtet sich nicht gegen Spieler

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“Darüber rege ich mich auf”: Löw ledert los – aber die Wut richtet sich nicht gegen seine Spieler

Deutschland verpasst einen Sieg gegen Spanien, aber Joachim Löw findet zwei andere Gründe, um sich nach dem Nations-League-Auftakt in Rage zu reden: Der engmaschige Corona-Terminkalender und die beschränkten Wechsel-Möglichkeiten lassen den Bundestrainer ungewohnt undiplomatisch werden.

Das Spiel war gerade abgepfiffen, die Deutschen lamentierten und die Spanier nicht, als Joachim Löw seine ersten Statements im TV gab. “Verärgert” sei er, grummelte der Bundestrainer.

Aber echt, wie durfte es auch sein, dass die Fußball-Nationalmannschaft in der 96. Minute (!) den Sieg verschenkt hatte gegen Spanien? Ein “Eier-Gegentor” durch Luis José Gaya war’s, wie DFB-Debütant Robin Gosens fluchte, 1:1 (0:0) zum Nations-League-Start in Stuttgart.

Bloß: Deshalb war Löw gar nicht verärgert. Er hatte ganz andere Gründe. “Mit einigen Dingen bin ich in der Form nicht einverstanden”, sagte der 60-Jährige im ZDF und differenzierte seine Kritik in zwei Stränge.

Löws erster Ärger: “Mammutprogramm” für Nationalspieler

Zunächst einmal das “Mammutprogramm” für die Nationalspieler, die im letzten Jahresviertel so ziemlich alles nachholen sollen, was Corona ihnen im Frühling geraubt hatte. Alleine das DFB-Team hat sieben weitere Länderspiele in 2020, sprich: eine dauerhafte Extrembelastung, Millionäre in kurzen Hosen hin oder her.

“Ich halte das für nicht in Ordnung”, sagte Löw, der fürchtet, dass sich der übervolle Terminkalender “auf die Gesundheit, die Fitness und die Qualität niederschlägt”.

Als die Journalisten auf der Tribüne hektisch mitgetippt hatten, erschien Löw schon zur virtuellen Presskonferenz und legte nach: “Es ist auf viele Jahre hinweg einfach nicht mehr so zu verkraften. Deswegen bin ich da extrem sensibel und empfindlich. Wenn man da nicht klug agiert und aufpasst, bekommen wir im März, April und Mai große Probleme. Das versuche ich zu verhindern.”

Deshalb habe er Leroy Sané bei dessen DFB-Comeback nach 63 Minuten auswechseln müssen; der Neu-Bayer hatte Krämpfe signalisiert, was wiederum Löws Antennen ausfahren ließ: “Er sollte anzeigen, wenn er sich müde fühlt, weil aus solchen Situationen manchmal Verletzungen resultieren. Man muss da aufpassen bei ihm.” Sané taxierte sein Leistungsvermögen auf “80 Prozent, ich fühle mich ganz okay, aber der Rhythmus fehlt. Da muss ich die Power wiederbekommen.”

Emre Can verweis auf “viele müde Spieler”, weil ein Gros des Kaders “nicht bei 100 Prozent sein kann ohne Vorbereitung”. Manche Akteure, ergänzte Löw, “sind erstmal richtig platt, das muss man schon so sagen”.

Löws zweiter Ärger: Warum wieder drei statt fünf Wechsel?

Dies führte direkt zum zweiten Punkt, “über den ich mich aufrege”, wie Löw ungewohnt undiplomatisch krakeelte: Dass in der Nations League konträr zu den europäischen Klub-Wettbewerben lediglich drei statt fünf Auswechslungen erlaubt sind.

“Gerade jetzt hätte man es gebraucht. Wenn nicht jetzt, wann dann?”, fragte Löw rhetorisch – er erwartete keine Antwort. “Einige Spieler sind auf dem Zahnfleisch gelaufen. Beiden Mannschaften hätten fünf Wechsel gutgetan – definitiv!” Spaniens Coach Luis Enrique stimmte zu (“Ich bedauere das”), und Julian Draxler bestätigte aus Spielersicht: “Wir kommen alle aus ganz unterschiedlichen Situationen, manche frisch aus dem Urlaub. Da ist es riskant, 90 Minuten zu spielen.”

Das Last-Second-Remis für Spanien war nicht unverdient, aber unmittelbare Konsequenz von schwindender Kraft und Konzentration. In der zweiten Halbzeit, rapportierte Torwart Kevin Trapp, habe Deutschland “viel gelitten” nach Timo Werners Führungstreffer (51.). Draxler: “Wenn du gegen Spanien eine halbe Stunde nur verteidigst und auf Konter wartest, dann ist es natürlich sehr schwer über die Zeit zu bringen.”

Was Löw vom DFB-Team “eigentlich nicht erwartet” hätte

Wusste auch Löw und setzte am Ende, ehe die Lichter des Stuttgarter Stadions erloschen, doch noch eine mildere Miene auf – weil ihm das, was er gesehen hatte, ja durchaus gefiel.

“Unsere Jungs haben alles herausgeholt, was zu diesem Zeitpunkt möglich ist. Ich fand es vor allem in der ersten Halbzeit von beiden Mannschaften ein echt gutes Spiel, hochintensiv und taktisch wahnsinnig mutig”, sagte Löw, der frühes Pressing verordnet hatte und erhielt. “Ich bin über weite Strecken wirklich sehr zufrieden. Eigentlich hätte ich das nicht so erwartet nach zwei, drei Trainingseinheiten und bei diesem Fitnesszustand.”

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Solange sich seine improvisierte Umbruchs-Elf derart engagiert präsentiere, gäbe es Wichtigeres als Ergebnisse in einer sogenannten Nations League. Am Sonntag geht’s in Basel gegen die Schweiz, aber eigentlich steht alles, was rund um den DFB passiert, schon unter dem Stern der EM 2021.

Löws Dogma wurde zum Schlussplädoyer: “Ich möchte Entwicklung, Entwicklung, Entwicklung, damit wir nächstes Jahr eine Mannschaft haben, die in der Lage ist, das eigene Spiel durchzuziehen.”

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