Nawalny: Kremel-Kritiker vergiftet – Kanzlerin mit klare Ansage nach Russland

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Jetzt liegt der Beweis aus einem Labor der Bundeswehr vor: Der russische Regierungskritiker Alexej Nawalny ist mit einem Nervenkampfstoff vergiftet worden. Die Bundesregierung fordert von Moskau eine Erklärung. Verfolgen Sie die Ereignisse im News-Ticker.

Grüne fordern wegen Fall Nawalny Ende von Nord Stream 2

19.58 Uhr: Die Grünen haben als Reaktion auf die von einem Bundeswehr-Labor nachgewiesene Vergiftung des Kreml-Kritiker Alexej Nawalny einen Abbruch des deutsch-russischen Pipeline-Projekts Nord Stream 2 gefordert. “Der offenkundige Mordversuch durch die mafiösen Strukturen des Kreml kann uns heute nicht mehr nur besorgt machen sondern er muss echte Konsequenzen haben”, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt am Mittwoch. Das nach den Laborbefunden verwendete Nervengift Nowitschok könne man schließlich nicht in der Drogerie kaufen. “Deswegen braucht es hier eine sehr klare Antwort.” Zum Beispiel können man sagen: “Nord Stream 2 ist nichts mehr, was wir gemeinsam mit Russland vorantreiben können.”

Zuvor war bekannt geworden, dass Nawalny nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr mit dem chemischen Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden sein soll. Die Bundesregierung sieht das nun als “zweifelsfrei” erwiesen an und hat die russische Regierung eindringlich zur Aufklärung des Falls aufgefordert. “Es stellen sich jetzt sehr schwerwiegende Fragen, die nur die russische Regierung beantworten kann und beantworten muss”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie kündigte an, mit den Verbündeten nun über eine “angemessene” Reaktion zu beraten.

Russland kritisiert Vorgehen in Berlin

18.47 Uhr: Russland hat das Vorgehen Deutschlands bei den Ermittlungen im Fall des russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny scharf kritisiert. “Laute öffentliche Erklärungen werden bevorzugt”, teilte das Außenministerium in Moskau russischen Agenturen zufolge am Mittwoch mit. “Die vorhandenen gesetzlichen Mechanismen zur Zusammenarbeit werden völlig vernachlässigt.”

Auch der Kreml äußerte sich zu dem Fall. Putins Sprecher, Dmitri Peskow, betonte jedoch, dass Moskau auf die Erklärung aus Berlin zum jetzigen Zeitpunkt nicht “qualifiziert reagieren” könne. Russland sei bereit zu einer Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden, bekräftigte er. Die Generalstaatsanwaltschaft in Moskau habe bereits eine offizielle Anfrage geschickt, diese sei jedoch nicht beantwortet worden. Auch die Ärzte in Moskau und Omsk hätten einen Austausch von Daten angeboten. Auch darauf gab es Peskows Darstellung nach keine Reaktion.

Merkel: “Das Verbrechen an Alexej Nawalny richtet sich gegen die Grundwerte und Grundrechte, für die wir eintreten”

17.33 Uhr: “Das Verbrechen an Alexej Nawalny richtet sich gegen die Grundwerte und Grundrechte, für die wir eintreten”, so Merkel weiter. Die Pressekonferenz ist beendet.

17.32 Uhr: “Das Schicksal Alexej Nawalnys hat weltweite Aufmerksamkeit erlangt”, so die Kanzlerin weiter. Die Welt werde auf Antworten warten. “Wir unterrichten unsere Partner in der Nato und in der EU über die Untersuchungsergebnisse.” Man werde gemeinsam beraten und “im Lichte der russischen Einlassung über eine angemessene gemeinsame Reaktion entscheiden.”

