Nachbarschaftshilfe: Wie Sie gefährdeten Menschen jetzt am besten helfen

0
95
Werbebanner


Samstag, 14.03.2020, 22:47

Die Corona-Pandemie schränkt zunehmend den Alltag der Menschen in Deutschland ein. Vor allem für gefährdete Gruppen wie Senioren sind auch alltägliche Aufgaben mit einem Ansteckungsrisiko verbunden. Daher ist nun Solidarität gefragt! FOCUS Online zeigt, wo bereits geholfen wird – und wie auch Sie aktiv werden können.

In Sozialen Medien bieten immer mehr Menschen anderen Personen ihre Hilfe an. Denn vor allem älteren Menschen und chronisch Kranken wird empfohlen, nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, große Menschenmengen zu meiden und keine Veranstaltungen zu besuchen. Diese Menschen brauchen dringend Unterstützung.

Mit “Corona Care: Deutschland hilft sich” ruft FOCUS Online zur Nachbarschaftshilfe auf. Wir wollen Menschen, die helfen wollen, mit jenen zusammenbringen, die Hilfe brauchen. Zum Beispiel, weil sie eine Einkaufshilfe suchen, Unterstützung bei der Bestellung in Online-Shops brauchen oder sich einfach jemanden zum Reden wünschen, da sie sich in diesen Zeiten einsam fühlen.

Wenn Sie Hilfe brauchen, Mitglied einer Organisation sind, die Menschen unterstützt, oder selbst aktiv werden möchten, dann schreiben Sie uns an deutschland-hilft-sich@focus.de – und werden Sie so Teil unserer Solidaritätsaktion!

Schreiben Sie uns,

  • …wenn Sie zur Risikogruppe gehören und sagen Sie uns, wobei Sie Hilfe brauchen.
  • …wenn Sie helfen möchten, aber nicht wissen, wie.
  • …wenn Sie Teil einer Organisation sind und gerne in das Netzwerk aufgenommen werden wollen.
  • …wenn Sie eine Idee haben, wie Menschen sich gegenseitig unterstützen können.
  • …wenn Sie eine inspirierende Helfer-Geschichte erlebt haben, von der Sie uns erzählen möchten.

So können Sie Hilfe anbieten – Das Formular zum Ausdrucken als PDF

Das Formular für App-User.

Die schönsten Geschichten der Hilfsaktionen finden Sie hier im FOCUS-Online-Ticker.

Tausende Spanier spenden von Balkonen aus Ärzten und Pflegern Beifall

22.46 Uhr: Bewegende Aktion in Spanien in Zeiten von Coronavirus: Tausende Bürger gingen am späten Samstagabend an die Fenster oder auf die Balkone, um sich bei Ärzten, Sanitätern, Krankenpflegern und anderen Helfern mit einer nächtlichen Ovation zu bedanken. In Madrid war der minutenlange, begeisterte Beifall und Rufe gegen 22.00 Uhr praktisch in der ganzen Stadt zu vernehmen, wie die Deutsche Presse-Agentur durch eine schnelle Umfrage feststellte. Auto- und Busfahrer veranstalten Hup-Konzerte. Der per Whatsapp und im Netz verbreitete Aufruf zu der Aktion wurde nach Medienberichten auch in vielen anderen Teilen des Landes befolgt.

Vor allem das Personal in Kliniken und Krankenhäusern behandelt die an Covid-19 erkrankten Menschen unter sehr schweren, oft dramatischen Bedingungen. Nach Italien ist Spanien das von der Krise am stärksten betroffene Land Europas. Die Zahl der Coronavirus-Fälle steigt seit Tagen sprunghaft an. Nach einer Bilanz des Gesundheitsministeriums vom Samstagabend hatten sich bereits mehr als 6000 Menschen mit dem neuartigen Sars-CoV-2-Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle lag bereits bei nur noch knapp unter 200.

Münchner Pfarrer will am Sonntag um 11 Uhr Live-Gottesdienst abhalten

19.38 Uhr: Auch Gottesdienste sind vom Coronavirus betroffen, aber wozu gibt es schließlich das Internet. Pater Korbinian von der Münchner Pfarrei Sankt Bonifaz wird am Sonntag gegen 11:00 Uhr einen Live-Gottesdienst abhalten, den FOCUS Online auf seiner Facebook-Seite live übertragen wird. Jeder ist herzlich dazu eingeladen, sich im Livestream einzuklinken und mitzubeten.

