Kitas: Öffnung in 4 Phasen geplant – das ist die Situation in den Bundesländern

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Millionen Eltern betreuen ihre Kinder derzeit zuhause. Viele fühlen sich von der Politik allein gelassen, weil Geschäfte und Schulen öffnen, aber Kitas dicht bleiben. Die Familienminister von Bund und Ländern haben beraten – besonders konkret ist das Ergebnis nicht.

Die Familienminister von Bund und Ländern sprechen sich in der Corona-Krise für einen “behutsamen” Wiedereinstieg in die Kinder-Tagesbetreuung in vier Phasen aus. Das teilte das Ministerium von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag mit.

Die Empfehlung sei, “in den kommenden Wochen und Monaten aus bildungs- und entwicklungspsychologischen Gründen” einen Wiedereinstieg zu ermöglichen – ein konkretes Zieldatum für die Wiederaufnahme des Kita-Betriebs wurde aber nicht genannt.

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Kitas sollen in vier Phasen wieder zu Normalbetrieb zurückkehren

Die vier Phasen umfassen demnach die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb.

Der Beschluss soll in die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag einfließen. Weitreichende Entscheidungen werden bei dem Gespräch aber nicht erwartet, sondern erst in einer weiteren Runde am 6. Mai. Letztlich liegt die Entscheidung bei den einzelnen Bundesländern und Kommunen.

Viele Eltern kleiner Kinder fühlen sich derzeit von der Politik alleine gelassen, weil zwar Geschäfte und Schulen nach und nach wieder öffnen, es aber bei Kitas und Kindergärten noch keine Perspektive über die Notbetreuung hinaus gibt. Notbetreut werden vor allem Kinder, deren Eltern dringend am Arbeitsplatz gebraucht werden, etwa im Gesundheitswesen. Die Notbetreuung war zuletzt erweitert worden, in vielen Ländern zum Beispiel auf Alleinerziehende.

Kindern sollen mehr soziale Kontakte ermöglicht werden

Die Minister schlagen zudem vor, die Öffnung von Spielplätzen zu überprüfen und die Erlaubnis “familiärer Betreuungsformen” in Betracht zu ziehen, um Kindern soziale Kontakte zu ermöglichen und ihre Eltern zu entlasten.

Giffey nannte den Beschluss ein “wichtiges und gutes Signal” für Familien. “Die Familien erwarten nun zeitnah konkretere Aussagen darüber, wann die nächsten Schritte erfolgen können”, sagte sie.

Debatte um Kita-Öffnungen und Beitragserstattungen – die Situation in den Bundesländern:

Baden-Württemberg

Kitas bleiben wegen des hohen Infektionsrisikos weiter geschlossen. Eine Notfallbetreuung gibt es aber.

Die Notbetreuung in Baden-Württemberg wurde ab dem 27. April ausgeweitet: Sie gilt nun auch für Kinder der Klassenstufe 7. Auch Kinder, deren Eltern einen präsenzpflichtigen Arbeitsplatz haben, und keine andere Betreuungsmöglichkeit haben, haben Anspruch darauf.

Um vor allem Familien zu entlasten, zahlt Baden-Württemberg weitere 100 Millionen Euro Soforthilfe an die Kommunen. Darauf verständigte sich das grün-schwarze Landeskabinett am Dienstag. Es sei wichtig, dass Eltern keine Gebühren für geschlossene Kitas zahlten, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne). Es gehe bei der Soforthilfe aber nicht nur um Kosten für Kindertagesstätten und Kindergärten, sondern auch um Einrichtungen wie Volkshochschulen und Musikschulen, deren ausbleibende Einnahmen ausgeglichen werden sollen. Für die Monate März und April hatte das Land die Kommunen bereits mit 100 Millionen Euro Soforthilfe unterstützt.

Bayern

Die Notbetreuung von Kindern ist seit Montag ausgebaut. Die notwendigen Antragsformulare seien online abrufbar, teilte das Familienministerium mit. Die neue Regelung für Kitas und Schulen soll vor allem erwerbstätige Alleinerziehende entlasten. Auch wenn nur ein Elternteil in einem sogenannten systemkritischen Beruf arbeitet, kann das Kind nun beaufsichtigt werden. “Ich freue mich, dass wir die Notbetreuung erweitern konnten”, bekräftigte Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Sonntag.