Merkel: “Nawalny ist Opfer eines Verbrechens – er sollte zum Schweigen gebracht werden”

17.31 Uhr: “Damit ist sicher: Alexej Nawalny ist Opfer eines Verbrechens – er sollte zum Schweigen gebracht werden”, so Merkel. Sie verurteile das auch im Namen der ganzen Bundesregierung auf das Allerschärfste. Die Bundesregierung habe bereits die Fraktionen im Bundestag unterrichtet .Außerdem werde man mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen in Den Haag Kontakt aufnehmen. “Es stellen sich jetzt schwerwiegende Fragen, die nur die russische Regierung beantworten kann und beantworten muss.”

17.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel äußert sich zum Angriff auf Alexej Nawalny. Merkel spricht von “bestürzenden Informationen” und bezieht sich dabei auf die Mitteilung der Bundesregierung. “Alexej Nawalny wurde Opfer eines Angriffs mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe.” Dieses Gift lasse sich zweifelsfrei in den Proben nachweisen.

CDU-Politiker Wadephul fordert Neubewertung der Beziehungen zu Russland

17.25 Uhr: Nach Bekanntwerden des Nachweises eines chemischen Nervenkampfstoffes beim Oppositionspolitiker Alexej Nawalny  ruft der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann David Wadephul, zu einer Neubewertung der Beziehungen zu Russland auf. „Deutschland und die Europäische Union müssen die Beziehungen zu Russland grundsätzlich überdenken“, sagte der CDU-Politiker. Auch dieser Vorgang, für den –  so Wadephul – die russische Regierung die Verantwortung trägt“, zeige: „Russland kann kein vertrauenswürdiger internationaler Partner sein.“ Russland werde zunehmend zu einer Bedrohung für unsere werte- und regelbasierte Ordnung. „Es ist deshalb gut, dass die EU unter deutscher Präsidentschaft ihre Russlandpolitik auf den Prüfstand gestellt hat“, meint Wadephul.

Russischer Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt

16.38 Uhr: Man wisse nun, dass es sich um einen Angriff mit einem Nervenkampfstoff handele. Umso dringlicher sei es nun, dass in Russland “die Verantwortlichen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden” Man werde in Europa beraten, “wie wir in Europa angemessen darauf reagieren können.”

16.37 Uhr: Außenminister Maas kritisiert den Angriff auf Alexej Nawalny scharf und kündigt Konsequenzen an. Maas sagte weiter, dass der russische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt worden sei. “Ihm wurde dabei nochmals unmissverständlich die Aufforderung der Bundesregierung übermittelt, die Hintergründe dieser nun nachweislichen Vergiftung von Alexej Nawalny vollumfänglich und mit voller Transparenz aufzuklären”, so Maas.

Nawalny wohl mit Nowitschok vergiftet: Bundeskanzlerin Merkel gibt Statement ab

16.36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt um 17.30 Uhr ein Statement zum Fall Alexej Nawalny ab. Jetzt spricht aber erstmal Außenminister Heiko Maas (SPD). Nach Angaben der Bundesregierung wurde der russische Regierungskritiker „zweifelsfrei“ mit einem chemischen Nervenkampfstoff vergiftet. Wie aus einer Mitteilung der Berliner Charité vom Mittwoch hervorgeht, ist der Gesundheitszustand von Nawalny weiterhin ernst

„Zweifelsfrei“: Nawalny laut Bundesregierung mit chemischem Nervenkampfstoff vergiftet

Mittwoch, 2. September, 15.49 Uhr: Bei dem in Deutschland in Behandlung befindlichen russischen Regierungskritiker Alexej Nawalny wurde nach Angaben der Bundesregierung „der zweifelsfreie Nachweis“ eines chemischen Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe erbracht. Das erklärte die Bundesregierung am Mittwoch in Berlin. Auf Veranlassung der Berliner Charité, wo Nawalny derzeit behandelt wird, hatte ein Spezial-Labor der Bundeswehr eine toxikologische Untersuchung anhand von Proben Nawalnys durchgeführt.