Sächsin startet “Online-Sparstrumpf” für Menschen in finanzieller Not

19.06 Uhr: Als die Ausmaße des Coronavirus klar wurden, wusste Grit Maroske sofort, was zu tun ist. Die Autorin und Malerin aus Sachsen hat nach eigenen Angaben schon einige Spendenaktionen veranstaltet, für Flutopfer etwa, für Krebskranke und für die Opfer des rechtsextremen Terroranschlags in Hanau. Jetzt hat Maroske eine Aktion für Menschen gestartet, die durch das stilliegende öffentliche Leben in finanzielle Schieflage geraten sind.

“Eine Facebook-Freundin schrieb mir voller Sorge, dass sie sich kein Essen mehr leisten kann, weil die örtliche Tafel schließen musste”, sagt Maroske zu FOCUS Online. “Und eine andere Freundin meinte zu mir: Ja, das geht mir auch so, wie soll ich denn das Katzenfutter zahlen? Also dachte ich: Mensch, da machen wir doch einfach einen großen Sparstrumpf auf.”

Das Prinzip: Auf Paypal können willige Spender einen Betrag ihrer Wahl einzahlen, Bedürftige wiederum können Maroske eine Privatnachricht auf Facebook oder Twitter schicken. Zusammen mit einem Team von Helfern zahlt die 51-Jährige dann Geldbeträge aus dem Spendentopf aus, mit denen die Hilfsbedürftigen fürs erste über die Runden kommen sollen. Mehr als 1.000 Euro sind binnen 24 Stunden schon zusammengekommen.

“Vorerst sind das Beträge von 50 bis 100 Euro, die wir auszahlen. Aber das reicht dann erstmal, um einkaufen zu gehen oder das Auto vollzutanken”, erklärt Maroske. Ständig flattern neue Anfragen herein, erzählt sie. So wie der von gerade eben: Eine alleinerziehende Kellnerin sei wegen des Coronavirus “von heute auf morgen auf die Straße gesetzt” worden, empört sich Maroske, “die weiß jetzt nicht, wie sie das Essen für ihre Kinder bezahlen soll.”

Maroske wird versuchen, auch ihr zu helfen, genau wie der krebskranken Frau, die sich ihre medizinisch notwendige Spezialnahrung nicht mehr leisten könne. “Wenn die Leute nicht mehr in Restaurants gehen können oder zu Konzerten oder ins Kino, dann sollte ja ein bisschen Geld übrig bleiben”, sagt Maroske. “Und dann geben wir es den Leuten, die es brauchen.”

Nachbarschaftshilfe in Frankfurt erledigt Einkäufe und führt Hunde aus

18.48 Uhr: In Frankfurt am Main hat sich eine Whatsapp-Gruppe gebildet, die Nachbarschaftshilfe für alle anbietet, die selbst nicht das Haus verlassen können oder sollen. Wer Hilfe bei Einkäufen, der Kinderbetreuung oder dem Gassigehen benötigt, kann an die Adresse nachbarschaftshilfe-frankfurt@mailbox.org schreiben und wird dann in eine spezielle Whatsapp-Gruppe aufgenommen. Das gilt natürlich auch für Personen, die gerne Hilfe anbieten würden. “Seit heute Mittag sind wir schon auf über 40 Leute angewachsen”, freuen sich die Organisatoren gegenüber FOCUS Online.

So können Sie Hilfe suchen – Das Formular zum Ausdrucken als PDF

Das Formular für App-User.

Junge Union mobilisiert in Corona-Krise gut 1000 Einkaufshelfer

18.35 Uhr: Der CDU/CSU-Nachwuchs hat in der Corona-Krise nach eigenen Angaben mehr als 1000 Helfer mobilisiert, die älteren Menschen und anderen besonders Gefährdeten Einkäufe und Erledigungen abnehmen. So viele Freiwillige hätten sich bereits in den ersten 24 Stunden nach dem Start der Aktion Einkaufshelden im Internet gemeldet, teilte die Junge Union mit. Ähnliche Aktionen haben auch andere gestartet, darunter die Jusos und viele Nachbarschaftsinitiativen.

