Laufkolumne: Die Begegnung mit einem kleinen Mädchen gab mir neue Kraft

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Es war einer dieser Sonntage. Ich hatte einen längeren Lauf geplant, denn ich möchte mich gerne bereit halten. Sollte es dieses Jahr doch noch die Chance auf einen Marathon geben, der nicht wegen Corona abgesagt wurde, dann will ich einfach fit sein.

Um wenigstens gesund und in einer normalen Zeit ins Ziel zu kommen. Deshalb baue ich weiterhin mein Training auf. Und lange Läufe gehören nun eben mal dazu. Bewusst hatte ich mich dazu entschieden, zehn von fünfundzwanzig Kilometern mit einem Freund zu laufen.

Nach vielen Wochen auch mal wieder einen Freund sehen, reden, ein wenig zurück in die Normalität. Außerdem wusste ich: Läufe mit Tim geben mir immer Motivation – und die kann ich gerade in der Marathon-Vorbereitung sehr gut gebrauchen.

Bereits nach drei Kilometern auf dem Weg zu ihm merkte ich: Ich würde kämpfen müssen. Es war einer dieser Tage, an dem eine Trainingseinheit eine Fleißarbeit wird. Meine Freude auf den Abschnitt mit Tim war ungemindert, aber ich dachte vor unserem Zusammentreffen schon an die Kilometer, die ich am Ende noch alleine ohne ihn laufen musste.

Nur nicht aufgeben, dachte ich

Kurz vor unserem Treffpunkt sprang die Ampel auf rot. Ich stoppte. Und hatte wirklich Angst vor der Unterbrechung. Denn das Loslaufen bei Grün würde ganz sicher eine Herausforderung werden. Nur nicht aufgeben, dachte ich.

Während ich damit beschäftigt war, mich auf Grün vorzubereiten, um die müden Knochen wieder in Gang zu bringen, stand sie neben mir. Ein kleines Mädchen im Läuferdress, vielleicht acht oder neun Jahre alt. Grinsend schaute sie mich an: „Hallo, ich bin Julia“ (den Namen habe ich geändert). „Hallo, ich bin Mike. Freut mich Julia! Du läufst auch? Finde ich ganz toll!“, entgegnete ich.

„Ja, heute sieben Kilometer, wenn ich das schaffe. Letztes Wochenende war ich schneller als Papa“, sagte Julia stolz. „Schneller als Papa? Wobei? Und wie schnell?“, fragte ich neugierig. „Das war bei einem Fünf-Kilometer-Lauf. Ich habe 22 Minuten gebraucht, Papa fast ne halbe Stunde“, giggelte Julia.

„Und wie weit läufst du heute?“ – „Fünfundzwanzig, wenn ich es schaffe. Ich laufe aber auch schon recht lange.“, entschuldigte ich mich. „Boah! Das will ich auch mal schaffen“, schnaubte Julia. „Du bist noch so jung, Julia. Und ich bin mir sicher, du wirst eines Tages noch viel viel weiter als ich laufen können. Ganz sicher“, entgegnete ich.

Die Ampel sprang auf grün. Und Julia hüpfte beschwingt über die Straße, mit einem lauten „Au jaaaaa!“. Sie war wirklich unglaublich schnell. Sie bog wie ein blonder Pfeil um die nächste Ecke, und ich hechtete weiter die Hauptstraße hinunter. Maximal motiviert von dieser kurzen Begegnung.

Kinder denken nicht lange nach, sie tun es einfach

Schon immer hatte ich maximalen Respekt davor, wenn Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, sich zu bewegen. Den Spaß an der Bewegung fördern, ohne den Gesundheitsaspekt aus den Augen zu verlieren. Noch mehr Respekt habe ich jedoch vor allen Kindern, die ehrgeizig und doch mit viel Freude Sport treiben, ihre Ziele verfolgen.

Mir hat dieser Moment unfassbar gut getan, denn so bekam ich wieder das Gefühl dafür, wie leicht es sein kann, einfach loszulaufen. Kinder denken nicht lange nach. Sie tun es einfach. Kinder schalten ihren Kopf nicht dauernd auf Rot und dann wieder auf Grün. Wie diese Ampel, an der wir uns getroffen haben.

Kinder folgen viel mehr ihren Instinkten. Sie sind nicht getrieben von „höher, schneller, weiter“.

Sie leben in diesem Moment. Im Jetzt.

Und mit diesem Gefühl schaffte ich an diesem Tag meine fünfundzwanzig Kilometer.

Danke, Julia!

So läuft es.

Lesen Sie hier alle Kolumnen von Mike Kleiß

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