„Es ist ein bestürzender Vorgang, dass Alexej Nawalny in Russland Opfer eines Angriffs mit einem chemischen Nervenkampfstoff geworden ist“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Die Bundesregierung verurteilt diesen Angriff auf das Schärfste. Die russische Regierung ist dringlich aufgefordert, sich zu dem Vorgang zu erklären.“

Das Auswärtige Amt werde den Botschafter Russlands über die Untersuchungsergebnisse unterrichten und die Bundesregierung werde ihre Partner in EU und NATO darüber informieren. „Ferner wird die Bundesregierung mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) Kontakt aufnehmen“, erklärte Seibert.

Nawalny, der am 20. August auf einem Flug in seiner Heimat plötzlich ins Koma gefallen war und zunächst in Omsk untersucht wurde, wird auf Drängen seiner Familie in der Charité behandelt. Die deutschen Ärzte gingen nach einer Auswertung von klinischen Befunden bereits davon aus, dass Nawalny vergiftet wurde. Die russische Regierung hatte die Einschätzung der Berliner Charité, dass Nawalny vermutlich vergiftet wurde, als vorschnell bezeichnet.

Erklärung der Bundesregierung zu Nawalny im Wortlaut:

„Auf Veranlassung der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat ein Spezial-Labor der Bundeswehr eine toxikologische Untersuchung anhand von Proben Alexej Nawalnys durchgeführt. Hierbei wurde der zweifelsfreie Nachweis eines chemischen Nervenkampfstoffes der Nowitschok-Gruppe erbracht.

Alexej Nawalny war am 22. August mit Vergiftungserscheinungen aus Russland kommend zur ärztlichen Behandlung nach Berlin geflogen worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Bundesaußenminister Heiko Maas, Bundesinnenminister Horst Seehofer, Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie der Chef des Bundeskanzleramts Prof. Helge Braun haben heute Mittag hierzu beraten und weitere Schritte abgestimmt.

Es ist ein bestürzender Vorgang, dass Alexej Nawalny in Russland Opfer eines Angriffs mit einem chemischen Nervenkampfstoff geworden ist. Die Bundesregierung verurteilt diesen Angriff auf das Schärfste. Die russische Regierung ist dringlich aufgefordert, sich zu dem Vorgang zu erklären. Frau Nawalny und die behandelnden Ärzte wurden über die Untersuchungsergebnisse unterrichtet.

Das Auswärtige Amt wird den Botschafter Russlands über die Untersuchungsergebnisse unterrichten. Die Bundesregierung wird über das Auswärtige Amt auf den hierfür vorgesehenen Wegen ihre Partner in EU und NATO über die Untersuchungsergebnisse unterrichten. Sie wird mit den Partnern im Lichte der russischen Einlassung über eine angemessene gemeinsame Reaktion beraten. Ferner wird die Bundesregierung mit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) Kontakt aufnehmen. Die Bundesregierung wird die Fraktionen des Deutschen Bundestages unterrichten.Wir hoffen auf eine vollständige Genesung von Alexej Nawalny.“

Charité: Nawalny weiter im Koma – Zustand ernst

Freitag, 28. August, 15.46 Uhr: Der Gesundheitszustand des vermutlich vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny ist nach Angaben der Berliner Charité weiterhin ernst. Es bestehe aber keine akute Lebensgefahr, teilte die Uni-Klinik am Freitag mit. Die Symptomatik sei rückläufig. Der Patient befinde sich aber weiterhin auf einer Intensivstation im künstlichen Koma und werde maschinell beatmet. “Sein Gesundheitszustand ist unverändert ernst, ohne das akute Lebensgefahr besteht”, hieß es wörtlich in der Erklärung. Nach wie vor seien eventuelle Langzeitfolgen der schweren Vergiftung des Patienten nicht absehbar.