JU-Chef Tilman Kuban sagte der Deutschen Presse-Agentur, man wolle dazu beitragen, die Ansteckungsgefahr für die Risikogruppe zu verringern und die Virusausbreitung zu verlangsamen. “Als junge Generation wollen wir im Alltag konkret Hilfe leisten und für mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sorgen.”

Die Junge Union bringt dabei im Internet Helfer und Hilfesuchende zusammen. Beide Seiten könnten sich seit Freitagnachmittag unter die-einkaufshelden.de registrieren. Neben der Online-Vermittlung bietet der Parteinachwuchs auch einen individuell vorausgefüllten Ausdruck an, den Helfer beispielsweise in den Flur ihres Wohnhauses oder im Supermarkt aushängen können.

Star-Pianist Igor Levit gibt “Hauskonzerte” auf Twitter und Instagram

18.04 Uhr: Er gilt als einer der besten Beethoven-Pianisten der Welt, doch wegen des Coronavirus kann der deutsch-russische Musiker Igor Levit derzeit keine Konzerte geben. Daher hat sich Levit nun auf das Internet verlegt – und gibt in regelmäßigen Abständen “Hauskonzerte”. Seit 18 Uhr spielt Levit Musik von Johann Sebastian Bach auf Twitter und Periscope, um 18.30 Uhr wird er auf Instagram nachlegen. Einschalten lohnt sich.

Caterer verschenkt Essen, nachdem ihm die Kunden abspringen

17.23 Uhr: Messen und Großveranstaltungen in ganz Deutschland wurden abgesagt: Der Catering-Unternehmer Felix Bartsch aus Brühl (Nordrhein-Westfalen) bleibt nach Eigenangaben derzeit auf sieben Tonnen Lebensmitteln sitzen. Statt das Essen jetzt langsam in einem Kühlhaus verrotten zu lassen, verschenkt er es lieber.

Auf einem Markt in Brühl hat Bartsch einen Stand aufgebaut, wo er Suppen und Grillwürste an alle verschenkt, die Hunger haben. Das Essen war eigentlich für Messeteilnehmer gedacht. “Wie die fremden Menschen auf einen zukommen, wie man angesprochen wird, und wie man ermutigt wird, weiterzumachen und nicht aufzugeben, das ist unfassbar”, sagte Bartsch dem Fernsehsender WDR.

“Einfach mal reden”: Eine Hotline für Ältere, die niemand mehr besuchen kann

17.01 Uhr: Mehrere Bundesländer und Organisationen haben mittlerweile ein Besuchsverbot für Alten- und Pflegeheime erlassen. Auf diese Weise sollen ältere Menschen, die besonders anfällig für das Coronavirus sind, so gut wie möglich geschützt werden. Doch ohne regelmäßige Besuche von den Liebsten pflegen ältere Menschen in ihren Heimen schnell ein äußerst einsames Dasein.

Die Initiative “Silbernetz” will hier Abhilfe schaffen. Seit September 2018 hat die Initiative eine Hotline für Anrufer aus Berlin freigeschalten, unter der Seniorinnen und Senioren aus der Hauptstadt anrufen können, wenn sie “einfach mal reden” wollen. Die Nummer lautet 0800 4 70 80 90, ein Anruf ist kostenlos.

Wie Sie jetzt keinen Corona-Blues bekommen

16.19 Uhr: Home Office, Schulen und Kitas dicht, kaum Kontakt mehr zu Freunden und Familie: Die Corona-Krise stellt uns vor völlig neue Herausforderungen. Zwei Psychologen erklären, warum der Stillstand des öffentlichen Lebens auch etwas Positives haben kann – und wie Sie einen „Corona-Koller“ vermeiden: Hier geht’s zum Artikel

Duden verschenkt Online-Lernhilfe für Schüler

15.26 Uhr: Die offizielle Lern-App “Learnattack” des Duden-Verlags kostet eigentlich 16,90 Euro im Monat. Da jedoch in fast ganz Deutschland die Schulen mittlerweile geschlossen wurden, hat sich der Verlag entschlossen, die App zwei Monate lang für alle Schüler kostenlos zur Verfügung zu stellen. “Wir als Geschäftsführung von Duden Learnattack nehmen auch in Krisenzeiten unseren Bildungsauftrag ernst”, heißt es in einer Mitteilung. Das Angebot ist bis zum 31. März gültig.

