Milliarden-Hilfen: Wir brauchen einen großen Wurf – ohne Denkverbote

0
71
Werbebanner


Kommentar: Staatliche Hilfen: Wir brauchen einen großen Wurf, es darf keine Denkverbote geben

Der Staat stellt Milliardensummen bereit, damit die Wirtschaft nicht zusammenbricht. Wichtig ist dabei, dass auch die Solo-Selbständigen und kleinen Firmen genügend Hilfe bekommen. Und beim Thema Aktien muss der Finanzminister den Kurs dringend korrigieren. Ein Kommentar.

Eine seltsame Stimmung ist zu spüren, nicht nur im Münchner Umland. In Bayern sorgt die Ausgangsbeschränkung (Ausgangssperre ist es aktuell nicht) seit Samstag für eine Ruhe, vergleichbar nur noch mit Heiligabend. Am Abend bin ich noch zum Geldautomaten gefahren, nachdem die Gerüchte lauter wurden, das Bargeld werde knapp. Journalistenpflicht, ehrlich, ich hatte da persönlich keine Bedenken. Und siehe da, die Handvoll Automaten, denen ich meine Karte in den Schlitz gesteckt hatte, hamsterten nicht, sondern spuckten brav die gewünschten Summen aus.

Bank-Run fällt erst einmal aus

Einen Bank-Run konnte ich demnach nicht verifizieren, was sollen die Bürger aktuell auch mit viel Bargeld? Überall heißt es aus Corona-Gründen doch, bitte mit Karte zahlen. Und die meisten Supermärkte bieten inzwischen ebenfalls an, Bargeld abzuheben, wenn der Mindestumsatz erreicht ist (bei Aldi ist das bei einem Einkaufswert ab 5 Euro möglich). Wozu dann die Geldautomaten stürmen? Wie vergangene Woche schon geschrieben: Wir müssen anfangen zu denken.

FOCUS-MONEY – Die sichersten Dividendenaktien der Welt

Die Corona-Krise tobt an den Aktienmärkten. Da bieten etwa Aktien von Unternehmen, die seit 43 Jahren ihre Dividende immer erhöht haben, Beruhigung für gestresste Anleger. FOCUS-MONEY zeigt in diesem PDF-Heft, wie Sie sich jetzt Renditen von fünf bis zehn Prozent sichern.

Ums liebe Geld geht es an den Finanzmärkten, allerdings ist es hier für die Anleger zuletzt deutlich weniger geworden. Gut, der Dax hat sich in der vergangenen Woche zwischen 8000 und 9000 Punkten stabilisiert, aber das müssen noch nicht die Tiefs gewesen sein. Trotz der Milliarden- oder Billionen-Spritzen der Notenbanken weltweit ist die Lage noch sehr fragil und die schwachen US-Börsen an der Wall Street am Freitag sind eher ein Warnsignal. Zumal „Corona“ – das sehr wahrscheinliche Unwort des Jahres 2020 – in den Vereinigten Staaten auch erst beginnt, seinen Schrecken zu verbreiten.

Die Wirtschaft steht vor unglaublichen Herausforderungen, der Staat muss helfen. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftseinbruch von fünf Prozent. Nun hat sich auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz von seiner „ Schwarzen Null“ verabschiedet und will 150 Milliarden neue Schulden aufnehmen. Reichlich spät, diese Erkenntnis. Aber immerhin ist sie noch gekommen.

Milliarden-Hilfen wecken Begehrlichkeiten bei kriselnden Firmen

So viel Geld weckt Begehrlichkeiten, speziell bei Großkonzernen, die Entwicklungen verschlafen haben. Ein Beispiel: Logischerweise ist die TUI mit ihren Reisegeschäft massiv betroffen, aber wenn man ehrlich ist, dann verharrt der Konzern im vergangenen Jahrhundert. Die Lufthansa wird ihre Hände wohl auch ausstrecken. Und bei den kleineren Firmen hat es Vapiano bereits erwischt: Die Insolvenz kann aber nicht alleine auf Covid-19 zurückgeführt werden, hier sind auch Managementfehler in der Vergangenheit dafür verantwortlich.

Ich kann nur hoffen, dass es Regelungen für die kleinen Firmen und Solo-Selbständigen gibt. Wir brauchen einen großen Wurf, es darf keine Denkverbote geben. Noch sehe ich ihn nicht.