Fall Nawalny: Russische Polizei findet keine Betäubungsmittel

Donnerstag, 27. August, 11.52 Uhr: Nach der mutmaßlichen Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny hat die russische Polizei keine Spuren von Betäubungsmitteln an Orten gefunden, an denen sich der Oppositionelle aufgehalten hatte. Untersucht worden sei sein Hotelzimmer in der sibirischen Stadt Tomsk sowie Wege und Straßen, teilten die Behörden am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge mit. “Im Moment wurden keine stark wirkenden Mittel oder Drogen gefunden.”

Die Polizei beschlagnahmte dabei nach eigenen Angaben mehr als 100 Gegenstände, die möglicherweise als Beweis bei den Untersuchungen dienen könnten. Auch seien Überwachungskameras ausgewertet worden. Außerdem habe es mehr als 20 forensische Studien gegeben.

Nawalny liegt seit einer Woche im Koma. Zunächst wurde er in einem Krankenhaus in Sibirien versorgt, wo er sich zu einer politischen Reise aufgehalten hatte. Seit Samstag wird er in Berlin behandelt – bewacht von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA).

Ärzte der Berliner Universitätsklinik Charité gingen von einer Vergiftung aus. Darauf wiesen den Ärzten zufolge klinische Befunde hin. Unklar war aber zunächst, um welchen Stoff es sich handelte. Auch Nawalnys Team vermutet, dass der 44-Jährige vergiftet wurde. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auf ihn wurden schon mehrere Anschläge verübt.

Die Bundesregierung in Berlin, die EU und die USA fordern eine Untersuchung des Vorfalls, dessen Umstände noch nicht geklärt sind. Der russischen Polizei zufolge laufen bereits seit einer Woche Voruntersuchungen.

US-Außenminister Pompeo im Fall Nawalny “zutiefst besorgt”

Mittwoch, 26. August, 10.18 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat sich nach Bekanntwerden der Testergebnisse der Berliner Charité, wonach der prominente Kremlkritiker Alexej Nawalny vermutlich vergiftet wurde, “zutiefst besorgt” geäußert. Sollte sich dies bewahrheiten, würden die USA die Europäische Union in ihrer Forderung nach lückenloser Aufklärung unterstützen, sagte Pompeo am Dienstag nach Angaben seines Ministeriums. Die USA stünden auch bereit, zu helfen.

Nawalnys Familie und das russische Volk verdienten eine “umfassende und transparente Untersuchung”. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Nawalny ist seit Jahren einer der bekanntesten Widersacher von Russlands Präsident Wladimir Putin. Auf dem Rückflug von einer Sibirien-Reise nach Moskau verlor er das Bewusstsein. Seit Samstag wird er in der Berliner Charité behandelt. Die dortigen Ärzte gehen nach einer Auswertung klinischer Befunde davon aus, dass Nawalny vergiftet wurde.

Russland kritisiert “deutsche Eile” und zweifelt daran, dass Vergiftungs-Diagnose sicher ist

Dienstag, 25. August, 11.57 Uhr: Moskau hat mit Unverständnis auf die Gift-Diagnose der Berliner Charité am Montag reagiert. Der Kreml kritisierte die “deutsche Eile” bei der Diagnose. Die behandelnden Ärzte in Berlin hatten in ihrer Diagnose eine Intoxikation durch eine Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer festgestellt.

Die Diagnose der deutschen Charité-Klinik über den Zustand der russischen Oppositionellen deute nicht darauf hin, dass er definitiv vergiftet wurde, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, in Moskau der Agentur Interfax. Zu den Gerüchten über eine Komplizenschaft des Kremls bei der angeblichen Vergiftung Nawalnys sagte Peskow, dass “dies nicht wahr ist und nicht ernst genommen werden kann”.

Nach Angaben von Peskow “stimmt die medizinische Analyse der deutschen Ärzte absolut mit unserer überein, aber die Schlussfolgerungen sind unterschiedlich”. Mit Blick auf die Mitteilung der Charité vom Vortag sagte Peskow: “Wir haben nichts Neues erfahren.” Russische Ärzte seien aber bereit, Proben der ersten Analyse den Ärzten in Berlin zur Verfügung zu stellen.