Hamburger helfen sich in Corona-Krise gegenseitig

15.02 Uhr: Zahlreiche Hamburger haben angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ihre Hilfe angeboten. In einigen Geschäften finden sich beispielsweise Aushänge, in denen Menschen Senioren und durch das Virus besonders gefährdeten Mitbürgern Unterstützung beim Einkaufen anbieten. Nachbarschaftshilfegruppen organisieren ebenfalls Hilfsangebote für Betroffene.

Auch in den sozialen Medien signalisieren Menschen ihre Hilfsbereitschaft. Auf Facebook gibt es bereits Corona-Hilfegruppen für Hamburg, in denen sowohl Hilfe angeboten als auch nach Unterstützung gefragt werden kann. Auf Twitter finden sich unter dem Hashtag “Coronahilfe” Beiträge von Nutzern, die Menschen in ihrem Umkreis bei der Kinderbetreuung, beim Einkaufen oder anderen wichtigen Tätigkeiten helfen möchten.

Die Hamburger Gesundheitssenatorin hatte am Freitag mitgeteilt, dass in der Hansestadt mittlerweile 123 Menschen nachweislich an Covid-19 erkrankt sind. Der Senat beschloss in einer Sondersitzung, dass Schulen und Kitas ab Montag für zwei Wochen geschlossen bleiben. Auch an den Hochschulen wird der Regelbetrieb ab Montag eingestellt.

15-jähriger Berliner baut Website zur Corona-Vernetzung

13.43 Uhr: Dass auch Teenager darüber nachdenken, wie man Risikogruppen und Corona-Betroffene in der aktuellen Krise unterstützen kann, zeigt ein Projekt aus Berlin. Der 15-jährige Noah Adler aus Zehlendorf hat eine Website, den sogenannten “CoronaPort”, geschaltet, auf der Hilfsbereite und Hilfsbedürftige vernetzt werden sollen. Er ermöglicht damit einen Austausch in Corona-Fragen, dem Portal “tipBerlin” sagte er: „Ich habe mir überlegt, das ist eine schwierige Situation, sicherlich werden auch die Zahlen der Hilfsbedürftigen steigen.“

Die Website ist simpel gehalten: Zuerst muss man auswählen, ob man Hilfe braucht oder andere unterstützen möchte. Möchte man Hilfe anbieten, gelangt man zu einem Formular, auf dem man beispielsweise Kinderbetreuung, Botengänge oder die Verteilung von Hilfsgütern anbieten kann. Benötigt man dagegen selbst Unterstützung, kommt man auf eine Seite, auf der man auswählen kann, in welchen Bereichen das der Fall ist (Einkäufe, Kinderbetreuung etc.).

Diakonie Hannover richtet Hotline für Corona-Hilfesuchende ein

12.33 Uhr: Das Diakonische Werk Hannover will Menschen aus Risikogruppen und solche, die Hilfe anbieten, zusammenbringen. Unter der Hotline 0511 /3687-108 und der E-Mail Adresse: hilfe@dw-h.de können sich Hilfesuchende und Menschen, die Unterstützung anbieten wollen, melden. Die Aktion soll dabei helfen, Corona-Betroffenen Einkäufe oder Medikamente nach Hause zu liefern. Auch ehrenamtliche Mitarbeiter im Diakonischen Werk und den umliegenden Gemeinden beteiligen sich: Sie übernehmen ebenfalls Botendienste für Hilfesuchende.

In Baden-Württemberg startet die Kirche ein Lieferprojekt für Corona-Betroffene

12.00 Uhr: Im baden-württembergischen Waiblingen startet die evangelische Kirche eine neue Aktion, um Corona-Betroffenen zu helfen. Im Rahmen des Projekts „Waiblingen liefert“ versorgen engagierte Bürger andere ehrenamtlich mit Lebensmitteln und Medikamenten. Das geht aus einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ hervor. Nachbarschaften sollen sich so gegenseitig unterstützen, es gelte laut Timmo Hertneck, dem Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Waiblingen, eine Nachbarschaftskultur zu etablieren.

