Maddie-Verdächtiger Christian B. kämpft vor Gericht um Freilassung

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Im Fall Maddie McCann ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen den 43-jährigen Christian B. 2007 verschwand das damals 4-jährige britische Mädchen aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz.

Verhandlung beginnt am Donnerstag

Christian B. ist bei den Ermittlern bereits ausgiebig bekannt: Er hat diverse Vorstrafen, momentan sitzt er in Kiel eine 21-monatige Haftstrafe wegen Drogenhandels ab. Zwei Drittel davon sind nun vorbei. Ein Antrag auf eine frühzeitige Entlassung hat B. bereits gestellt.

Aber noch steht eine andere Tat dem entgegen: Denn der 43-Jährige wurde im Dezember 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit räuberischer Erpressung an einer 72 Jahre alten Amerikanerin und weiterer Straftaten zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt.

Dabei soll B. das Opfer maskiert überfallen haben, sie gefesselt und geknebelt haben und auf sie mit einem biegsamen Metallgegenstand eingeschlagen haben. Diese Tat hatte sich im September 2005 in Portugal ereignet – nicht weit von dem Ort entfernt, in dem Maddie McCann zwei Jahre später verschwand.

McCann-Verdächtiger beruft sich auf „Spezialitätsschutz“

Das Urteil ist wegen eines Revisionsantrags von B. beim Bundesgerichtshof jedoch noch nicht rechtskräftig. Der BGH leitete den Antrag an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) weiter. Die Anhörung dazu beginnt am Donnerstag. Der Sprecher des Europäischen Gerichtshof Hartmut Ost erklärt im Gespräch mit FOCUS Online, dass sich B. auf den sogenannten „Spezialitätsschutz“ beruft.

B. behauptet nämlich, dass die Justiz in Braunschweig ihn nicht verurteilen hätte dürfen, da er wegen Kindesmissbrauchs und nicht wegen der Vergewaltigung von Portugal nach Deutschland ausgeliefert worden war. Wegen “sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit Sichverschaffen und Besitz kinderpornografischer Schriften” verurteilte ihn das Amtsgericht Braunschweig 2016 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Diese Strafe hat Christian B. bereits abgesessen.

Staatsanwaltschaft will Freilassung verhindern

Die Revision im Hinblick auf die Vergewaltigung wird im Eilverfahren durchgeführt, mit einem Urteil wird daher in wenigen Wochen gerechnet. Ob Christian B. persönlich erscheint und sich äußert, konnte EuGH-Sprecher Ost nicht sagen. Ein ähnlicher Fall sei Ost bisher nicht bekannt. Der Europäische Gerichtshof müsse nun darüber entscheiden, wie das EU-Recht ausgelegt werden muss. Der Anwalt von Christain B. äußerte sich auf schriftliche Anfrage von FOCUS Online nicht.

Falls ihm das Gericht Recht gibt und auch seinem Antrag auf frühzeitige Entlassung entspricht, könnte er theoretisch bald auf freien Fuß kommen.

Jedoch versucht die Staatsanwaltschaft Braunschweig eine Entlassung des Verdächtigen Christian B. zu verhindern. Mithilfe eines Zeugenaufrufs bei “Aktenzeichen XY”,  versuchen die Ermittler an neue Hinweise zu kommen, um Christian B. bei einer möglichen Freilassung in Untersuchungshaft wegen der McCann-Ermittlungen bringen zu können.

Kein Erfolg bei Suche nach Maddie McCann

Im Fall Maddie hatte die portugiesische Polizei Medienberichten zufolge in den letzten Wochen in Brunnen nach dem Mädchen gesucht. Dazu seien die Beamten der Kriminalpolizei dort mit Hilfe von Tauchern in der Gemeinde Vila do Bispo im Einsatz gewesen. Dabei sei allerdings keine Spur des britischen Mädchens entdeckt worden, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft auch eine Verwicklung von Christian B. in andere Fällen von vermissten Kindern. Bei der Suche nach der am 2. Mai 2015 verschwundenen Inga Gehricke stießen die Ermittler laut eines Berichts bereits vor vier Jahren in einer alten Kistenfabrik in Neuwegersleben bei Magdeburg auf ein Wohnmobil, das B. bei einer Zwangsversteigerung gekauft haben soll.

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