“Merz gegen Merz”: Scheidungs-Serie mit Annette Frier und Christoph Maria Herbst

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TV-Kolumne “Merz gegen Merz”: Warum die Ehe wie eine Rolltreppe ist: Die Nicht-Scheidungs-Serie mit Therapie-Potenzial

Nach Corona, prognostizieren Experten, werde die Scheidungsrate in Deutschland steigen: Zu viel Zweisamkeit kann zum Problem werden für nicht mehr ganz so verliebte Liebende. Schon ein zweiwöchiger Shutdown ohne Fluchtmöglichkeit ins Büro ist wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten und der 90. Geburtstag der Schwiegermutter zugleich. Mit anderen Worten: tödlich für die Liebe.

Menschen, die sich in den letzten Tagen ertappt haben beim Googeln von Wörter wie „Zugewinn“, „Sorgerecht“ oder „Rentenausgleich“, seien acht Paartherapie-Sitzungen beim ZDF empfohlen. „Merz gegen Merz“ hat das Potenzial, auch in der zweiten Staffel Ehen zu retten. Weil das Zusammenbleiben womöglich doch einfacher ist als eine Trennung. 

Wenn das Eheleben wie alter Fisch ist

„Merz gegen Merz“, das sind Anne gegen Erik: In der Mittelkrise des Lebens angekommen, hatte das Paar in Staffel eins noch versucht, sich zu trennen. Doch nach vielen Ehejahren teilt man eben mehr als nur Bett und Tisch: Annes Vater Ludwig ist zugleich auch Eriks Chef, und die Chancen sind groß, dass Erik im Scheidungsfall nicht nur die Ehefrau, sondern auch den Job verlieren könnte. Die erste Staffel endete damit, dass das Paar sich doch füreinander entscheidet. Denn wie der Anwalt es nun sagt: Eine Ehe ist wie eine Rolltreppe – „die funktioniert auch noch als Treppe, wenn sie kaputt ist“. Oder wie es Anne mit einer Sushi-Metapher ausdrückt: „Selbst wenn der Lachs schon schlecht ist, kann man den Reis noch essen.“

Staffel zwei wiederum beginnt damit, dass ein Ehevertrag aufgesetzt werden soll, um für den Neustart als Ehepaar Privates und Berufliches fein säuberlich voneinander zu trennen. Damit allerdings sind Anne und Erik in die Phase „Spion & Spion“ eingetreten: Jeder hütet seine eigenen Geheimnisse – und versucht gleichzeitig, den anderen über den Tisch zu ziehen. Vertrauen ist etwas für Anfänger. 

Wenn das Lachen im Herz steckenbleibt 

Anne und Erik, das ist ein Paar wie Hund und Katz – und wie Topf und Deckel: Sie können nicht mit-, aber auch nicht ohne einander. Wer Annette Frier und Christoph Maria Herbst (einzeln schon großartig, als Paar ein Traum) in diesen Rollen zuschaut und zudem über 40 ist, der blickt immer auch ein bisschen in die Abgründe des eigenen Ehelebens. Comedy-Serie? Humor ist, wenn man trotzdem lacht. 

Kein Paar ist eine Insel, deshalb hat Autor Ralf Husmann („Stromberg“) um Anne und Erik herum einen Familienkosmos gestrickt, der vom Feinsten ist. Annes Vater Ludwig hat Alzheimer, seine Frau das heulende Elend. Eriks Eltern – bodenständige Schmierwurststullen-Esser – durchleben gerade den dritten Frühling. Und dann ist da noch Sohn Leon, der mit einer Shisha-Bar voll durchstarten will. Eine Idee, den zumindest die Großeltern väterlicherseits großartig finden und gerne finanziell fördern.

Wenn Liebe und Lohn aufeinandertreffen 

Dem Problem-Paar dabei zuzuschauen, wie es nach Freiheit strebt und sich doch immer mehr ineinander verwickelt, ist Tragikomik in seiner besten Form – und ein Lehrstück über die Vergänglichkeit der Liebe. Überragend bitter sind manche Dialoge, die sich hinter der Banalität des dahinsiechenden Ehealltags verschanzen, um von da aus umso schärfer zu schießen. Warum haben wir die Scheidung nicht durchgezogen, will Anne an einer Stelle von ihrem Noch-Gatten wissen? „Weil ich keinen Job mehr hatte“, sagt er. „Weil wir uns nicht wegwerfen wollten“, korrigiert sie ihn. Er: „Ja klar, das natürlich auch.“ 

Weiter als bei „Merz gegen Merz“ kann sich das ZDF nicht von den Pilcher-Schmonzetten zur Hauptsendezeit entfernen, was vielleicht auch ein Grund dafür ist, diese kleine Drehbuch-Perle im Nachtprogramm zu verstecken. In der Serie geht es nicht mehr um Rosen, nur noch um Dornen. Nur ganz, ganz selten erklingen Geigen aus der fernsten Ferne. „Geld“, sagt Anne Vater einmal, „Geld ist am Ende nur Geld. Am Ende geht es darum, dass noch einer bei dir ist. Dass du nicht alleine bleibst.“

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