Dennoch betont der Dekan im Gespräch mit dem Blatt: „Wir wollen keine neue Nachbarschaftshilfe aufbauen, das ist als eine zeitlich begrenzte Aktion gedacht.“ Hertneck wolle auch selbst an dem Projekt mitwirken, sich hinters Steuer setzen und Lebensmittel ausliefern. Der Dienst soll allen zugutekommen, die ihn benötigen – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Auch, wenn die Kirche als „Schirmherr“ fungiere und die Verwaltungskosten für das Projekt trage. Bis zum Abklingen der Epidemie soll die Aktion „Waiblingen liefert“ bestehen.

Bürger in Warendorf bieten ihre Hilfe an

11.35 Uhr: In Warendorf in Nordrhein-Westfalen haben sich einige aktive Bürger in einer Facebook-Gruppe organisiert. „Wir sind jetzt schon 20 Leute, die nur auf Aufträge warten, Menschen aus der Risikogruppe den Gang zum Supermarkt oder zur Apotheke abzunehmen“, sagt einer der Helfer zu FOCUS Online. „Ich freue mich über die Solidarität von Warendorfern für Warendorfer Bürger.“

Potsdamer gründen eigene Quarantänehilfe auf Facebook – schon hunderte Mitglieder

Samstag, 14. März, 8.20 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland nimmt zu, immer mehr Menschen verharren derzeit in häuslicher Quarantäne. In Potsdam waren es am Freitag 74 Menschen, die positiv auf den neuartigen Erreger getestet worden sind. Damit diese an Lebensmittel, Hygieneprodukte und andere Dinge des täglichen Bedarfs kommen, wurde am Freitag die Facebook-Gruppe „Quarantänehilfe Potsdam“ ins Leben gerufen. Aktuell hat der Zusammenschluss bereits 483 Mitglieder.

Die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ sprachen mit Jessy König, der Initiatorin, über das Projekt. Sie sei durch eine Situation in einem Potsdamer Supermarkt darauf aufmerksam geworden, dass es bisher keine vergleichbaren Aktionen in der Stadt gebe. „An der Kasse sagte jemand zur Kassiererin: Diese Einkäufe sind für eine Person in Quarantäne, ich komme gleich nochmal wieder“, sagte die Frau dem Blatt. In der neu gegründeten Facebook-Gruppe hätten sich umgehend über 50 Personen gemeldet, die bereit gewesen seien, für Potsdamer in häuslicher Isolation einkaufen zu gehen oder deren Hunde auszuführen.

Bei der Gruppe gehe es laut König jedoch nicht nur um Botengänge, sondern auch darum, Menschen in Quarantäne nicht vereinsamen zu lassen. „Ich denke, für viele, die auch im normalen Leben nicht viele Sozialkontakte haben, ist es besonders schwer, 14 Tage in häuslicher Isolation zu bleiben. Da schwingen große Ängste mit, mit denen man alleine gelassen wird“, erklärte sie den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“.

Nach Spielabsage: Arminia Bielefeld verschenkt Essen und Getränke an Heilsarmee

20.12 Uhr: Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld macht aus der Not eine Tugend: Der Spitzenreiter hat nach der kurzfristigen Absage der Meisterschaftspartie am Freitagabend gegen den VfL Osnabrück an die Menschen gedacht, denen es viel schlechter geht. Die Ostwestfalen ließen die Heilsarmee anrücken, um Speisen und Getränke abzuholen. Die Deutsche Fußball Liga hatte den Spieltag der 1. und 2. Bundesliga wegen der Coronavirus-Pandemie wenige Stunden zuvor abgesagt.

“Wenn der heutige Tag etwas Gutes mit sich bringt, dann, dass die Heilsarmee gerade viele Lebensmittel aus der SchücoArena abholen konnte und an die bedürftigen Menschen unserer Stadt verteilen kann. Danke für euren Einsatz in unserer Stadt!”, twitterte die Arminia. Innerhalb kurzer Zeit bekam die tolle Aktion viel Zuspruch aus dem Netz und hunderte von Likes.

