Kontaktsperren: Besuch bei Familie, Freunden oder Bekannten? Wo jetzt was gilt

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Wo jetzt was gilt: Familie, Freunde oder Bekannte trotz Kontaktsperre besuchen? Das gilt in Ihrem Bundesland

Die verhängten Kontaktsperren bedeuten für viele eine weitestgehende soziale Isolation. Doch während es in einigen Bundesländern komplett untersagt ist, Familie, Freunde oder Bekannte zuhause zu besuchen, ist es in anderen gestattet. Zumindest, wenn Sie dabei ein paar Regeln beachten.

Die ersten Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen sind in Kraft. Nach wochenlangem Shutdown haben seit Montag etwa viele Geschäfte wieder geöffnet. Gleichzeitig haben die meisten Länder ihre Kontaktbeschränkungen bis mindestens 3. Mai beibehalten. Das bedeutet: Jeder ist angehalten, soziale Kontakte im öffentlichen Raum auf ein Minimum zu reduzieren – das gilt etwa beim Spazierengehen oder auch bei etwaigen sportlichen Aktivitäten.

Doch welche Regeln gelten für die eigenen vier Wände? Dürfen Freunde, Bekannte oder Familie zu Besuch kommen? Da die Bundesländer weitestgehend selbst festlegen können, wie die Kontaktsperren umgesetzt werden, erweisen sich die Maßnahmen beim genauen Hinsehen als Flickenteppich. Das sorgt für Verwirrung.

In welchen Bundesländern Besuche erlaubt sind – und in welchen nicht:

Besuche von Familie, Freunden und Bekannten – hier ist es (teilweise) erlaubt

Baden-Württemberg

Was gilt konkret: In Baden-Württemberg ist es grundsätzlich erlaubt, die Familie und andere Personen zu besuchen. Außerhalb des öffentlichen Raums sind in Baden-Württemberg „Ansammlungen“ von bis zu fünf Personen gestattet. Ausnahmen gibt es für Personen, die in gerader Linie miteinander verwandt sind (beispielsweise Eltern, Großeltern, Kinder und Enkelkinder), die in einer Wohngemeinschaft leben und deren Ehegatten und Lebenspartner. Heißt, in diesen Fällen wäre es sogar erlaubt, dass sich mehr als fünf Personen bei jemandem zuhause treffen.

Brandenburg

Was konkret gilt: In Brandenburg ergibt sich aus der Verordnung selbst keine klare Beschränkung für die eigenen vier Wände, auf der Homepage des Bundeslandes heißt es aber „Familientreffen oder Familienfeiern sind auf die Mitglieder des eigenen Hausstands zu beschränken!“

Bremen

Was konkret gilt: Freunde, Familie oder Bekannte in der eigenen Wohnung treffen – in Bremen ist das nicht generell untersagt. Das Land appelliert aber an seine Bürger: „Der Kreis der Menschen, mit denen man sich trifft, soll möglichst klein und möglichst gleichbleibend sein. Auch in der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück.“ Veranstaltungen, Feiern und ähnliche Zusammenkünfte in Wohnungen und privaten Einrichtungen sind aber verboten.

Hamburg

Was konkret gilt: Grundsätzlich verboten ist ein Besuch etwa bei oder von Verwandten in Hamburg nicht. Auch dann nicht, wenn die Familie in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein wohnt: Die Einreiseverbote dieser Bundesländer gelten für Tourismus oder Freizeitaktivitäten – nicht für Verwandtenbesuche, so die Hamburger Gesundheitsbehörde. Das Land Hamburg verweist aber ausdrücklich darauf, dass die Veranstaltung von Feierlichkeiten in Wohnungen oder anderen nicht-öffentlichen Orten untersagt ist.

Hessen

Was konkret gilt: In den “Richtlinien für den Vollzug der Ge- und Verbote aus den Corona-Verordnungen” heißt es, dass “größere Feiern und Zusammenkünfte” auch in privaten Räumlichkeiten zu unterbinden seien. Allerdings sollen Kontakte zu einer einzelnen Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, möglich bleiben. “Dies gilt auch für die Besuche dieser Person in der eigenen Wohnung”, schreibt das Land weiter. Enge Bezugspersonen und Partner dürfen also weiterhin zu Besuch kommen. Den Behörden rät das Land, gerade bei größeren Hausständen (Familien, Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser) im Einzelfall eine sorgfältige Abwägung vorzunehmen.

 

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Mecklenburg-Vorpommern

Was konkret gilt: Das Land empfiehlt seinen Bürger, dass Sie auch private Besuche in der eigenen Wohnung auf das absolut unbedingt notwendige Minimum reduzieren. Familienbesuche innerhalb der Kernfamilie seien aber möglich. Zur Kernfamilie zählen demzufolge: Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Lebensgefährten, Kinder, Eltern und Großeltern. Solche Familienbesuche dürfen auch zusammen mit dem Ehegatten, eingetragenen Lebenspartnern oder Lebensgefährten unternommen werden, sofern eine häusliche Gemeinschaft bestehe, heißt es in der Verordnung vom Land. Ausdrücklich untersagt sind Gruppenfeiern oder Versammlungen in privaten Wohnungen.

