Lucas Hernández: Verkauf des Rekord-Transfers wäre fatales Signal

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Es kommt nicht oft vor, dass ein Top-Klub so viel Geld für einen Spieler bezahlt und nur wenige Monate darauf darüber spekuliert wird, dass er ihn schon wieder abgibt. Bei Lucas Hernández ist genau das passiert. Der 24-Jährige kam bereits mit einer schweren Verletzung am Innenband im Knie nach München, weshalb er erst im August einsatzbereit war und die komplette Vorbereitung verpasste.

Seine ersten neun Einsätze deuteten dennoch direkt an, wohin die Reise für den Weltmeister gehen kann, wenn er sich an der Säbener Straße entsprechend entwickelt. Insbesondere Tempo, Zweikampfführung und seine Antizipation stachen heraus. Im fragilen System von Niko Kovac gelang es Hernández sofort, Stabilität in die Defensive zu bringen – eine nicht zu unterschätzende Leistung. Besonders markant: Seine Fähigkeit, im richtigen Augenblick den Schritt aus der Viererkette herauszumachen und so gefährliche Konter oder Pässe in die Spitze abzufangen.

Verletzungspech verhinderte einen Traumstart in München

Zu seinem Pech folgte im Oktober aber die nächste schwere Verletzung – diesmal das Innenband im Sprunggelenk. Hernández fehlte seiner Mannschaft bis in den Januar und musste mit ansehen, wie Jerome Boateng und David Alaba sich in der Innenverteidung festspielten, während auf seiner Ausweichposition auf der linken Abwehrseite Alphonso Davies aufblühte. Unter dem neuen Trainer Hansi Flick spielte der Neuzugang deshalb erst 451 Minuten – auf 15 Kadernominierungen verteilt sind das nur 30 Minuten pro Spiel.

Dabei konnte Hernández nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs Ende Mai durchaus erneut überzeugen. Gegen Fortuna Düsseldorf war er eine Halbzeit lang der beste Bayern-Spieler auf dem Platz, dribbelte immer wieder von hinten gefährlich an, gewann wichtige Zweikämpfe und war aktiv am Spiel des Meisters beteiligt. Erneut war es sein Körper, der ihm mehr verweigerte. Er blieb in der Kabine, diesmal ohne schwere Folgen.

Es kann aktuell nicht davon gesprochen werden, dass die noch junge Zusammenarbeit zwischen Spieler und Klub eine derart hohe Ablösesumme rechtfertigen würde. Und doch wäre es eine Überreaktion, wenn der FC Bayern Hernández nach nur einer unglücklichen Saison abgeben würde. Selbst dann, wenn man die kolportierten 80 Millionen Euro wieder einnehmen könnte.

Dafür sind gleich mehrere Argumente entscheidend. Zunächst steht der Vorwurf im Raum, dass die Viererkette aktuell ohnehin keinen Platz für ihn bieten würde. Außerdem kehrt mit Niklas Süle ein weiterer Anwärter auf einen Stammplatz zurück, der wiederum auf der halbrechten Seite in der Innenverteidigung spielen kann. Hernandez konnte seine Stärken auf dieser Position bisher nie zeigen. Wenn er dort von Flick eingesetzt wurde, war er weniger auffällig als auf der halblinken Position. Das könnte damit zusammenhängen, dass Hernández mit seinem linken Fuß andere Pass- und Laufwinkel wählen muss, weil er mit rechts nicht so stark ist.

Hernández muss sich der Konkurrenz stellen

Letztendlich bedeutet das, dass der natürliche Ersatz für Boateng in der kommenden Saison eher Süle sein wird, wenn Flick sich keine Systemänderung mit einer Dreierkette überlegt. Dass Hernández an Alaba und Davies vorbeikommt, scheint aktuell unwahrscheinlich zu sein. Mit Tanguy Kouassi soll zudem ein weiteres Talent für die Innenverteidigung aus Paris kommen. Das ist zwar längst nicht bestätigt, es würde die Situation aber noch weiter verschärfen.