Unterrichtende Lehrer, Steuer- und Rechtsberater sowie Seelsorger haben ab Wochenbeginn ebenfalls Anspruch auf eine Notbetreuung für ihre Kinder. Voraussetzung sei aber immer, dass das Kind nicht von einer volljährigen Person im Haushalt beaufsichtigt werden könne, betonten Familien- und Kultusministerium.

Neben den Gebühren für die geschlossenen Krippen, Kindertagesstätten und Horte wird der Freistaat vorübergehend auch die Kosten für Mittagsbetreuung und Tagespflege übernehmen. Dies kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an. Eltern, die wegen des Betretungsverbots aufgrund der Corona-Pandemie die gebuchte Betreuung nicht in Anspruch nehmen könnten, würden so drei Monate lang finanziell entlastet.

Die Staatsregierung und die Träger der Kindertagesbetreuung hatten sich schon vergangene Woche auf eine dreimonatige Beitragsentlastung für Krippen, Kitas und Horte verständigt. Diese Regelung wurde nun um Mittagsbetreuung, Nachmittagsbetreuung und Tagespflege erweitert, was die Kosten für den Freistaat auf rund 200 Millionen Euro steigen lässt. Dieser erstattet den Trägern die Elternbeiträge für April, Mai und Juni pauschal. Im Gegenzug müssen die Träger für diese Zeit auf die Elternbeiträge verzichten. Die davon profitierenden Eltern erhalten in der Zeit allerdings kein Krippengeld.

Berlin

Die Kinder-Notbetreuung, die Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflege, bei Polizei oder im Einzelhandel wahrnehmen können, wird ab 27. April stufenweise ausgeweitet. Als erster Schritt ist vorgesehen, dass mehr Berufsgruppen unter die Ein-Eltern-Regelung fallen, etwa Lehrer oder Erzieher. Es müssen also nicht beide Elternteile in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Auch Kinder aus Familien und von Alleinerziehenden “in besonders herausfordernden Situationen” sollen die Notbetreuung besuchen können. Viele Eltern werden ihren Nachwuchs indes noch längere Zeit zu Hause betreuen müssen. “Die Rückkehr zum Kita-Regelbetrieb ist zum Beginn des neuen Kita-Jahres am 1. August 2020 vorgesehen”, sagte Senatorin Sandra Scheeres.

Brandenburg

Ministerpräsident Dietmar Woidke hält eine allgemeine Kita-Öffnung in der jetzigen Situation nicht für verantwortbar. Kinder könnten das Virus ebenfalls übertragen. Die Notbetreuung werde aber ausgeweitet. Bisher können die Kinder von Eltern in wichtigen Berufen wie dem Gesundheitswesen weiter in Kitas gehen. Wer wegen der Betreuung nicht arbeiten kann, bekommt Finanzhilfe von Bund und Land.

Die Stadt Potsdam weitet die Notbetreuung für Kinder im Zuge der Corona-Pandemie aus. Welche Berufsgruppen und Einzelfälle einen Anspruch auf die Betreuung bekommen, könne aber erst nach der Kabinettssitzung am Freitag gesagt werden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Sobald die neue Eindämmungsverordnung des Landes vorliege, werde die Umsetzung der erweiterten Notbetreuung organisiert. Bereits bewilligte Anträge müssten nicht verlängert werden, sofern sich die Voraussetzungen nicht geändert hätten.

Kita-Beiträge sollen Eltern erstattet werden, die ihre Kinder wegen geschlossener Kitas selbst betreuen müssen und keine Notbetreuung in Anspruch nehmen können. Dazu kommt, dass das Land Brandenburg die Hälfte der Lohnzuschüsse für Eltern ohne Kita-Betreuung in Höhe eines Kurzarbeitergeldes bis zu sechs Wochen zahlt.

Bremen

Bei den evangelischen Kindergärten in Bremen hat sich die Nachfrage nach Notbetreuung angesichts gelockerter Regeln schlagartig verdreifacht. Für diese Woche seien 780 Kinder angemeldet, sagte Carsten Schlepper vom Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder am Dienstag. Für kommende Woche seien es 870 Kinder. In den ersten Wochen der Corona-Pandemie seien bis zu 255 Kinder in Notgruppen betreut worden. Die evangelische Kirche unterhält im kleinsten Bundesland 65 Kitas und ist damit einer der größten Träger.

