Millionen Paar Schuhe wurden Schlüsselerlebnis für Entwicklungsminister Müller

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Buchauszug “Umdenken – Überlebensfragen der Menschheit: Wie 150 Millionen Paar Schuhe zum Schlüsselerlebnis für Minister Müller wurden

Denn brennende Müllhalden, aus denen junge Menschen wertvolle Metalle klauben, und Krankenhäuser, die den Eindruck einer Slumhütte vermitteln: Das ist eine Realität, die wir in unserem Alltag meist nicht sehen – anders Entwicklungsminister Gerd Müller. In seinem Buch “Umdenken – Überlebensfragen der Menschheit” ruft er zum Umdenken auf. FOCUS Online veröffentlicht einen Auszug, in dem Müller trotz Überbevölkerung, Lösungsansätze für die Erhaltung der Umwelt gibt.

Wie viel Mensch erträgt die Erde bei einer gegebenen Technologie und Kooperationsstruktur? Die Erde bietet uns nur in begrenztem Umfang Wasser, Boden und Fläche. Würde jeder Mensch auf dem Planeten so leben, konsumieren und wirtschaften wie wir in Deutschland, bräuchten wir heute schon drei Erden. Bei dem Leben und Wirtschaftsmodell der Amerikaner wären fünf Erden notwendig. Es ist deshalb klar, dass wir große Veränderungen brauchen: bei der Art der weltweiten Zusammenarbeit, der eingesetzten Technologie und den Lebensstilen. Die Vorgabe für morgen kann kein naives Diktum von »immer mehr Wachstum, immer mehr Produktion, immer mehr Konsum – und das für alle« sein.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts findet das Bevölkerungswachstum fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. Im Jahr 1970 stellten die Entwicklungsländer 65 Prozent der Weltbevölkerung, heute sind es schon 80 Prozent. Es sind viele Menschen, und viele davon sind sehr arm. Allerdings ist wichtig zu erkennen, dass es zum heutigen Zeitpunkt nicht primär die vielen Armen sind, die unser Klima und die Umwelt gefährden. Hauptverantwortlich dafür ist vielmehr der Reichtum, also das Wirtschafts- und Konsummodell der obersten Wohlstandsmilliarde, zu der allerdings mittlerweile auch Menschen aus ärmeren Ländern gehören.

Es droht immer mehr Spaltung wegen der Ressourcenengpässe

Der mittlere CO2-Ausstoß pro Kopf in Deutschland liegt bei zehn Tonnen, in Nigeria bei 0,5 Tonnen, in China nun auch schon bei über sieben Tonnen, und das bei 1,4 Milliarden Menschen. Industrieländer stehen in der Verantwortung, aber die aufholenden Schwellenländer mit ihren großen Bevölkerungen spielen zunehmend eine entscheidende Rolle bei der Belastung der Atmosphäre mit Klimagasen.

Die Bevölkerung der OECD-Staaten, der reichen Staaten der Welt, beträgt etwa 17 Prozent der Weltbevölkerung. Sie verbraucht rund 35 Prozent der Ressourcen und verfügt über etwa 70 Prozent des weltweiten Vermögens. Die OxfamStudie 2020 stellt fest, dass einem Prozent der Menschheit 45 Prozent des globalen Vermögens gehören. Dies wirft die Frage von Gerechtigkeit auf. Wem gehören die Reichtümer des Planeten?

Bei wachsender Weltbevölkerung werden die Ressourcen immer knapper und teurer werden, wenn uns technisch nichts Neues einfällt. Nur die Reichen können sich unter Umständen zukünftig Öl, Wasser, Boden, seltene Erden noch leisten – die Reichen in unseren Ländern wie in den Entwicklungs -und Schwellenländern. Es droht zu immer mehr Spaltung wegen der Ressourcenengpässe und der Klimapolitik zu kommen – kein Szenario für eine friedliche Zukunft.

