Maskenpflicht: So viel Bußgeld droht Ihnen, wenn Sie keine Maske tragen

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In Deutschland wird bundesweit sukzessive eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus in Kraft treten. Der Grund: Mit der Lockerung der Corona-Regeln sind wieder mehr Menschen auf den Straßen unterwegs. Es braucht mehr Schutz, damit es nicht zu einer zweiten Infektionswelle kommt.

  • Baden-Württemberg (gilt seit 27. April)
  • Bayern (gilt seit 27. April)
  • Berlin (gilt seit 27. April)
  • Brandenburg (gilt seit 27. April)
  • Bremen (gilt seit 27. April)
  • Hamburg (gilt seit 27. April)
  • Hessen (gilt seit 27. April)
  • Mecklenburg-Vorpommern (gilt seit 27. April)
  • Niedersachsen (gilt seit 27. April)
  • Nordrhein-Westfalen (gilt seit 27. April)
  • Rheinland-Pfalz (gilt seit 27. April)
  • Saarland (gilt seit 27. April)
  • Sachsen (gilt seit 20. April)
  • Sachsen-Anhalt (gilt seit 23. April)
  • Schleswig-Holstein (gilt seit 29. April)
  • Thüringen (gilt seit 24. April)

Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss in einigen Bundesländern sogar Strafe zahlen. Noch steht nicht überall abschließend fest, mit welchen Kosten Bürger bei Missachtung der neuen Regelung rechnen müssen.

Auch für Kinder gilt eine bundesweite Maskenpflicht. Lesen Sie dazu: Ab wann die Maskenpflicht für Kinder gilt – und ab welchem Alter

Was bislang über die Bußgelder bekannt ist:

Baden-Württemberg: Bußgeld erst ab 4. Mai

In Baden-Württemberg muss seit dem 27. April beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. Die Maskenpflicht soll ganz normal durch die Polizei und die Bediensteten des ÖPNV kontrolliert werden. Wer keine Maske trage, werde zunächst darauf hingewiesen, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Nach einer Gewöhnungswoche sollen Bürger, die keine Masken tragen, ab 4. Mai ein Bußgeld von bis zu 30 Euro abdrücken. Anfangsverstöße sollten mit 15 Euro geahndet werden, bei Folgeverstößen könnten die Behörden bis zu 30 Euro erheben.

Bayern: Privatleute zahlen 150 Euro, Ladenbesitzer bis zu 5000 Euro

Verstöße gegen die Mundschutzpflicht zum Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus können in Bayern bis zu 5000 Euro kosten. Das geht aus dem aktualisierten Bußgeldkatalog hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. Demnach werden bei fehlendem Mund-Nase-Schutz in Bussen, Bahnen und Geschäften 150 Euro fällig. Besonders teuer wird es für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt: Hierfür sieht der Bußgeldkatalog eine Zahlung von 5000 Euro vor.

In Bayern ist die Maskenpflicht am Montag (27. April) im Öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften gestartet – ab einem Alter von sechs Jahren. Es reicht das Tragen eines Schals oder eines eng anliegenden Tuchs.

Nach knapp einer Woche Maskenpflicht in Bayerns öffentlichen Verkehrsmitteln hat das Verkehrsministerium eine positive Bilanz gezogen. “Die Maskenpflicht stößt auf große Akzeptanz”, erklärte Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag.

“Rückmeldungen von den Verkehrsverbünden zeigen, dass die große Mehrheit der Fahrgäste eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, an vielen Stellen sind es 98 oder sogar 99 Prozent. Bewusste Verstöße gibt es kaum”, sagte die Ministerin.

Berlin: Zunächst droht kein Bußgeld

Berlin trägt Maske – zumindest seit Montag (27. April) in den öffentlichen Verkehrsmitteln und seit Dienstag (28. April) im Einzelhandel. Als ausreichende Mund-Nasen-Bedeckung gelten nicht nur einfache OP-Masken oder selbstgenähte Modelle, sondern auch ein Tuch oder ein Schal. Bei Missachtung der Maskenpflicht droht zunächst kein Bußgeld, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag sagte. Die Berliner hätten sich bisher diszipliniert an die in der Corona-Krise geltenden Regeln gehalten. Im ÖPNV gebe es außerdem eine starke soziale Kontrolle durch andere.

Brandenburg: Bußgeld soll es nicht geben

Nach Potsdam gilt sie nun auch für das ganze Bundesland – die Maskenpflicht in Bus, Bahn und Tram und Geschäften. Hintergrund sei eine entsprechende Regelung in Berlin, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Wer die Masken aber nicht trägt, muss zunächst nicht mit einem Bußgeld rechnen.