Der EU-Repräsentant für Auswärtige Angelegenheiten, Josep Borrell, sagte am Dienstag, die Europäische Union fordere eine unabhängige russische Untersuchung des Zustands des Kreml-Kritikers.

Merkel nach Charité-Befund: “Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen”

18.21 Uhr: Nach Hinweisen der behandelnden Berliner Ärzte auf eine Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die russischen Behörden eindringlich zur Aufklärung aufgefordert. Die Behörden in Russland seien nun “dringlich aufgerufen, diese Tat bis ins letzte aufzuklären – und das in voller Transparenz”, erklärten Merkel und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montag in Berlin. “Die Verantwortlichen müssen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.”

Charité-Ärzte geben bekannt: Befunde weisen auf Vergiftung Nawalnys hin

Montag, 24. August, 16.17 Uhr: Alexej Nawalny wurde ziemlich wahrscheinlich vergiftet. Das melden die behandelnden Ärzte der Berliner Charité. In einer Erklärung heißt es: “Die klinischen Befunde weisen auf eine Intoxikation durch eine Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer hin. Die konkrete Substanz ist bislang nicht bekannt und es wurde eine weitere breitgefächerte Analytik initiiert. Die Wirkung des Giftstoffes, d.h. die Cholinesterase-Hemmung im Organismus, ist mehrfach und in unabhängigen Laboren nachgewiesen.” Nawalny werde mit dem Gegenmittel Atropin behandelt. Der russische Oppositionelle liegt noch immer im Koma, es bestehe jedoch keine akute Lebensgefahr. “Der Ausgang der Erkrankung bleibt unsicher und Spätfolgen, insbesondere im Bereich des Nervensystems, können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.”

Sprecher Seibert stellt klar: Nawalny kein förmlicher Regierungsgast in Berlin

12.52 Uhr: Die Bundesregierung hat klargestellt, dass es sich bei dem in Berlin medizinisch behandelten Kremlkritiker Alexej Nawalny um keinen Gast der Regierung handelt. Regierungssprecher Steffen Seibert betonte am Montag in Berlin, es gebe “keine förmliche Einladung”. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe lediglich ihre Bereitschaft erklärt, dem möglicherweise vergifteten Nawalny auf Wunsch der Familie die Einreise aus humanitären Gründen zu ermöglichen. Der Transport und die Behandlung seien jedoch privat organisiert worden.

Nawalny war am Samstag aus dem 4000 Kilometer entfernten Omsk nach Berlin gebracht worden, wo er nun in der Charité behandelt wird. In der Klinik wird er von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) bewacht.

“Schließlich handelt es sich um einen Patienten, auf den mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Giftanschlag verübt worden ist”, erklärte Seibert. “Es war klar, dass nach seiner Ankunft hier Schutzmaßnahmen getroffen werden mussten.” Im Gespräch der Fachbehörden sei entschieden worden, dem BKA diese Aufgabe zu übertragen. Nach Paragraf 6 des BKA-Gesetzes ist das BKA unter anderem zuständig für den Personenschutz von Mitgliedern der Bundesregierung sowie für deren ausländischen Gäste.

Russische Ärzte bestreiten Druck von außen bei Diagnose im Fall Nawalny

12.42 Uhr: Die Ärzte im sibirischen Omsk, die den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny unmittelbar nach dessen plötzlicher Erkrankung untersuchten, waren bei ihrer Diagnose nach eigenen Angaben “keinerlei Druck” von außen ausgesetzt. “Wir haben mit niemandem eine Diagnose vereinbart”, sagte Chefarzt Alexander Murachowski bei einer Online-Pressekonferenz am Montag. “Auf uns wurde keinerlei Druck von außen, von Medizinern oder anderen Kräften ausgeübt.”

