Liechtenstein bekämpft Virus mit smarten Armbändern – jeder Zehnte bekommt eines

0
124
Werbebanner

In ganz Europa tötet das Coronavirus tausende Menschen, doch in einem kleinen Fürstentum zwischen Österreich und der Schweiz laufen die Dinge anders. In Liechtenstein sind bis dato lediglich 81 Fälle (Stand 17. April) bekannt. Selbst auf die Einwohnerzahl von 38.000 gerechnet ist das extrem wenig. „Es sind mittlerweile so wenige Fälle, dass wir die Spur des Virus verlieren. Und das ist gefährlich“, sagt Mauro Pedrazzini, Vorsteher des Ministeriums für Gesellschaft in der Regierung des Fürstentums, der „Süddeutschen Zeitung“.

Alle Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem News-Ticker.

Die Angst vor der zweiten Welle

Die Angst in Liechtenstein ist eher die vor einer zweiten Welle, die die medizinische Versorgung des Landes überfordern könnte. Im einzigen Krankenhaus Liechtensteins sind zwar Beatumgsgeräte vorhanden, aber es gibt keine Intensivstation. Schwere Fälle von Covid-19 müssten in den Nachbarländern Österreich und Schweiz behandelt werden.

Aus diesem Grund startet ein wissenschaftliches Konsortium im Fürstentum die sogenannte COVI-GAPP-Studie, an der im ersten Schritt 2000 Bürger teilnehmen sollen. Ziel ist es, mögliche Warnzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus frühzeitig zu erkennen, um die potenziell Infizierten isolieren und auf SARS-CoV-2 testen zu können.

Wenn das Armband das Virus vor dem Patienten bemerkt

Zentraler Bestandteil der Studie sind sensorische Armbänder des Schweizer Start-Ups Ava, die an alle Teilnehmer verteilt werden sollen. Diese werden bereits erfolgreich zur Beobachtung des weiblichen Zyklus eingesetzt.

Dabei sollen die Teilnehmer die Armbänder vor allem nachts tragen, weil Bewegung deren Ergebnisse ungenau macht. Hauttemperatur, Puls, Atmung sowie Blutfluss werden dann gemessen. Das Armband soll dabei vor allem Anzeichen wie erhöhte Temperatur, Atemnot und Husten erkennen. Ziel ist es, einen Algorithmus zu schaffen, der anhand der Daten Muster erlernt hat, die auf eine Infektion schließen lassen. Kurz gesagt: Das Armband soll helfen, das Virus zu erkennen, bevor ein Patient es selbst merkt.

Armbänder für 13 Prozent der Bevölkerung

Vorteil der Studie, die bereits genehmigt ist und häuptsächlich vom Fürstenhaus und der Regierung Liechtensteins finanziert wird: Die Infrastruktur steht bereits, es kann sofort begonnen werden. Einer Gruppe von mehr als 2000 Menschen, die ohnehin schon an einer Langzeitstudie zu Herz- und Kreislauferkrankungen teilnehmen, sollen die ersten Armbänder angeboten werden.

Die Teilnahme ist freiwillig, erste Ergebnisse soll die Studie im Herbst liefern. Dann sollen auch weiteren 3000 Liechtensteinern Armbänder angeboten werden. 5000 von 38.000 – das wären etwa 13 Prozent der Bevölkerung.

„Aus wissenschaftlicher Sicht ist es von entscheidender Bedeutung, so schnell wie möglich ein besseres Verständnis des neuen Coronavirus zu erlangen£, sagt Studienleiter Lorenz Risch. „Nur so sind wir in der Lage, die richtigen klinischen und gesundheitspolitischen Massnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit der von Covid-19 betroffenen Personen zu verbessern und den internationalen Gesundheitsnotstand wirksam einzudämmen. Eine zuverlässige Früherkennung von Covid-19 hilft im Wettlauf gegen eine weitere Ausbreitung.“

„Das Risiko, zu scheitern, muss man akzeptieren“

Ein wichtiger Faktor ist auch der Datenschutz. „Bei der Datenerhebung werden alle Daten verschlüsselt, das heißt, die persönlichen Bezugsdaten, durch die ein Teilnehmender identifiziert werden könnte, werden gelöscht und durch einen Schlüssel ersetzt“, heißt es auf der Studien-Website. „Das ist kein Orwell-Arband“, sagt auch Pedrazzini.

Die Studie soll im besten Fall Ergebnisse liefern, die auch den internationalen Kampf gegen das Virus unterstützen. „So wie Liechtenstein von der Forschung im Ausland profitieren kann, so sollen auch andere Länder von den Ergebnissen der wissenschaftlichen Covid-19-Studie profitieren können“, sagt Risch. Eine Erfolgsgarantie gibt es indes nicht. Oder wie es in den FAQ der Website heißt: „Das Risiko, zu scheitern, muss man akzeptieren, sonst ist Fortschritt nicht möglich.“

[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

3 × 5 =