In Potsdam halten sich die meisten Fahrgäste daran. “Die Aufforderungen an den Haltestellen werden beachtet”, sagte Stefan Klotz, Sprecher der Potsdamer Verkehrsbetriebe, auf Anfrage zu den ersten Erfahrungen. Zudem seien Servicekräfte der Verkehrsbetriebe in der Landeshauptstadt unterwegs. Sie wiesen die Reisenden auf die neue Regelung hin, Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Verkehrsmitteln zu benutzen.

Bremen: Bußgeld soll es am Anfang nicht geben

Bremen kündigte als letztes Bundesland eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an: Sie gilt seit Montag für den Nahverkehr und das Einkaufen. Zumindest am Anfang sollen bei Verstößen keine Bußgelder verhängt werden.

Lesen Sie auch: Die große Bundesländer-Übersicht: Hier öffnen die Schulen ab Montag wieder

Hamburg: Bußgeld soll es für Privatpersonen erstmal nicht geben

In der Hansestadt ist seit Montag (27. April) das Tragen einer Maske im öffentlichen Nahverkehr Pflicht – und auch beim Einkaufen, auf Wochenmärkten, sowie in Alten- und Pflegeheimen. Wer keinen Mundschutz trägt, erhält keinen Zutritt. Ein Bußgeld ist aber erstmal nicht vorgesehen. “Das wollen wir uns erst ansehen, ob das überhaupt erforderlich ist”, sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne). Es gebe nur ein Bußgeld für die Ladeninhaber, wenn sie nicht darauf achten, dass ihre Kunden einen Mundschutz tragen. Ihnen drohen Bußgelder in Höhe von 500 bis 1000 Euro.

Hessen: Bis zu 50 Euro drohen beim Verstoß gegen Maskenpflicht

Die hessische Landesregierung hat eine Maskenpflicht beschlossen. Sie gilt seit dem 27. April. Bürgerinnen und Bürger müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie die Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs nutzen oder den Publikumsbereich von Geschäften, Bank- und Postfilialen betreten, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Die Pflicht gilt nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Ein wiederholter Verstoß kann mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden.

Mecklenburg-Vorpommern: Bis zu 25 Euro Bußgeld

Mecklenburg-Vorpommern beschloss, die zunächst nur für den Nahverkehr beschlossene Maskenpflicht auch auf Geschäfte auszuweiten. Seit dem 27. April müssen Bürger dort nun ebenfalls eine Maske tragen. Wer sich nicht daran hält, kann mit 25 Euro Bußgeld belegt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Alle Bundesländer führen Maskenpflicht ein – wann sie wo gilt

Niedersachsen: Bei Verstoß Bußgeld von 20 Euro fällig

Wer in Niedersachsen gegen die Pflicht zum Tragen einer Maske etwa beim Einkaufen oder in Bus und Bahn verstößt, dem droht ein Bußgeld von 20 Euro. Das hat die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Dienstag mitgeteilt. Niedersachsen hatte die Höhe des Bußgeldes bislang noch nicht festgelegt gehabt.

Die Masken müssen in sämtlichen Geschäften, auf dem Wochenmarkt und in Bussen, Bahnen und Taxis getragen werden. Ausdrücklich nicht getragen werden muss die Maske in Banken – wer mit einer Maske in ein Geldinstitut geht, wird sonst eventuell aus Versehen noch für einen Bankräuber gehalten. Die Maskenpflicht gilt in Niedersachsen nicht für Menschen, die Krankheiten wie Asthma oder schwere Herz- und Lungenerkrankungen haben, die also eh schon Schwierigkeiten beim Atmen haben.

Nordrhein-Westfalen: Gibt keine feste Summe beim Bußgeld

Auch Nordrhein-Westfalen hat eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt. Seit Montag (27. April) ist das Tragen einer Maske beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen verpflichtend. Auch Schals oder Tücher würden akzeptiert im Wege einer pragmatischen Lösung. Laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann müssen Kinder ab Schuleintritt Mund und Nase mit einer Maske bedecken, also ab einem Alter von sechs Jahren.

Das Land hat beim Bußgeld bewusst keine feste Summe festgelegt, sondern überlässt die Höhe der Strafe den Ordnungsämtern der Kommunen. Das Bußgeld soll auch nicht sofort angeordnet werden. Sondern erst, wenn sich Betroffene nach einem entsprechenden Hinweis weigern, Masken aufzusetzen.