Von großer Nachfrage berichtete dem “Weser-Kurier” zufolge auch die Bildungsbehörde: Allein am Montag seien 1000 Anträge für Kitas und Schulen eingegangen. Weil mit der Wiedereröffnung von Läden auch mehr Eltern arbeiten müssen, hat der Bremer Senat die Regeln für die Notbetreuung gelockert. Seit Wochenbeginn dürfen nicht nur Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen wie Pflege oder Verkehr ihre Kinder schicken. Die Kindergärten stehen auch offen, wenn beide Eltern arbeiten müssen und die Kinder nicht anders betreuen können.

Schlepper erwartete in den nächsten Tagen weitere Anträge von arbeitenden Eltern wie auch Zuweisungen von Kindern als Härtefälle durch das Jugendamt. Die Notbetreuung sei personalintensiv: Für jede Gruppe von fünf Kindern würden zwei Erzieherinnen benötigt. Es seien auch viele Räume nötig. “Unsere Idee ist schon, Schritt für Schritt weitere Kinder in die Kitas aufzunehmen”, sagte der Landesverbandsleiter der Deutschen Presse-Agentur.

Hamburg

Eine schrittweise Öffnung der Kindertagesstätten ist bis Anfang Mai bundesweit nicht absehbar. Dennoch erarbeiten die Familienminister der Länder bereits jetzt einen Fahrplan dafür. “Wir arbeiten das in diesen Tagen in den Ländern aus und werden den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten bis zum 30. April einen Beschlussvorschlag der Familienminister vorlegen”, sagte Hamburgs Familiensenatorin Melanie Leonhard (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die Politikerin ist bei den Planungen gemeinsam mit ihrem Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen federführend. “Wenn wir nicht wollen, dass die Eltern aus Verzweiflung irgendwann wieder die Kinder durch Großeltern und andere betreuen lassen, dann müssen wir dieses Thema jetzt intensiv abwägen.”

Mit der Lockerung der Corona-Auflagen soll in Hamburg auch die Notbetreuung in den Kindertagesstätten ausgeweitet werden. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) kündigte an, dass “die Alleinerziehenden als zusätzliche Bedarfsgruppe” aufgenommen werden sollen. Berufstätige Alleinerziehende seien in besonderem Maße von den Kita- und Schulschließungen betroffen. Deshalb werde diese Personengruppe im Laufe der kommenden Woche als Bedarfsgruppe anerkannt, sagte der Sprecher der Senatorin.

Hessen

In Hessen gibt es derzeit keine einheitliche Regelung zur Befreiung der Eltern von den Kitabeiträgen in der Corona-Krise. Das teilte das Sozialministerium auf dpa-Anfrage in Wiesbaden mit. Gebührenbefreiungen oder die Erstattung von Gebühren richteten sich grundsätzlich nach den jeweiligen Regelungen in den Satzungen der Kommunen beziehungsweise nach dem mit dem Kita-Träger abgeschlossenen Betreuungsvertrag.

Bayern hatte angekündigt, dass Eltern für die kommenden drei Monate keine Gebühren zahlen müssen, wenn die Kita wegen der Corona-Krise geschlossen ist. Brandenburg hat bis Ende April die Beiträge für die Eltern ausgesetzt, die keine Notbetreuung in Kita, Krippe und Hort in Anspruch nehmen. Auch in Nordrhein-Westfalen hatten sich Landesregierung und kommunalen Spitzenverbände bereits darauf geeinigt, Elternbeiträge in Kitas, Tagespflege und offenem Ganztag für April auszusetzen.

In Hessen gilt bereits eine allgemeine Beitragsfreiheit für Kita-Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt für bis zu sechs Stunden am Tag.

Die Notbetreuung an hessischen Schulen und Kitas darf künftig auch für Kinder von Lehrern in Anspruch genommen werden, wenn die Eltern vom kommenden Montag an wieder an den Schulen unterrichten. Das teilte das Kultusministerium am Freitag mit. Bislang gibt es die Notbetreuung für Kita-Kinder sowie Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6, wenn deren Eltern arbeiten gehen und bestimmten Berufsgruppen angehören. Dazu zählen etwa Polizisten, Altenpfleger, Feuerwehrleute oder Richter. Außerdem können Alleinerziehende ihre Kinder betreuen lassen – unabhängig vom Beruf.

