Knapp die Hälfte der 30 Dax-Konzerne dran: Berichtssaison kurz vor dem Höhepunkt

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Dax-Berichtssaison steuert auf Höhepunkt zu

Fast die Hälfte der 30 Dax-Konzerne legt diese Woche Quartalsberichte vor. Die Erwartungen sind angesichts des Rekordeinbruchs der deutschen Wirtschaft und von 46 Ad-hoc-Mitteilungen der Dax-Unternehmen im zweiten Quartal niedrig. Ich erwarte jedoch, dass die Marktreaktion weniger von den Quartalsergebnissen als von den Geschäftsausblicken der Unternehmen abhängig sein wird. Denn bisher tappen die Analysten und Aktionäre bei der Einschätzung des weiteren Geschäftsjahres im Dunkeln, da sich die meisten Konzerne aufgrund der Coronavirus-Krise bislang keine eigene Jahresprognose zugetraut haben. Bestätigen die Unternehmen nun, dass sich die Geschäftslage wie vom Markt antizipiert in den letzten Wochen verbessert hat, könnte sich der Dax  wieder in Richtung der 13.000-Punkte-Marke aufmachen.

Chinas Parteispitze setzt auf mehr Konsum

Ende vergangener Woche kam in China das Politbüro zusammen, um die Wirtschaftspolitik des bevölkerungsreichsten Landes der Erde festzulegen. Die Parteispitze zeigte sich zufrieden mit der konjunkturellen Erholung im zweiten Quartal und richtet ihren Blick bereits auf den Entwicklungsplan für die Jahre 2021 bis 2025.

Ziel ist es, in den kommenden fünf Jahren das chinesische Wirtschaftswachstum durch eine gesteigerte heimische Konsumnachfrage zu sichern. Hierzu sollen, neben höheren Einkommen und geringer Arbeitslosigkeit, auch die vereinfachte Zulassung von Neuwagen in Großstädten und der Ausbau des 5G-Netzwerkes beitragen. Während der Coronavirus-Krise haben die chinesischen Haushalte aufgrund der unsicheren Zukunftsaussichten ihre Sparquote auf 35 Prozent erhöht. Im zweiten Halbjahr könnte der aufgeschobene Konsum nachgeholt werden. Ich rechne mit steigenden Ausgaben für langlebige Verbrauchsgüter wie Autos und Smartphones.

China altert – private Krankenversicherer interessant

In China sind die Gesundheitsausgaben seit 1978 im Schnitt um 17 Prozent pro Jahr gestiegen. Die Ausgaben pro Einwohner lagen 2017 mit 841 US-Dollar aber noch weit unter jenen in Deutschland (5.922 US-Dollar) oder den USA (10.246 US-Dollar). Ich rechne damit, dass die Ausgaben in China aufgrund des zunehmenden Wohlstandes und der alternden Bevölkerung in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Bereits jetzt sind 167 Millionen Chinesen älter als 65 Jahre, für die kommenden fünf Jahre wird mit einem Anstieg auf 200 Millionen Personen gerechnet.

Da das staatliche Gesundheitssystem nur die Grundversorgung garantiert, erwarte ich eine zunehmende Nachfrage nach privaten Krankenversicherungen. Aktien aus diesem Bereich erscheinen mir derzeit interessanter als die sehr hoch bewerteten Titel der chinesischen Gesundheitsindustrie. Während Letztere mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 51 auf dem höchsten Stand seit 2010 notieren, liegen private chinesische Krankenversicherer mit einem KGV von 8,8 etwa 45 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Realzins stark gesunken, Realwerte profitieren