Trotzdem: Wer mit einer vermeintlich zu großen Konkurrenzsituation argumentiert, denkt vielleicht ein wenig zu kurz. Wie lange Boateng sein aktuelles Level noch halten kann, steht in den Sternen. Auch wenn er aktuell aufblüht, befindet er sich auf der Zielgeraden seiner Bayern-Karriere. Dass Süle nach zwei Kreuzbandrissen genauso stark wiederkommt, wie er sich vor seiner Verletzung präsentierte, ist ebenfalls spekulativ. Nicht wenige Spieler mussten nach zwei Kreuzbandrissen feststellen, dass ihr Leistungsniveau gelitten hat. Auch Javi Martinez, der diese Position hervorragend spielen kann, wird die Münchner eher früher als später verlassen.

In einem solchen Worst-Case-Szenario blieben den Bayern noch Benjamin Pavard, Alaba und eben Hernández auf Top-Niveau. Alle anderen Spieler, die für diese Position in Frage kämen, sind allenfalls als Wette auf die Zukunft zu betrachten. Verletzen sich allein schon Alaba oder Davies, würde es schnell eng werden. Ein voreiliger Verkauf von Hernández könnte also eine Lücke reißen, die nur schwer zu schließen wäre. Zwar gibt es auch bei ihm keine Garantie dafür, dass seine Verletzungsgeschichte ab jetzt auch Geschichte bleibt, doch allein sein Talent ist es wert, darauf zu spekulieren und den Kader gleichzeitig auf dieser Position möglichst breit zu halten.

Den Konkurrenzkampf muss er dann annehmen – wie auch alle anderen Spieler. Ein Klub wie der FC Bayern braucht zwar klare Hierachien, doch er kann sich nicht auf 11 Top-Spieler allein verlassen. Dass Spieler wie Hernández auch mal auf der Bank sitzen können, ist normal. Kann er mit der entsprechenden Fitness sein Talent aber mal über einen längeren Zeitraum zeigen, bleibt Flick gar keine andere Wahl, als ihm Einsatzzeit zu verschaffen. Qualität setzt sich schlussendlich immer durch und davon hat Hernández eine Menge.

Ein Verkauf wäre reiner Aktionismus

Doch es gibt noch ein viel entscheidenderes Argument dafür, dass ein Verkauf die falsche Wahl gewesen wäre. Die Bayern haben mit Hernández erstmals einen Transfer getätigt, der nah an die 100-Millionen-Euro-Schwelle kam. Damit sind sie ein Risiko eingegangen, das sie lange gescheut haben. Dass Hernández dieses Vertrauen zurückzahlen kann, hat er bereits angedeutet. Und auch wenn es nur bei dieser Andeutung blieb, so würden die Münchner ein fatales Signal senden, wenn sie ihn bereits jetzt verkaufen würden. Auch an zukünftige Spieler in dieser Preisklasse.

Es wäre nicht etwa das Eingeständnis eines Fehlers, sondern reiner Aktionismus, mit dem man alle Überzeugungen über den Haufen werfen würde, die dazu geführt haben, dass die Bayern eine bisher außergewöhnliche Summe gezahlt haben. Es wäre vor allem untypisch für einen Klub, der Spieler immer wieder mit dem Versprechen lockt, ihnen eine einmalige und familiäre Atmosphäre innerhalb des Klubs zu bieten, die sie auch in schweren Zeiten auffängt.

Für Lucas Hernández war das gewiss ein kompliziertes Jahr. Aber verlassen wird er den FC Bayern deshalb nicht. Dass der frischgebackene Deutsche Meister sich diese Baustelle zusätzlich öffnet, war von Anfang an unwahrscheinlich. Sollte Hernández auch im zweiten Jahr nicht das zeigen können, wofür er geholt wurde, könnte die Diskussion eine andere Schärfe annehmen. Doch dass man in München von seiner Qualität überzeugt ist, bekräftigte nicht zuletzt Hasan Salihamidzic am vergangenen Wochenende: “Ich bin sicher, dass er für unsere Mannschaft noch sehr wertvoll wird.”

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