Mecklenburg-Vorpommern

Bei der stufenweisen Öffnung der Kitas wollen die Familienminister der Länder zuerst Vorschulkinder sowie Kinder in schwierigen Familiensituationen, in beengten Wohnverhältnissen sowie mit besonderem Förderbedarf zurückkehren lassen. “Bei den Eltern sollen die Belastungssituationen von Alleinerziehenden noch stärker als bisher in den Blick genommen werden”, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Familienministerin Stefanie Drese (SPD) am Montag nach einer Schaltkonferenz mit ihren Länderkollegen der Deutschen Presse-Agentur.

Zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Stufen der Kita-Öffnung erfolgen, soll in Ländern und Kommunen entschieden werden – und nicht bundesweit einheitlich, sagte Drese. In Mecklenburg-Vorpommern ist am Montag die Notbetreuung in den Kitas deutlich ausgeweitet worden. Mehr Berufe gelten nun als systemrelevant. Zudem muss nur noch ein Elternteil in einem solchen Beruf arbeiten. Die Behörden gehen davon aus, dass jetzt bis zu 25 Prozent der Kita-Kinder wieder in die Kita gehen. Bislang waren es rund 4 Prozent gewesen.

Niedersachsen

Möglicherweise ab Mitte Mai könnten Kindergärten und Tagesstätten einem Bericht der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” zufolge schrittweise wieder öffnen. Zuerst sollten dann Vorschulkinder und Kinder mit Unterstützungsbedarf in die Kitas zurückkehren dürfen, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) der Zeitung. Sein Ministerium habe die Pläne für eine Wiederöffnung in der Schublade. Die Entscheidung soll demnach bei einem Gespräch zwischen Bund und Ländern am 6. Mai fallen. “Wenn wir ein Signal kriegen, können wir in Öffnungsstrategien einsteigen”, sagte Tonne.

Der Minister sagte der Zeitung, dies müsse mit den Trägern und den Kommunen abgestimmt werden. Ziel sei es, dass alle Kinder vor dem Sommer die Kita wieder besuchen können. “Den konkreten Zeitpunkt und den genauen Umfang, darüber kann man zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen”, erklärte er. Einen Normalbetrieb werde es aber bis zur Sommerpause nicht geben.

Tonnes Plänen zufolge sollten zunächst die Kinder in die Kitas gehen dürfen, die im Sommer zur Schule kommen, schrieb das Blatt. Ganz oben auf der Liste sollten auch Kinder stehen, die sprachliche Unterstützung brauchen oder auf engem Raum mit großen Familien leben. “Die Größe der Gruppen muss man dann unter den Gesichtspunkten des Infektionsschutzes sehen”, sagte der Minister. “Ich vermute, es kann im ersten Schritt nur im einstelligen Bereich sein. Wir werden weg sein von den Gruppengrößen, die wir bisher kennen.”

Nordrhein-Westfalen

Kinder in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern werden in der Corona-Krise nicht zu einem einheitlichen Stichtag in die Kitas zurückkehren. Das stellte Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Montag klar.

“Einen Fahrplan mit festen Terminen aller Länder kann und wird es nicht geben, sondern es soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem die Länder regional und länderspezifisch ihr eigenes Tempo gehen können”, erklärte Stamp auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. “Die Länder brauchen mehr Freiheit beim Umgang mit der Pandemie insgesamt, weil die Entwicklung regional unterschiedlich ist”, sagte Stamp weiter.

Erstmals durften am Montag auch erwerbstätige Alleinerziehende ihre Kinder in NRW in die Notbetreuung von Kitas und Schulen bringen. Zuvor galt dieses Angebot nur für Kinder, deren Eltern in der sogenannten kritischen Infrastruktur tätig sind. Ein Termin für eine reguläre Öffnung der Kitas und Schulen ist derzeit noch nicht in Sicht. Die Länder müssen klären, ob und wie Hygiene- und Abstandsregeln zum Corona-Infektionsschutz zu gewährleisten sind.

Rheinland-Pfalz

Für Eltern und Familien seien die Beschränkungen “riesige Herausforderungen”, sagte Dreyer. Ganz besonders in den Städten, wo nicht die meisten Menschen über einen Garten verfügten. Daher habe Rheinland-Pfalz die Notbetreuung in Kitas und Schulen bewusst von Anfang an auch für Eltern geöffnet, “die sagen, es geht im Alltag jetzt nicht mehr, oder die Beruf und Familie nicht unter einen Hut bringen können”. Zudem seien ein paar Spielräume geöffnet und etwa die Tierparks wieder aufgemacht worden. “Wir haben keine Ausgangssperre wie in Frankreich oder anderen Ländern. Rausgehen ist erlaubt.” Über eine Wiederöffnung der Spielplätze werden gesprochen. “Auch wenn wir nicht alles gleich umsetzen können.”

