Kapstadt: Wie Röbels Bürgermeister aus 10.000 Kilometern Entfernung amtiert

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Röbel und Kapstadt trennen knapp 10.000 Kilometer. Beide Orte haben nicht viel gemein, aber die Telefone zwischen der mecklenburgischen Kleinstadt an der Müritz und der südafrikanischen Metropole am Kap der Guten Hoffnung stehen nicht still.

Grund: Röbels Bürgermeister Andreas Sprick sitzt in Kapstadt fest. “Das ist eine sehr betrübliche Lage. Das Wichtigste jedoch: Meine Frau und ich sind gesund, haben keinerlei Corona-Symptome”, sagt Sprick.

Sprick vertritt 18 Gemeinden

Geplant war alles ganz anders. Am 26. März wollte der CDU-Politiker in seinem Büro am Röbeler Marktplatz sitzen und die Amtsgeschäfte wieder führen. Doch was als Urlaub begonnen hatte, endete als Isolation in einer Kapstädter Apartmentanlage. Dort sitzt er seit dem 26. März. In Südafrika gilt wegen der Corona-Krise der Lockdown mit Ausgangssperre und Militärkontrollen. Die Flughäfen sind geschlossen. Wer jetzt im Land ist, muss bleiben. “Wenn wir Pech haben, bis zum 16. April. Dann soll der Lockdown aufgehoben werden”, sagt Sprick.

Zuvor hatte der Bürgermeister der 18 Gemeinden rund um Röbel bei einer zweiwöchigen Gruppenreise durch Südafrika Land und Leute kennengelernt. “Ein wunderschönes Land, tolle Impressionen. Die lass ich mir nicht verderben, auch von Corona und unserer misslichen Lage nicht”, meint er. Auf Anraten des Reiseveranstalters ging er danach in Quarantäne. “Von 23 Reisenden unserer Gruppe waren 19 positiv auf Corona getestet worden. Jetzt dürfen wir wieder an die frische Luft, aber nur in der Anlage”, berichtet Sprick.

“Das WLAN ist zu schwach, um Anhänge und gespeicherte Unterlagen zu öffnen”

Der 60-Jährige sitzt täglich an Handy und Tablet, um mit seinem Stellvertreter in Röbel zu bereden, was in der Heimat zu tun ist. Die Amtsführung ist aber nur in abgespeckter Form möglich. “Ich bin über alles informiert, lese E-Mails, wir bereden viel. Aber ich kann nicht immer bis in die Tiefe der Materie vordringen: Das WLAN in der Ferienanlage ist zu schwach, um Anhänge und gespeicherte Unterlagen zu öffnen.”

Gerade konnte er eine Grundstücksangelegenheit klären. Die Liegenschaftsabteilung fragte an. “Die Sache hatte ich im Kopf. Da brauchte ich keine Unterlagen”, erzählt Sprick. Hin und wieder muss er raus aus dem WLAN. Seine Frau braucht das drahtlose Netzwerk auch. Die Prokuristin einer Straßenbau-Firma ist mit ihrem Chef täglich in Kontakt, klärt ebenfalls Probleme aus der Ferne.

“Ich hoffe, dass wir Corona-frei bleiben”

Von der deutschen Botschaft in Pretoria gibt es alle zwei Tage einen “Landsleute-Brief”. Der Botschafter macht Hoffnung, aber eine Lösung deutet sich nicht an. Eine deutsche Maschine würde ja kommen, heißt es, aber die Flughäfen sind dicht. Es gibt keine Landeerlaubnis. “Ich hoffe, dass wir Corona-frei bleiben”, sagt Sprick. Das hofft auch sein Sohn, der zu Hause die Baufirma führt, die einst Sprick senior leitete. “Wir sprechen viel. Im Bauwesen gibt es noch keine großen Einschränkungen”, sagt der Bürgermeister erleichtert.

Dagegen macht sich Sprick Sorgen um die Hotels und Restaurants seines Amtsbereichs: “Zu Ostern sollte es zum ersten Mal im Jahr so richtig brummen. Jetzt aber geht nichts mehr.” Psychologische Betreuung benötige er aber trotz aller Sorgen nicht, betont er. Es sei jedoch furchtbar langweilig. “Zwischendurch werden mal Socken gewaschen, man braucht ja Beschäftigung.”

Einkäufe können Stunden dauern

Täglich geht eine Haushälterin aus der Ferienanlage für die Spricks und die anderen Isolierten einkaufen. “Anfangs ging das schnell. Jetzt dauert es deutlich länger. Offensichtlich gibt es Lieferschwierigkeiten”, berichtet der Bürgermeister. “Wir schreiben auch nur noch die nötigsten Sachen auf die Liste. Die freundlichen Helfer sollen unseretwegen nicht stundenlang durch die Stadt irren.” Ein Gutes hat die deprimierende Situation. Sprick: “Ich habe noch nie über so lange Zeit ausgeschlafen.”

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