Lufthansa: Scholz lädt Großaktionär Thiele zum Krisentreff mit Spohr

0
118
Werbebanner

Vor entscheidender Aktionärsversammlung: Staatshilfen für Lufthansa in Gefahr: Scholz lädt Großaktionär Thiele zum Krisentreff

Wegen des Streits um eine mögliche Beteiligung des Bundes an der Lufthansa lädt Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zu einem Krisentreffen ein: Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Großaktionär Heinz Hermann Thiele sollen zu einem Gespräch ins Finanzministerium kommen.

Das berichtet die „Bild am Sonntag“. Demnach hat Scholz das Treffen bereits für Montagmorgen anberaumt. Thiele hatte jüngst seinen Anteil an der Lufthansa von zehn auf 15,52 Prozent aufgestockt und ist damit größter Einzelaktionär. Er hatte damit gedroht, bei der Aktionärsversammlung am 25. Juni sein Veto gegen eine Staatsbeteiligung einzulegen, die den wegen der Corona-Krise in wirtschaftliche Schieflage geratenen Konzern retten soll.

Die zwischen der Bundesregierung und der Lufthansa erzielte Einigung sieht unter anderem vor, dass der Bund ein Mitspracherecht bei der Besetzung von zwei der 20 Posten im Aufsichtsrat bekommt. Ein Sprecher des Finanzministeriums bekräftigte zuletzt die Aussage von Minister Scholz, der Bund habe ein „gutes Angebot auf den Tisch gelegt“.

Barreserven der Lufthansa schwinden – Donnerstag Hauptversammlung

Für die Lufthansa geht es diese Woche um alles – Insolvenz in Eigenverwaltung nicht ausgeschlossen. Dass die Lufthansa nach dem Verfall der Aktie ab Montag nicht mehr im Dax, der ersten deutschen Börsenliga gehandelt wird, ist da noch ihre geringste Sorge. Mit der Corona-Pandemie ist der Luftverkehr weltweit eingebrochen, nur ein kleiner Teil der Lufthansa-Flotte hebt derzeit zu Reisezielen ab. Schnell schwinden daher die Barreserven der größten deutschen Airline.

Um den Konzern mit seinen 138.000 Beschäftigten zu retten, hat der Bund ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket beschlossen. Dem müssen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung an diesem Donnerstag (25. Juni) noch zustimmen.

Die Details des Rettungsplans

Das Rettungspaket für Lufthansa sieht vor, dass der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds im Zuge einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnet, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Airline aufzubauen. Zudem sind stille Einlagen von bis zu 5,7 Milliarden sowie ein Kredit von bis zu 3 Milliarden Euro geplant. Im Gegenzug muss Lufthansa 24 Start- und Landerechte an ihren wichtigen Flughäfen in Frankfurt und München an die Konkurrenz abgeben.

FOCUS-MONEY – Corona-Krise: Das sagt Professor Hans-Werner Sinn

Was droht nach Geldflut und Schuldenschwemme?: Kommt eine neue Euro-Krise? Die Euro-Schuldenhaftung? Die große Geldentwertung? In diesem PDF-Heft sagt Professor Hans-Werner Sinn, was Sache ist. Eine schonungslose Analyse des bekanntesten deutschen Ökonomen.

Das Ja der Aktionäre ist aber nicht sicher. Die Lufthansa sowie Gewerkschaften fürchten, dass die üblicherweise schwache Präsenz der Anteilseigner bei der Hauptversammlung unter 50 Prozent liegen könnte. Dann wäre eine Zweidrittelmehrheit für das Rettungspaket des Bundes nötig. Bei mehr als 50 Prozent genügt eine einfache Mehrheit.

Thiele will Plan nachverhandeln

Sollten die Anteilseigner am Donnerstag nicht zustimmen, würde dies bedeuten, „dass die Deutsche Lufthansa AG möglicherweise zeitnah zur Hauptversammlung ein insolvenzrechtliches Schutzschirmverfahren beantragen müsste, wenn es dann nicht unverzüglich zu einer anderen Lösung kommt“, warnte die Fluggesellschaft. Auch eine Insolvenz in Eigenverwaltung schloss sie nicht aus.

Die entscheidende Rolle bei der Hauptversammlung liegt beim Unternehmer Heinz Hermann Thiele (79). Er hat zuletzt seinen Lufthansa-Anteil auf mehr als 15 Prozent aufgestockt. Er stößt sich vor allem an der vorgesehenen Beteiligung des Bundes von 20 Prozent und will den Plan nachverhandeln. Die Airline fürchtet, dass er den staatlichen Rettungsplan blockieren könnte.

Thiele kritisiert Spohr: „Man hätte intensiver verhandeln können“

„Ich bin der festen Überzeugung, dass der Staat nicht der beste Unternehmer ist“, so der Unternehmer in einem Interview. Zugleich betonte er, die Aufstockung seines Anteils sei „kein Signal, auf der Hauptversammlung gegen irgendetwas zu stimmen“. Thiele monierte, dass Lufthansa-Chef Carsten Spohr nicht die mit dem Bund behandelten Alternativen benannt habe. Die müsse der Vorstand auf den Tisch legen: „Ich glaube, man hätte intensiver verhandeln können.“

Sein Stimmverhalten auf der Hauptversammlung ließ Thiele offen. „Ich werde aber sicherlich hier nicht blockieren oder ausbremsen“, sagte der Unternehmer, der Hauptaktionär beim Bremsen-Spezialist Knorr-Bremse ist. Er hoffe vielmehr, dass noch zuvor etwas bewirkt und in Bewegung gebracht werden könne.

Ufo: „Ein Schutzschirmverfahren wäre unkalkulierbar“

Angesichts der Kritik von Thiele hält es der Lufthansa-Vorstand für möglich, dass das Rettungspaket an einer möglicherweise nötigen Zweidrittelmehrheit scheitern könnte. Das Management appellierte daher an die Aktionäre, ihr Stimmrecht wahrzunehmen.

Auch die Gewerkschaften sind alarmiert. Die Aktionäre hätten eine Verantwortung, betonte die Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Diese würden „über die Zukunft des Konzerns und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitentscheiden“. Auch die Pilotengewerkschaft VC forderte die Aktionäre auf, für die Staatshilfe zu stimmen. „Ein Schutzschirmverfahren wäre hingegen unkalkulierbar“, warnte sie.

Die Staatshilfen sind aber nicht das einzige Thema, das die Lufthansa umtreibt. Vorstandschef Spohr will den Anteilseignern zudem ein Sparkonzept präsentieren. Es droht ein großer Stellenabbau. Den rechnerischen Überhang in der Corona-Krise beziffert der Konzern auf 22.000 Vollzeitstellen, die Hälfte entfalle auf Deutschland. Wie tief die Einschnitte ausfallen, wird mit den Gewerkschaften verhandelt. Auch damit stehen der Lufthansa ereignisreiche Tage bevor.

Alles rund um die Entwicklung der Corona-Krise
Corona-Pandemie im Live-TickerFast 500 Neuinfektionen – RKI vermeldet den höchsten R-Wert seit dem Lockdown

Robert Halver im Interview: “Lufthansa-Einstieg gutes Geschäft für Steuerzahler”

pom/mit dpa/AFP


Coronacare

[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

zwei × zwei =