In den meisten Industrieländern sind die Renditen von Staatsanleihen in den vergangenen Monaten konstant geblieben oder gefallen – und das trotz gestiegener Inflationserwartungen. Gehen die Märkte von einer höheren Inflation aus, steigen normalerweise die Renditen. Allerdings haben die Notenbanken im Zuge der Coronavirus-Krise ihre Geldpolitik stark gelockert und einen Renditeanstieg verhindert. Die Folge war ein Rückgang der inflationsbereinigten Renditen. Lag dieser sogenannte Realzins bei zehnjährigen US-Staatsanleihen Mitte März noch leicht im positiven Bereich, beträgt er aktuell minus ein Prozent. Aktienmärkte und Edelmetalle haben von dieser Entwicklung profitiert. Mit einem höheren Realzinsniveau rechne ich auf absehbare Zeit nicht, im Gegenteil.Erholt sich die Wirtschaft wie erwartet von der Coronavirus-Krise, dürften die Inflationserwartungen schneller ansteigen als die nominalen Renditen. Eine Anlage in reale Werte wie Aktien und Edelmetalle wird dann noch interessanter.

Was diese Woche wichtig wird

Im Laufe der Woche | Die Berichtssaison hält in dieser Woche unter anderem mit Allianz, Bayer, BMW, HSBC, Société Générale, BP, Bristol-Myers Squibb, Walt Disney und Fox weitere Highlights bereit. Insgesamt berichten 15 DAX-, 96 STOXX-600- und 136 S&P-500-Unternehmen. 

Montag

  • Globale Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe im Juli. Die entsprechenden Indikatoren für den Dienstleistungssektor folgen am Mittwoch. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass in den meisten Ländern die Expansionsschwelle von 50 Punkten wieder überschritten wurde. 
  • In den USA dürfte der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe leicht gestiegen sein und damit auf ein moderates Wachstum der Industrie hindeuten.

Dienstag | Zinsentscheidung in Australien, die Notenbank Brasiliens folgt am Mittwoch, die Bank of England, die Reserve Bank of India sowie die tschechische Notenbank am Donnerstag. Weitere Zinssenkungen werden nur in Brasilien und Indien erwartet. 

Mittwoch | Beim US-ISM-Index für das Nichtverarbeitende Gewerbe wird für Juli mit einem Rückgang im Vormonatsvergleich gerechnet, nachdem die wieder gestiegenen Coronavirus-Infektionszahlen die Aktivitäten des Sektors erneut belastet haben dürften. 

Donnerstag

  • Auftragseingänge in der deutschen Industrie im Juni. Der Markt erwartet einen erneut zweistelligen prozentualen Anstieg im Vormonatsvergleich, womit die Aufträge aber immer noch deutlich unter ihrem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats gelegen hätten. 
  • Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe haben infolge wieder höherer Infektionszahlen ihren Abwärtstrend vorerst beendet. Auch für die vergangene Woche ist mit einem weiteren, moderaten Anstieg zu rechnen.

Freitag

  • Die deutsche Industrieproduktion dürfte sich im Juni ebenso wie die Auftragseingänge deutlich erholt haben. Dies wäre eine gute Basis für die erwartete Erholung der Wirtschaftsleistung im laufenden Quartal.
  • Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli sollte die zuletzt wieder gestiegene Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe noch nicht widerspiegeln. Nach dem massiven Anstieg im Vormonat dürfte sich die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse aber deutlich moderater entwickelt haben und die Arbeitslosenquote nur noch leicht gesunken sein.

Zahl des Tages: 99,5

In der Tiefsee ist es bekanntlich stockfinster – mit Ausnahme des Lichts, das Tiere durch Biolumineszenz erzeugen. Doch auch das hilft ihnen wenig, wenn sie dem Pazifischen Schwarzdrachen begegnen. Die Haut dieses Anglerfisches absorbiert mehr als 99,5 Prozent des einfallenden Lichts und macht ihn damit im Dunkeln so gut wie unsichtbar. Das mussten auch die Forscher des Smithsonian-Naturkundemuseums in Washington feststellen: Nur mit extrem hellen Scheinwerfern konnten sie einen Schwarzdrachen so fotografieren, dass überhaupt ein paar Details zu sehen waren.

Stellen Sie Ihr Licht heute nicht unter den Scheffel.

 

Herzlichst

Ihr Ulrich Stephan

Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden

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