Machtwechsel in Guyana (endlich) vollzogen | Aktuell Amerika | DW

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Fünf Monate nach der Wahl zur Nationalversammlung in Guyana ist Oppositionskandidat Mohamed Irfaan Ali als neuer Präsident des südamerikanischen Landes vereidigt worden. Kurz zuvor hatte die staatliche Wahlkommission den Weg dafür frei gemacht. Der 40-Jährige löst in der ehemaligen britischen Kolonie den bisherigen Staatschef David Arthur Granger (75) ab.

Alis Vereidigung ging ein monatelanges Ringen voraus – mit Neuauszählung der Stimmen, mehreren Gerichtsurteilen und gegenseitigen Betrugsvorwürfen. Die amtierende Regierungskoalition unter Granger versuchte letztlich ohne Erfolg, das Wahlergebnis nachträglich ändern zu lassen. In Guyana stellt die Partei mit den meisten Sitzen in der Nationalversammlung auch den Präsidenten.

Guyana Präsident David A. Granger (picture-alliance/AP Photo/K. Hagen)

Wäre lieber an der Macht geblieben: Ex-Staatschef David Arthur Granger

Zu viel Geld für ExxonMobil?

Guyana ist eines der ärmsten Länder Südamerikas, gelegen im Norden des Kontinents. 2015 hatte ein vom US-Konzern ExxonMobil angeführtes Konsortium große Erdölvorkommen vor Guyanas Küste gefunden. Der Export des Rohstoffes lief in diesem Jahr an.

Einnahmen aus dem Ölgeschäft dürften dem Staat mit seinen lediglich rund 750.000 Einwohnern etliche Milliarden Euro in die Kassen spülen. Auch deshalb erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2020 ein Wirtschaftswachstum von bis zu 86 Prozent. 

Laut einer Vereinbarung zwischen ExxonMobil und der Regierung in Georgetown gehen 75 Prozent der Einnahmen zunächst zur Kostendeckung an den Konzern. 25 Prozent soll der Staat bekommen. Die bisherige Opposition hatte diese Regelung im Wahlkampf kritisiert, weil sie ExxonMobil stark bevorteilen würde. Ali, der für die People’s Progressive Party – Civic (PPP-C) ins Rennen ging, war früher Wohnungsbauminister.

Die Wählerschaft in Guyana ist gespalten zwischen Afro-Guyanern (Nachfahren afrikanischer Sklaven) und Indo-Guyanern (Nachkommen indischer Arbeiter). Der monatelange Machtkampf hat die Spannungen noch verschärft.

wa/ack (dpa, afp)



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