Lockerung in Moskau trotz hoher Corona-Zahlen | Aktuell Welt | DW

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Nach wochenlanger Schließung öffneten am Montag Einkaufszentren wieder, darunter das Nobel-Kaufhaus GUM in unmittelbarer Nähe des Kreml. Auch Dienstleistungsbetriebe nahmen die Arbeit wieder auf. Mehr als 300.000 Menschen kehrten an ihre Arbeitsplätze zurück.

Raus ja, aber nur unter Auflagen

Nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangssperre darf man nun an einzelnen Tagen wieder spazieren gehen und morgens zwischen 5 und 9 Uhr im Freien Sport treiben. Allerdings gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Mund- und Nasenschutz ist bei allen Spaziergängen vorgeschrieben und nicht mehr nur in öffentlichen Räumen und bei Fahrten mit der U-Bahn oder dem Bus. In öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkauf müssen wie schon zuvor Handschuhe getragen werden.

Die ersten Lockerungen der Schutzmaßnahmen in Moskau stießen auf breite Zustimmung. Zugleich ernteten die neuen Vorschriften in Online-Netzwerken viel Spott. Der beliebte Komiker Maxim Galkin, der fast acht Millionen Follower auf Instagram hat, veröffentlichte einen Sketch, in dem Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin und Russlands Präsident Wladimir Putin über einen “Atem-Zeitplan” für die Moskauer diskutieren. Die fünfminütige Parodie wurde in den vergangenen Tagen fast sechs Millionen Mal angeschaut.

Die Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt Moskau ist Russlands Zentrum der Pandemie. Mehr als die Hälfte aller Infektionsfälle wurde im Großraum Moskau registriert. Landesweit wurden in Russland bislang rund 415.000 Corona-Fälle regisrtiert, damit rangiert das Land weltweit hinter den USA und Brasilien auf Platz drei. Trotz der hohen Infektionszahlen kündigte Präsident Wladimir Putin an, nicht nur in Moskau, sondern auch in vielen anderen russischen Regionen seien Lockerungen geplant.

Abstimmung über Verfassungsänderung am 1. Juli

Putin gab zugleich bekannt, dass über die größte Verfassungsänderung der russischen Geschichte am 1. Juli entschieden werden solle. Dieser von der zentralen Wahlkommission vorgeschlagene Termin sei “perfekt”. Der ursprüngliche Termin Mitte April war wegen der Corona-Epidemie verschoben worden.

Die Verfassungsänderung ist umstritten: Sie sieht vor allem eine Ausweitungen der Machtbefugnisse des Präsidenten vor. Putin könnte dann bis 2036 im Amt zu bleiben. Im Eiltempo hatten im Winter das Parlament und auch das Verfassungsgericht dem zugestimmt. Kremlgegner werfen Putin einen Staatsstreich vor.

haz/pg (dpa, afp)



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