Künstliches Koma ist eine spannende Idee

Im Kern haben wir doch folgendes Problem – nehmen wir einen Friseur: Der Friseur hat Angestellte, zahlt Löhne und gewerbliche Miete. Nun will der Staat Kredite verteilen, damit der Friseur über die Runden kommt. Damit verhindert er zwar die Insolvenz, aber die Schulden steigen (und die Kredite müssen später zurückgezahlt werden). Aber gehen die Bürger dann häufiger zum Haare schneiden oder ins Restaurant? Nein, sie werden eher ihre alten Gewohnheiten wieder aufnehmen.

Daher schlagen Experten wie Dr. Stelter ein “künstliches Koma” vor: Wir stellen alles ein. Um ihn zu zitieren: “Bezogen auf die Wirtschaft würde das bedeuten, dass wir für eine bestimmte Zeit alles einstellen. Keine Lohnzahlungen, keine Mieten, keine Zinsen. Wir tun einfach so, als würde ein Quartal ökonomisch nicht stattfinden. Es gäbe keine Umsätze, aber es gäbe auch keine Verpflichtungen.” Spannende Idee!

Börsen stürzen ab wegen Coronavirus: Drei Fehler dürfen Anleger jetzt nicht machen

Der Staat muss Aktien fördern, nicht behindern

Einen Hinweis möchte ich hier noch loswerden, denn ich mache mir mehr denn je Sorgen um unsere Altersvorsorge. Ein Crash wie dieser verunsichert die Menschen, diese sehen Aktien bald wieder als Teufelszeug an. Aber ich kann nur appellieren: Es ist der einzig richtige Weg, um über einen langen Zeitraum eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften!

Es wäre extrem wichtig, wenn das auch der Staat erkennen und fördern würde. Was halten Sie von der Idee, Verkäufe von Wertpapieren nach einer Haltedauer von sieben Jahren von der Steuer zu befreien oder andere Anreize zu schaffen? Ich finde es sinnvoll. Der Staat fährt aber in die entgegengesetzte Richtung: Völlig falsch ist eine Finanztransaktionssteuer, die der Aktienkultur nachhaltig schadet. Und auch die Einschränkung der Absicherungsmaßnahmen ist der falsche Weg (das kann nur jemand verantworten, der selber keine Wertpapiere hat).

Absicherung kostet Geld, ist aber extrem sinnvoll

Eine Absicherung kostet Geld, aber sie ist in turbulenten Zeiten wie diesen absolut sinnvoll. Und wenn wir ab 2021 nur noch Verluste aus Termingeschäften nur noch bis zu einer Höhe von 10.000 Euro mit Gewinnen verrechnen dürfen, dann haben wir ein Problem. Jeder von uns, der Aktien hat.

REWE – Dein Markt (Anzeige)

Auch hier ein Beispiel zur Verdeutlichung: Sie als Anleger möchten Ihr Depot mit Optionen absichern und erzielen einmal 20.000 Euro Gewinn damit und einmal 35.000 Euro Verlust. In Summe ergibt sich ein Minus von 15.000 Euro. Steuerlich sieht die Rechnung ganz anders aus: Da Sie nur noch 10.000 Euro mit den Gewinnen verrechnen dürfen, kommt folgende Rechnung heraus: 20.000 Euro Gewinn minus 10.000 Euro Verlust (von den 35.000 Euro, die Sie ansetzen dürfen) ergeben 10.000 Euro Gewinn, die zu versteuern sind. Und dabei haben Sie eigentlich 15.000 Euro Miese gemacht.  Das muss man nicht weiter kommentieren.

Wer sich näher mit diesen wichtigen Thema beschäftigen möchte, schaut sich diese Petition an. Wäre gut, wenn einer aus dem Finanzministerium dort einmal reinschauen würde.

Alle Informationen zum Coronavirus finden Sie im News-Ticker:   PUSH – Coronavirus-Ausbruch im News-Ticker – Fast 15.000 Corona-Fälle in Deutschland – Freiburg erlässt eingeschränkte Ausgangssperre

Wo tritt Coronavirus auf? Echtzeit-Karte zeigt die Verbreitung der Krankheit

vt/


Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

vierzehn + 13 =