Niedersachsen

Was konkret gilt: Direkte Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, sollen auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. Auch in der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück soll der Kreis der sich dort treffenden Menschen möglichst klein und möglichst gleichbleibend sein. Die hier denkbaren Konstellationen sind sehr unterschiedlich: Manche treffen sich mit ihren bereits ausgezogenen Kindern, andere mit nur einem engen Freund oder einer Freundin, wieder andere mit dem Ehepaar aus der Nachbarschaft. Das alles ist auch zukünftig in Niedersachsen möglich. Auf einen Besuch bei den Großeltern soll aufgrund des hohen Ansteckungsrisikos möglichst verzichtet werden.

Nordrhein-Westfalen

Was konkret gilt: Die nordrhein-westfälische Corona-Verordnung (NRW-CV) beschränkt zwar Zusammenkünfte im öffentlichen Raum. Regeln und Beschränkungen für die eigenen vier Wände gibt es in NRW aber nicht. Familie und Freunde dürfen demnach in die Wohnung eingeladen werden.

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Rheinland-Pfalz

Was konkret gilt: Eltern und Großeltern, Geschwister oder Freunde dürfen besucht werden. Doch der Kontakt zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes sollte dennoch auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Schleswig-Holstein

Was konkret gilt: Private Zusammenkünfte mit dem Charakter einer Veranstaltung bleiben untersagt. Das umfasst also auch private Veranstaltungen wie Grillveranstaltung. Ausnahmen gelten bei: Personen aus dem gleichen Haushalt plus einer weiteren Person – sie dürfen sich treffen. Familienangehörige dürfen sich ebenfalls treffen – aber nur bis zu einer maximalen Anzahl von zehn Personen (es sei denn alle leben ohnehin in einem Hausstand, dann können es auch mehr sein). Familienangehörige im Sinne der Landesverordnung sind Ehegatten, Geschiedene, eingetragene Lebenspartner, Lebensgefährten, Kinder, Enkel, Eltern, Geschwister und Großeltern.

Thüringen

Was konkret gilt: Grundsätzlich ist es in Thüringen erlaubt, andere Menschen zu besuchen. Es sei denn, sie leben in einem Seniorenheim. Doch auch das Land Thüringen appelliert an seine Bürger: „Jede Person ist angehalten, die physisch sozialen Kontakte zu anderen Menschen außer zu den Angehörigen des eigenen Haushalts auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.“ Zu anderen Personen ist ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten. In geschlossenen Räumen können auf Antrag Zusammenkünfte mit bis zu 30 Personen möglich sein.

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Sachsen-Anhalt

Was konkret gilt: Der Lebenspartner sowie Angehörige, insbesondere der eigenen Eltern und der Kinder, dürfen grundsätzlich besucht werden (siehe § 1 Abs. 4 Nr. 7 der 4. SARS-​CoV-2 Eindämmungsverordnung). „Familiäre Zusammenkünfte unter freiem müssen auf Angehörige des eigenen Hausstandes sowie eine weitere Person beschränkt werden. In geschlossenen Räumen dürfen auch in gerader Linie verwandte Personen (Eltern – Großeltern – Kinder) hinzukommen“, schreibt das Land.

Besuche von Familie, Freunden und Bekannten – hier ist es nicht erlaubt

Bayern

In Bayern darf niemand „ohne triftigen Grund” seine Wohnung verlassen. Das geht aus der bayerischen Kontaktverbots-Verordnung (Bay-CV) hervor. Ausnahmen gelten für Lebenspartner, Alte, Kranke oder Menschen mit Einschränkungen – sofern sie sich nicht in einer Einrichtung befinden, können sie besucht werden. Für die Begleitung Sterbender sowie für Beerdigungen im engsten Familienkreis greifen ebenfalls Ausnahmeregelungen.

Berlin

In der Hauptstadt müssen eigentlich alle in ihrer Wohnung bleiben. § 4 Abs. 1 der Berliner Corona-Verordnung (Ber-CV) verbietet – auch in den eigenen vier Wänden – jedwede „Zusammenkünfte“. Der Besuch von Oma und Opa ist etwa ist derzeit nicht erlaubt. Ältere Menschen gelten als besonders gefährdet. Ausnahmeregeln greifen etwa für die Begleitung Sterbender sowie für Trauerfeiern und für den Besuch bei Ehepartnern oder Lebenspartnern. Hier sind Besuche erlaubt.

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Saarland

Was konkret gilt: Die Landesregierung von Saarland schreibt: „Jeder wird angehalten, auch weiterhin die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Maximal eine weitere Person, die nicht dem eigenen Hausstand angehört, oder Angehörige des Hausstands dürfen beim Aufenthalt außer Haus dabei sein. Personen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören, dürfen grundsätzlich weder besucht noch in der eigenen Wohnung empfangen werden.“ Ausnahmen gelten etwa für Lebenspartner mit getrennten Wohnungen und Handwerker, die für dringende Reparaturen vor Ort sein müssen.

Sachsen

Was konkret gilt: Zwar sind die Ausgangsbeschränkungen in Sachsen weggefallen. Es ist künftig demnach erlaubt, die eigene Wohnung auch ohne triftigen Grund zu verlassen. Doch die Kontaktsperren bleiben. Der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung bzw. des eigenen Hauses ist immer noch nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis des eigenen Hausstandes gestattet. Um eine weiträumige Ausbreitung des Virus zu reduzieren, bleiben die Bürger zudem aufgefordert, generell auf Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. 

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