Köln: „Kofferbomber“ nach 14 Jahren Haft in den Libanon abgeschoben

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 Bei dem Anschlagsversuch kam niemand zu Schaden, da ein Konstruktionsfehler verhinderte, dass die Kofferbomben explodierten.

2006 hatten zwei junge Libanesen Sprengsätze in Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert. Die Zeitzünder der beiden nahezu baugleichen Kofferbomben lösten wie vorgesehen am frühen Nachmittag aus, aber es passierte nichts. Ein Konstruktionsfehler verhinderte, dass das Gas-Benzin-Gemisch explodiert.

„Blutbad von ungeheurem Ausmaß“ geplant

Bei ihren Ermittlungen setzte die Polizei auf Videobilder einer Überwachungskamera aus dem Kölner Hauptbahnhof. Einer der Attentäter, ein damals 21-jähriger Student, wurde knapp drei Wochen nach dem Anschlagsversuch am Kieler Bahnhof festgenommen. Sein damals 20 Jahre alter Komplize, der zuletzt in Köln gewohnt hatte, stellte sich einige Tage später in seinem Heimatland der Polizei. Er wurde 2007 in Beirut zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Lesen Sie auch: Knapp ein Jahr nach den fehlgeschlagenen Kofferbombenanschlägen auf zwei Regionalzüge nach Hamm und Koblenz hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den Hauptverdächtigen erhoben.

Der als Haupttäter geltende andere Mann wurde vom Oberlandesgericht Düsseldorf 2008 wegen vielfachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Motiv für die Tat war nach Überzeugung des Gerichts die Veröffentlichung dänischer Mohammed-Karikaturen in deutschen Zeitungen. Der Angeklagte habe „ein Blutbad von ungeheurem Ausmaß“ geplant und sei der Drahtzieher einer „zutiefst terroristischen Tat“, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Nie zuvor sei Deutschland einem islamistischen Anschlag näher gewesen.

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