Saarland

Das Saarland erweitert die Notbetreuung für Kinder in der Corona-Krise. “Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) hat erreicht, dass der Kreis der Eltern, die für ihre Kinder einen Notbetreuungsplatz in einer Kita oder Freiwilligen Ganztagsschule beanspruchen können, nach den Osterferien deutlich ausgeweitet wird”, sagte ein Sprecher am Sonntag in Saarbrücken.

Berufstätige Eltern, die über keine Betreuungsalternative für ihre Kinder verfügen, sollen laut Ministerium einen Notbetreuungsplatz bekommen. Die Notbetreuung solle auch besonders Kindern und Jugendlichen zugänglich sein, für die die Jugendhilfe oder die Einrichtungsleitungen der Kitas und Schulen eine Teilnahme empfehle. “Gerade auch für Kinder in weniger privilegierten Verhältnissen muss es ein Betreuungsangebot geben”, sagte Streichert-Clivot. Im Saarland gibt es eine Notbetreuung für Kinder zwischen null und sechs Jahren, in den Schulen für die Sechs- bis Zwölfjährigen.

Zudem sollten auch die Elternbeiträge in diesen Bereichen für Mai vom Land übernommen werden. Diese Vorlage werde die Bildungsministerin am Dienstag (28. April) in den Ministerrat einbringen, wo sie beschlossen werden solle.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt will im Mai nicht mehr generell die Elternbeiträge für die Kita-Betreuung übernehmen. Die Finanzexperten des Landtags verständigten sich am Mittwoch mehrheitlich darauf, dass das Land einspringt, wenn Eltern ihre Kinder zuhause betreuen. Bei Kindern, die in der Notbetreuung der Einrichtungen sind, will das Land hingegen nicht mehr zahlen.

Die Kinderbetreuung sei eine Aufgabe der Kommunen und sie trügen damit auch das Ausfallrisiko, betonte SPD-Landeschef Andreas Schmidt in der Sitzung. Dieses Risiko übernehme das Land. Voraussetzung sei, dass die Kommunen auf die Elternbeiträge von jenen Familien verzichteten, die ihre Kinder nicht in der Kita betreuen lassen.

In Sachsen-Anhalt können Alleinerziehende künftig landesweit die Notbetreuung in den Kitas in Anspruch nehmen. Die Regelung solle mit der nächsten Verordnung von 4. Mai an gelten, kündigte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag an. Zuletzt hatten bereits Magdeburg und Halle die Notbetreuung für Alleinerziehende geöffnet.

Zudem sollen weitere Berufsgruppen die Notbetreuung nutzen dürfen, in deren Branchen von Montag an wieder eine Öffnung erlaubt wird. Geplant ist, dass in Sachsen-Anhalt von Montag an unter anderem Friseure, Kosmetiksalons, sowie Nagel- und Fußpflegestudios unter strengen Hygieneauflagen wieder ihre Dienste anbieten dürfen.

Laut Grimm-Benne ist geplant, dass die Kinderbetreuung in Kitas und Horten bis zu den Sommerferien wieder zum Regelbetrieb zurückkehrt. Dafür soll in mehreren Stufen der Kreis der Familien mit Betreuungsanspruch erweitert werden. Am Montag starte mit den neuen Regelungen die erweiterte Notbetreuung. Danach soll es eine beschränkte Betreuung geben. Unter welchen Voraussetzungen die weitere Öffnung erfolgt, ließ die SPD-Politikerin zunächst offen.

Alle Pläne stehen unter der Voraussetzung, dass die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 auf einem moderaten Niveau bleiben. In Sachsen-Anhalt sind Schulen und Kitas seit 16. März geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Derzeit können Familien die Notbetreuung nutzen, wenn die Eltern in festgelegten unverzichtbaren Berufe arbeiten. Zuletzt wurden laut Ministerium elf Prozent der regulären Kitaplätze genutzt.

