Menschenkette für die Universitätsautonomie | Aktuell Europa | DW

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Die Menschenkette, zu der die Studierendenvertretung der Universität für Theater- und Filmkunst (SZFE) aufgerufen hatte, zog sich von der Hochschule bis zum Parlament am Donauufer, begleitet von Theater- und musikalischen Darbietungen. Die Menschen reichten eine  Charta der Studenten mit den Forderungen für eine freie Universität von Hand zu Hand bis zum Parlament weiter. Dort wurde der Text verlesen. Die vor dem Parlamentsgebäude Versammelten riefen: “Ungarn – freie Universität”.

Die rechtsnationale Regierung hatte der Hochschule am Montag die Selbständigkeit entzogen und die Leitung einem Gremium aus Vertrauten von Ministerpräsident Victor Orbán übertragen. Daraufhin traten die Professoren und die gesamte gewählte Leitung der Hochschule zurück. 

Rund 250 Studenten besetzten daraufhin die Einrichtung. Sie fordern den Rücktritt der neuen Kuratoriumsspitze und die Rückgabe der Leitungsbefugnisse an die gewählten Gremien.

Ungarn | Demonstration in Budapest | Universitäten Autonomie (Getty Images/AFP/A. Kisbenedek)

Gemeinsam für die Freiheit der Lehre

Treibender Motor der Machtübernahme an der Theater-Uni ist Attila Vidnyanszky, der das neue Führungskuratorium der Hochschule leitet. Der Theater- und Filmregisseur ist zugleich Intendant des Nationaltheaters und genießt das Vertrauen Orbáns. Ihm schwebt die Schaffung einer christlich-nationalen Kultur vor.

Bildungsautonomie – für Orbán ein Fremdwort

Seit Jahren versucht die Orbán-Regierung, ihren Einfluss auf Hochschulen und Kulturinstitutionen im Land auszubauen. Es wurdeá bereits mehrere Schlüsseluniversitäten in private Stiftungen überführt, die von regierungstreuen Verwaltungsräten geleitet werden.

Während die Regierung betont, die neuen Strukturen würden die Bildungsqualität erhöhen und die Institutionen finanziell unabhängig machen, sehen Kritiker in dem Vorgehen den Versuch, die Bildungsautonomie einzuschränken.

Die renommierte Theater- und Filmuniversität in Budapest wurde 1865 gegründet. Zu den Absolventen gehören mehrere Oscar-Preisträger, darunter Michael Curtiz, der Regisseur von “Casablanca”, und der Kameramann Vilmos Zsigmond. Er bekam einen Oscar für die Kameraführung in Steven Spielbergs “Unheimliche Begegnung der dritten Art”.

qu/kle (dpa, ap)



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