Kenny Rogers, der Sound Amerikas | Aktuell Amerika | DW

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Die größte Story, die der Countrysänger Kenny Rogers in seinem Leben erzählt hat, geht ungefähr so: Er sitzt in einer Bar in Toledo und trifft eine Frau, die sich gerade den Ehering vom Finger gezogen hat. Und als man sich nach ein paar Drinks näher gekommen ist, tritt da ein anderer Kerl in die Bar, ein Mann wie ein Berg, mit einem “strange look on his face”. Und dann sagt dieser Mann den Refrain, den fast jeder in den USA kennt:

“You pick the fine to leave me Lucille,

with four hungry children and the crop in the field,

I had some bad times lived trough some sad times

but this time your hurting wont’t heal,

you picked a fine time to leave me Lucille.”

Da ist also einer am Boden zerstört, dass ihn diese Frau namens Lucille verlässt und er nun mit vier kleinen Kindern da sitzt. “Da hast du dir ja einen schönen Zeitpunkt ausgesucht.” Mehr muss man gar nicht übersetzen. Neben Kenny Rogers hätte so etwas vielleicht nur noch Kris Kristofferson singen können. Herzzerreißend, ja auch kitschig, aber mitten aus dem US-amerikanischen Landleben. Country, halt.

Rogers und Kristofferson: nicht nur der gleiche Sound, auch der gleiche Look. Graue Mähne, die man in Fußballerkreisen wohl “Vokuhila” genannt hätte, graumelierter Vollbart und meist der mehr oder minder speckige Lederblouson, braun.

Gordon Lightfoot sah später übrigens auch so aus, nur etwas lockiger. Das muss man alles nicht mögen. Aber Millionen Amerikaner standen drauf. Lange vor diesem 45. Präsidenten mit seinem Mützchen und der Aufschrift “Make America great again”.

Wegweiser in der US-Musikgeschichte

Und selbst wer diesen Sound nicht schätzt, der kommt doch nicht umhin, zu akzeptieren, dass Männer wie Rogers einer ganzen Generation von US-Musikern den Weg geebnet haben. Man schaue sich nur einmal bei Youtube die frühen Videos von Taylor Swift an, diesem blonden All-American-Girl-Traum: ein dünnes Mädchen mit hoher Stimme und einer Riesengitarre am Hals. Und einem noch größeren Traum.

Doch zurück zu Rogers, der jetzt in Sandy Springs im US-Bundesstaat Georgia im Kreis seiner Familie eingeschlafen ist, wie es üblicherweise heißt. Der Mann sang “Lady” von Lionel Richie ebenso wie Duette mit Dolly Parton, Sheena Easton (“We’ve got tonight”) und Willie Nelson. Er verkaufte 120 Millionen Alben, diese schwarzen Scheiben, die es in den wahren, echten Zeiten der Musik gab. Er warf mit “The Gambler” einen weiteren Superhit auf den Markt, einen leicht flockigen Song, der daherkommt wie ein fliegender Busch auf der Pferdekoppel. Oder so ähnlich. Und es stimmt, was die Familie jetzt zum Tod von Rogers erklärte: Dieser habe “eine unauslöschliche Spur in der Geschichte der amerikanischen Musik hinterlassen”.

Mit drei Grammys geehrt

Das Musikmagazin “Rolling Stone”  weiß zu berichten, dass der Mann seine erste Single mit dem Titel “That Crazy Feeling/We’ll Always Have Each Other” 1957 veröffentlichte, damals noch als Kenneth Rogers. 2013 wurde er in die “Country Music Hall of Fame” aufgenommen. Grammys? Keine Frage – 1977, 1979 und 1987. Gleich 19 Mal war er für den weltweit wichtigsten Musikpreis nominiert. So klang Amerika, bevor es Beyoncé, Alicia Keys und Jay-Z gab. Believe it or not!

Wie die Geschichte mit Lucille zu Ende geht? Der Sänger ordert mehr Whisky, als der Berg mit dem gebrochenen Herzen abgezogen ist, übrigens ohne dem Country-Barden die Nase zu zerschmettern. Dessen One-Night-Stand mit der “Beauty” geht danach in die Binsen: Weil der Sänger immer wieder an die Worte des Ex denken muss. “You pick the fine time to leave me.” Hach.




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