Mehr als 100.000 Corona-Tote in Brasilien | Aktuell Amerika | DW

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In den vergangenen 24 Stunden seien 905 weitere Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Brasilia mit. Die Gesamtzahl der Sterbefälle in Brasilien sei damit auf 100.477 gestiegen. Zudem seien fast 50.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Insgesamt wurde somit bereits bei mehr als drei Millionen Menschen in Brasilien das Virus nachgewiesen.

Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien sowohl gemessen an den Infektions- als auch den Totenzahlen das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Experten gehen aber davon aus, dass die Zahlen tatsächlich viel höher liegen, da in dem südamerikanischen Land relativ wenig getestet wird.

Brasiliens erster Corona-Todesfall hatte sich am 12. März ereignet, als eine 57-jährige Frau in Sao Paulo starb. Seitdem wurden Todesfälle in zwei Dritteln der 5.570 Gemeinden des Landes registriert. Ein Ende der Leidenszeit für das südamerikanische Land ist nicht abzusehen: In 34 der vergangenen 37 Tage lag der tägliche Mittelwert bei über 1.000 Toten. Dabei werden die Todeszahlen der vergangenen sieben Tage addiert und durch sieben geteilt.

Schuldzuweisungen an Bolsonaros Regierung

Experten sind sich einig, dass Brasiliens Regierung beim Schutz der Bevölkerung versagt hat. Der rechtsgerichtete Präsident Jair Messias Bolsonaro hatte Covid-19 von Anfang an als “Hysterie” und “kleine Grippe” bezeichnet. Die von Bürgermeistern und Gouverneuren erlassenen Distanzregeln kritisierte Bolsonaro nicht nur, sondern sabotierte sie, indem er auf Demonstrationen seiner Anhänger bewusst ohne Maske auftrat und Bäder in der Menschenmenge nahm.

Während der Pandemie mussten zwei Gesundheitsminister ihren Hut nehmen, die sich für Distanzregeln ausgesprochen hatten. Bolsonaro fordert hingegen seit Beginn der Krise die Öffnung der Wirtschaft. Zudem hatten sich die Minister, die beide Ärzte sind, gegen den von Bolsonaro geforderten Einsatz des umstrittenen Malariamittels Chloroquin gestellt. Bolsonaro stellte daraufhin einen General an die Spitze des Gesundheitsministeriums.

Brasilien I Jair Bolsonaro I Maske (picture-alliance/AP/E. Peres)

Er spielt die Risiken der Corona-Pandemie herunter: Jair Bolsonaro

Medikamentenmangel in Krankenhäusern

Der Präsident wies zudem das Militär an, Millionen von Chloroquin-Tabletten zu produzieren. Derweil beklagen öffentliche Krankenhäuser den Mangel an einfachsten Medikamenten und Equipment sowie Schutzanzügen. Laut Bolsonaro handelt es sich dabei um erfundene Vorwürfe, um ihm politisch zu schaden. Das Coronavirus, erklärte er mehrfach, sei von China in die Welt gesetzt worden, um ihm und US-Präsident Donald Trump Schaden zuzufügen.

Bisher hat die Regierung zudem kein nationales Notfallkomitee einberufen, um die Maßnahmen gegen Covid-19 landesweit zu koordinieren. Als Ergebnis gibt es in manchen Regionen widersprüchliche Anweisungen von Bürgermeistern, Gouverneuren und der Justiz. Unter der Bevölkerung herrscht Verwirrung, welche Regeln zu Hygiene- und Distanzvorschriften gelten.

Unterdessen meldet die Nachrichtenagentur Reuters, in den USA seien mehr als fünf Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden – rechnerisch einer pro 66 Einwohner. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 160.000, das entspricht etwa ein Viertel der weltweiten Gesamtzahl.

kle/bru (afp, kna, ape, rtr)



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