Rheinland-Pfalz: 10 Euro Bußgeld können fällig werden

Seit Montag (27. April) müssen auch die Menschen in Rheinland-Pfalz in Geschäften und im öffentlichem Nahverkehr einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das könne eine selbstgenähte Maske, ein hochgezogener Schal oder ein Tuch sein, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Wer keinen Mund-Nasen-Schutz im ÖPNV oder in einem Laden trägt, muss unter Umständen auch mit einem Bußgeld rechnen. „Klar ist, das Ganze ist bußgeldbewehrt“, betonte Dreyer. Ein Verwarnungsgeld von zehn Euro kann fällig werden. In der ersten Woche soll es dem Ministerium zufolge aber bei einer Ermahnung bleiben, ab der zweiten Woche kann dann das Verwarnungsgeld fällig werden.

Wenn Mitarbeiter geöffneter Geschäfte Mund und Nase nicht abgedeckt haben, soll dies mit einem Bußgeld von 250 Euro für die Betreiber geahndet werden – sofern es in dem Laden keine anderweitigen Schutzmaßnahmen wie Trennwände gibt.

Saarland: Bußgeld gibt es zunächst nicht

Das Saarland macht das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes wegen der Corona-Pandemie ebenfalls zur Pflicht. Seit Montag (27.4.) müssen sogenannte Alltagsmasken oder auch andere Abdeckungen wie Schals im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Geschäften getragen werden. Ein Bußgeld bei Nichteinhaltung der Maskenpflicht gibt es im Saarland zunächst nicht.50 Prozent Frühbucher-Rabatt – Nicht verpassen: “Mr. Dax” erklärt im Webinar, wie Sie die Krise zum Vermögensaufbau nutzen

Sachsen: Kein Bußgeld geplant

Sachsen war als erstes Bundesland vorgeprescht: Wer Bus und Bahn fährt oder Geschäfte betritt, muss bereits seit dem 20. April eine Schutzmaske tragen. Ein Bußgeld bei Nichtbeachtung ist aber vorerst nicht geplant. Man setzt auf die Vernunft der Bürger – und möchte es (vorerst) bei Hinweisen auf die bestehende Maskenpflicht belassen.

Sachsen-Anhalt: Vorerst kein Bußgeld bei Verstoß gegen Maskenpflicht

Sachsen-Anhalt führte bereits am Donnerstag (23.4.) beim Einkaufen sowie im öffentlichen Nahverkehr das Tragen eines Mundschutzes verpflichtend ein. Ein Schal oder ein Tuch sei aber ausreichend, hieß es. Verstöße gegen die Verordnung sollen zunächst nicht mit einem Bußgeld geahndet werden.

Schleswig-Holstein: Keine Maske, kein Eintritt

Ohne Mund- und Nasenschutz dürfen die Schleswig-Holsteiner seit Mittwoch (29. April) nicht mehr einkaufen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Dies beschloss das Kabinett am Mittwoch in Kiel im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. Überdachte Flächen von Einkaufszentren sowie Verkaufs- oder Diensträume von Handwerkern wurden ebenfalls in die Maskenpflicht einbezogen.

Für die genannten Zwecke reichen sogenannte Alltagsmasken aus Stoff oder auch ein Schal aus. Ein Bußgeld ist bislang nicht vorgesehen, aber Personen ohne Mund-Nasen-Bedeckung dürfen die Räumlichkeiten oder die Angebote nicht betreten beziehungsweise nutzen.

Thüringen: Kein Bußgeld

Die Thüringer müssen seit dem 24. April einen Mundschutz in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen tragen. Neben Masken – auch selbstgenähten – könnten auch Tücher oder Schals über Mund und Nase gezogen werden. Ausgenommen von der Maskenpflicht, die die Infektionsgefahr mit dem Coronavirus verringern soll, sind nach einer Verordnung der Landesregierung nur nachweislich kranke Menschen sowie Kinder bis zum Alter von sechs Jahren.

Es sollten keine medizinischen Masken erworben werden oder bei möglicherweise unseriösen Anbietern im Internet bestellt werden, riet Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Nach ihren Angaben wird vorerst kein Bußgeld fällig, wenn Menschen im öffentlichen Nahverkehr oder im Handel ohne Maske angetroffen werden.

Abstandsregeln müssen weiter eingehalten werden!

Der Schutz vor Mund und Nase ist vor allem ein Fremd- und kein Selbstschutz. Das bedeutet, es werden mit dieser Maßnahme vor allem andere vor einer Ansteckung geschützt und nicht primär der Maskenträger selbst vor dem Coronavirus. Auch wer eine Maske trägt, muss deshalb die bestehenden Kontaktverbote und Abstandsregeln unbedingt einhalten.

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