Minneapolis kommt nicht zur Ruhe | Aktuell Amerika | DW

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Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis haben die Proteste in der US-Großstadt trotz Ausgangssperre angedauert. In Medienberichten heißt es, weder Soldaten der Nationalgarde noch Polizisten seien zu sehen. An den Protesten beteiligten sich Schwarze ebenso wie Weiße. Fernsehbilder zeigten, wie Demonstranten in der Stadt auf einer Schnellstraße marschierten. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie “Bin ich der nächste?” und “Ohne Gerechtigkeit kein Frieden”.

Proteste auch in New York und Dallas

Auch in anderen US-Städten kam es in der vierten Nacht in Folge zu Protesten, die vereinzelt in Gewalt ausarteten. In Atlanta griffen Demonstranten das Hauptquartier des Senders CNN an. Der Sender zeigte Live-Bilder aus der eigenen Zentrale, auf denen zu sehen war, wie Demonstranten auf Polizisten im Eingangsbereich des Senders Gegenstände warfen. Auch aus New York, Los Angeles, Dallas, Louisville und anderen Orten wurden Proteste gemeldet. Vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich ebenfalls Demonstranten. Einige von ihnen stießen Barrikaden um. 

USA, Minneapolis: Proteste um den Tod George Floyds (Reuters/L. Jackson)

Mitglieder der Nationalgarde patrouillieren in Minneapolis

Der Gouverneur des US-Bundestaates Minnesota, Tim Walz, rief dazu auf, sich an die Vorgaben der Behörden zu halten. Verstöße würden mit einer Geldstrafe von bis zu 1000 Dollar oder Haft von bis zu 90 Tagen bestraft. “Es ist an der Zeit, unsere Gemeinschaft wieder aufzubauen”, betonte Walz. Er fügte hinzu: Systematischer Rassismus müsse angegangen werden, dies könne aber nicht passieren, solange noch “Anarchie auf den Straßen herrscht”. Zuvor hatte Walz mit Blick auf den Tod Floyds und die Ereignisse der vergangenen Tage von einem der “dunkelsten Kapitel” in der Geschichte des US-Bundesstaates gesprochen.

Um Hilfe gefleht

Der Afroamerikaner George Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommen. Einer der vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurde des Mordes angeklagt. Bei ihm handelt es sich um den weißen Polizisten, der sein Knie minutenlang an den Hals Floyds gedrückt hatte. Floyd hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Video festgehalten hatte. Der 46-jährige Schwarze wurde bei seiner Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt. 

In dem Haftbefehl für den Ex-Polizisten heißt es, dieser habe sein Knie insgesamt acht Minuten und 46 Sekunden auf den Nacken Floyds gedrückt. Das Handy-Video vom Tatort belege das. In den letzten zwei Minuten und 53 Sekunden habe Floyd keine Lebenszeichen mehr gezeigt. Polizisten müssten auf Basis ihrer Ausbildung wissen, dass diese Art des Festhaltens eines Verdächtigen gefährlich sei. Dem Mann drohen nach den Gesetzen in Minnesota bis zu 35 Jahre Haft.

US-Justizminister William Barr kündigte darüber hinaus an, Bundesbehörden wie das FBI würden parallel zu den Ermittlungen der Behörden in Minnesota untersuchen, ob die betroffenen Polizisten Bürgerrechtsgesetze verletzt hätten.

haz/qu/ie/mak (dpa, afp)



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