Caritas will ältere Menschen noch mehr unterstützen

19.59 Uhr: Auch der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. versucht, die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen Maßnahme umzusetzen – und sich trotzdem oder gerade deswegen noch mehr zu unterstützen. „Dazu gehört in allererster Linie, dass wir sicherstellen, dass die uns anvertrauten Menschen weiterhin zuverlässig betreut werden“, sagt Caritasdirektor Georg Falterbaum im Gespräch mit FOCUS Online. „Ältere pflegebedürftige Menschen werden in unseren Altenheimen sowie zuhause von den Sozialstationen und ambulanten Palliativdiensten medizinisch und pflegerisch versorgt. Sie können sich wie gewohnt auf den Hausbesuch verlassen“, teilt er mit. Obwohl alle Kindertageseinrichtungen der Caritas bis zum 20. April geschlossen bleiben, würde die Caritas alles tun, um die Betreuung der Kinder des sogenannten systemkritischen Personenkreises sicherzustellen.

„Die Menschen sind dankbar“, erklärt der Caritasdirektor. Auf der anderen Seite würden aber auch viele Menschen ihre Unterstützung anbieten: „Wir erleben einerseits große Hilfsbereitschaft, andererseits aber auch große Vorsicht. Beides ist richtig, beides begrüßen wir. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, bei welchem Einsatz die Vorteile die Risiken überwiegen.“

Ein kleiner Zettel im Treppenhaus

16.15 Uhr: Ein kleiner Zettel im Treppenhaus – mehr braucht es zunächst nicht. „Liebe Nachbar_innen!“, heißt es in einem Zettel, den eine junge Wienerin auf Twitter geteilt hatte. „Sollten sie über 65 sein oder eine Immunkrankheit bzw. geschwächtes Immunsystem haben, möchten wir euch unterstützen, gesund zu bleiben.“ Das Angebot: Die jungen Bewohner des Mehrfamilienhauses gehen für die älteren Bewohner Besorgungen erledigen, damit diese sich von anderen, potenziell infizierten Menschen fernhalten können.

Behinderte Menschen produzieren Hilfsmittel

14.30 Uhr: In der Caritas-Werkstatt Altenoythe in Niedersachsen arbeiten rund 300 Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung. Normalerweise stellen sie unter anderem Taschen und Kabeltrommeln her. Doch jetzt wird die Produktion umgestellt: Die Handwerker sollen Mundschutze für die Krankenhäuser in der Umgebung produzieren.

„Wir fertigen regelmäßig neue Produkte. Jetzt hat die Hygienebeauftragte des hiesigen St.-Marienhospitals den Markt an OP-Kleidung abgefragt, der nicht mehr lieferfähig war. Dann bekamen wir eine Anfrage, Mund-Nasen-Schutzhauben für die Krankenhäuser der Umgebung zu nähen“, sagte Einrichtungsleiter Ludger Rohe zu FOCUS Online. Die Medizinprodukte, die die Werkstatt herstellt, entsprechen faktisch nicht den gesetzlichen Vorgaben: „Es handelt sich dabei um Notfallprodukte, die im ‚Worst Case‘ zum Einsatz kommen“, erklärt der Einrichtungsleiter.

Die Caritas-Werkstatt freut sich sehr, dass sie helfen kann. Das hat auch noch einen anderen Grund: „Vor allem ist es schön, dass der Personenkreis der Menschen mit Behinderungen, der am Rand der Gesellschaft steht, jetzt in den Mittelpunkt rückt.“

Gemeinde richtet Helfernetzwerk ein

Freitag, 12. März 2020, 10.00 Uhr: Die Gemeinde Pullach hat Menschen dazu aufgerufen, sich gegenseitig zu unterstützen. In einem Facebook-Post schreibt die Gemeinde: „In Zeiten wie diesen ist Mitmenschlichkeit ein besonders hohes Gut. Darum lassen Sie uns alle ‘enger zusammenrücken’ – aber bloß nicht im wörtlichen Sinne!“ Personen, die nicht zu einer Corona-Risikogruppe gehören, können sich über eine Telefonnummer zu einem Helfernetzwerk hinzufügen lassen oder bei der Nachbarschaftshilfe melden.

Alle Entwicklungen zum Corona-Ausbruch lesen Sie in unserem News-Ticker auf FOCUS Online.

Münchener Drive-in-Station testet nur Kontaktpersonen von bestätigten Infizierten

Wo tritt Coronavirus auf? Echtzeit-Karte zeigt die Verbreitung der Krankheit

vivi/sca/flr/mit Agenturmaterial




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

fünf × vier =