Sachsen

Sachsens Kultusministerium kann sich eine rasche Öffnung der Kindertagesstätten für alle Kinder nicht vorstellen. Einerseits sei zwar der Druck seitens der Eltern sehr hoch und nachvollziehbar, auf der anderen Seite falle es in den Kitas besonders schwer, Abstandsregeln einzuhalten, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag beim Video-Briefing der Regierung. Gerade in den Krippen sei der körperliche Kontakt zwischen Kind und Erzieher für eine sinnvolle Betreuung zwingend notwendig. Man versuche in diesem Dilemma deshalb genau wie bei den Schulen ein Öffnungsszenario zu entwickeln, das einerseits die Bedürfnisse der Eltern und Kinder berücksichtige, zum anderen aber auch die Maßgaben des Infektionsschutzes.

Derzeit seien 20 Prozent der Kinder in einer Notbetreuung. “Wir kommen mittlerweile organisatorisch, räumlich, aber auch beim Einsatz des Personals an die Grenzen, das noch weiter auszuweiten”, sagte Piwarz. Das Problem müsse aber gelöst werden. Für Sachsen sei es keine Option, bis zum Ferienbeginn nur eine Notbetreuung anzubieten. In den nächsten eineinhalb Wochen werde man eine klare Aussage treffen können.

Piwarz schloss nicht aus, dass es auch eine Art Schichtsystem bei der Betreuung in Kitas geben könnte. Möglicherweise sei den Eltern auch mit einer teilweisen Betreuung der Kinder geholfen – nicht acht oder neun Stunden wie früher sondern vier oder fünf. Tagesmütter und Tagesväter könnten ab kommenden Montag wieder tätig sein. Dort werden etwa 1700 Mädchen und Jungen im Freistaat betreut.

Schleswig-Holstein

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich gegen eine schnelle Öffnung der Kitas in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Es sei niemandem damit gedient, “wenn die Kitas sich zu Virenschleudern entwickeln und Personal und Kinder nach und nach erkranken”, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag in Kiel. Schließlich sei medizinisch noch nicht geklärt, dass Kinder nicht zur Verbreitung vom Virus beitragen.

Kleine Kinder ließen sich nun einmal nicht auf Distanz halten. Sie bräuchten Nähe und Zuwendung. Ab und zu müssten sie auch einmal auf den Arm genommen werden, sagte Henke, was die Aufgabe in den Kitas in diesen Corona-Zeiten so anspruchsvoll mache.

Als Voraussetzung für eine stärkere Öffnung fordert die GEW eine Begrenzung der Gruppengröße auf maximal fünf Kinder sowie ausreichende Hygiene- und Schutzmaßnahmen – zum Beispiel durch Masken und Handschuhe. Bei der Diskussion um die Ausweitung der Notbetreuung oder gar eine generelle Öffnung der Kitas dürfe die Gesundheit der Beschäftigten nicht auf der Strecke bleiben.

Die Kitas sind bis auf die Notbetreuung grundsätzlich erstmal bis 4. Mai geschlossen. Es werde über Möglichkeiten der schrittweisen Öffnung nachgedacht, Termine hierfür gebe es aber noch nicht, sagte ein Sprecher des Familienministeriums in Kiel.

Thüringen

In Thüringen wird die Kritik an strengen Regeln zur Notbetreuung von Kindern in der Corona-Krise immer lauter. Der Sozialverband Arbeiterwohlfahrt (AWO) Thüringen fordert, dass auch Erzieherinnen selbst für ihre Kinder die Notbetreuung nutzen können. “Wir erwarten, dass ab Mai deutlich mehr Eltern ihre Kinder in die Notbetreuung geben. Die Erzieher, die das abdecken sollen, sind aber selbst nicht adäquat eingruppiert”, sagte Dirk Gersdorf, Sprecher der Thüringer AWO.

Nach den Regeln zur Notbetreuung gehören Erzieher bislang zur Gruppe B. Das heißt, sie können ihre eigenen Kinder in die Notbetreuung geben, wenn auch der andere Elternteil für die Notbetreuung berechtigt ist.

Berufstätige Alleinerziehende können ihre Kinder ebenfalls in die Notbetreuung geben. Diese Lockerung gilt erst seit Montag. Auch Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit, der Jobcenter und der Sozialämter sowie der Thüringer Landesaufbaubank können ihre Kinder betreuen lassen, sofern diese Mitarbeiter für die Bewältigung der Corona-Krise gebraucht werden.

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