Wir stehen noch am Anfang – auch in Europa

Wer auf eine weitere Spaltung in einer globalisierten Weltwirtschaft zwischen Arm und Reich setzt, nimmt Krieg, Terror und Vertreibung in Kauf. Die Zeit wird knapp, um dies durch eine neue Verantwortungsethik, entsprechende Formen der Zusammenarbeit und eine neue Technologie zu vermeiden. Uns allen muss klar sein, dass wir heute in einem globalen Dorf in einer einzigen Welt leben. Wir sitzen alle in einem Boot, wenn auch in verschiedenen Klassen, und unser aller Lebensqualität ist für die Zukunft bedroht.

Das Buch von Gerd Müller (Anzeige):

Der Schutz globaler Güter wie Klima, Umwelt, Meere, Wasser, tropische Regenwälder, Boden sind Existenzgrundlage menschlichen Lebens und bedürfen, weltweiter Schutzstandards. Dazu ist es notwendig, dass sich die Industrieländer zu einer neuen, globalen Verantwortungspartnerschaft bekennen, weltweite soziale Verantwortung übernehmen und Nachhaltigkeit zum Prinzip allen menschlichen Tuns machen. Die Weltgemeinschaft hat mit der Verabschiedung des New Yorker Weltzukunftsvertrages und der Festlegung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDG) und dem Pariser Weltklimavertrag 2015 beschrieben, wie das Miteinander zu gestalten ist.

Containerschiff mit 150 Millionen Paar Schuhe war Schlüsselerlebnis

Wir alle wissen, was wir für eine wachsende Weltbevölkerung erreichen wollen. Zielvorstellungen reichen aber nicht aus. Erforderlich ist kluges Handeln bei Akzeptanz verschiedener unvermeidbarer Konsequenzen, zum Beispiel für die eigene Lebenssituation. Hier stehen wir noch am Anfang – auch in Europa.

Wir brauchen weltweit verbindliche ökologische, soziale Standards, auf die sich EU, Weltbank, WTO, IWF verpflichten. Notwendig ist die weltweite Durchsetzung des Verursacherprinzips im Umweltschutz und der ökologischen Kostenwahrheit, zum Beispiel bei der Besteuerung weltweiter Transporte mit Schiff und Flugzeug. Es ist nicht akzeptabel, dass es im internationalen Luft- und Schiffsverkehr nach wie vor keine verursachergerechte Besteuerung gibt. Internationale Verkehre können nicht beliebig ausgebaut und gesteigert werden. Umweltkosten müssen nach dem Prinzip der Kostenwahrheit, dem Verursacher und Territorialitätsprinzip umgelegt werden.

Ich hatte ein Schlüsselerlebnis im Hamburger Hafen, als dort eines der größten Seecontainerschiffe der Welt einlief – ein Schiff mit 25.000 Containern an Bord, das mit einer Fahrt 150 Millionen Paar Schuhe aus Asien nach Hamburg transportierte. Bis heute fahren diese Schiffe mit dem dreckigsten Schweröl, das es überhaupt gibt, verbunden mit höchsten Umweltbelastungen sowie mit einer Nullkostenbelastung für die durch die Transporte erzeugten Umweltschäden.

Zurück zur Entwicklung der Weltbevölkerung. Die UN gehen im jüngsten Weltbevölkerungsbericht davon aus, dass im Jahr 2050 rund 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Wäre die Welt ein Dorf mit 100 Einwohnern, so kämen heute 59 Menschen aus Asien, 17 aus Afrika, zehn aus Europa, acht aus Lateinamerika, fünf aus Nordamerika und ein Mensch aus Ozeanien. Mehr als die Hälfte des Bevölkerungswachstums bis 2050 wird in neun Ländern erfolgen: in Indien, Nigeria, Pakistan, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Tansania, Indonesien, Ägypten und den USA.

Das Buch “Umdenken – Überlebensfragen der Menschheit” von Gerd Müller erschien am 19. Mai 2020 im Murmann Verlag.

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