Mit großen Anstrengungen sei es ihnen gelungen, das Leben des 44-Jährigen zu retten, sagte Murachowski weiter. Der bekannte Anti-Korruptions-Aktivist und scharfe Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin war am vergangenen Donnerstag in das Krankenhaus in Omsk eingeliefert worden, nachdem er auf einem Flug nach Moskau heftige Krämpfe bekommen und das Bewusstsein verloren hatte.

BKA-Beamte bewachen Nawalny in Charité – Vertrauter äußert Hoffnung

Montag, 24.8.2020, 0.01 Uhr: Der Filmproduzent Jaka Bizilj geht davon aus, dass der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny den möglichen Giftanschlag überleben wird. Im Politik-Talk “Die richtigen Fragen” auf “Bild live” sagte Bizilj am Sonntagabend: “Aus meiner Sicht ist die entscheidende Frage, ob er das unbeschadet übersteht und seine Rolle weiter einnehmen kann.”

Bizilj, der den Transport Nawalnys aus Sibirien nach Berlin zur Behandlung in der Charité organisiert hatte, fügte hinzu: “Wenn er das unbeschadet übersteht, was wir alle hoffen, dann ist er sicherlich trotzdem mindestens ein, zwei Monate aus dem politischen Gefecht weg.”

Nawalny liegt seit Donnerstag im Koma. Sein Team geht davon aus, dass er vergiftet wurde. Behandelt wird er jetzt in der Universitätsklinik Charité in Berlin-Mitte – unter dem Schutz des Bundeskriminalamts (BKA). “Der polizeiliche Schutz von Alexej Nawalny wurde zunächst durch den Bund übernommen”, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte ein Spezialflieger den 44-Jährigen aus Omsk ausgeflogen, ein Intensivtransporter der Bundeswehr hatte ihn unter starkem Polizeischutz in die Klinik gebracht. Erst nach Abschluss der Untersuchungen und nach Rücksprache mit der Familie wollen sich die behandelnden Ärzte äußern. Die Untersuchungen würden einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. In Berlin ist auch Nawalnys Frau Julia und sein enger Vertrauter Leonid Wolkow. Beide besuchten Nawalny am Sonntag in der Klinik.

Nawalnys engster Kreis hatte den russischen Behörden und Ärzten vorgeworfen, mit einer Verzögerungstaktik einen raschen Transport verhindert und so mögliche Beweise vertuscht zu haben. Dass er schließlich nach Deutschland gebracht werden konnte, haben vor allem seine Frau und sein Team möglich gemacht. Sie hatten sehr hartnäckig den Behörden widersprochen. Die Ehefrau bat schließlich sogar Präsident Wladimir Putin, den Transport zu erlauben.

Nawalny ist einer der schärfsten Kritiker des Kremlchefs. Er ist der führende Kopf der liberalen Opposition. Nawalny holte die Opposition quasi aus der Schockstarre, nachdem der angesehene Regierungskritiker Boris Nemzow 2015 erschossen wurde.

 

Nawalny-Team verschiebt Statement über Zustand des Oppositionspolitikers

13.46 Uhr: Die Mitarbeiter des prominenten Kremlkritikers Alexej Nawalny haben ihre für Sonntag angekündigte Auskunft über die mögliche Vergiftung des Oppositionellen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. “Wir werden das aber definitiv später machen”, schrieb Leonid Wolkow am Sonntagnachmittag auf Twitter. Genaue Gründe für die Verschiebung nannte er nicht. Wolkow arbeitet für Nawalnys sogenannten Fonds zur Bekämpfung zur Korruption und ist einer seiner engsten Vertrauten. Er hatte am Sonntag auch dessen Frau Julia in die Berliner Universitätsklinik Charité begleitet.

Zuvor hatten er und Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch angekündigt, in ihrem Internetkanal über die mögliche Vergiftung des Kremlkritikers sprechen zu wollen. “Wir werden alles erzählen, was zurzeit über Alexejs Vergiftung bekannt ist”, schrieb Jarmysch ursprünglich. Wann das nun sein wird, war zunächst nicht bekannt.

Nawalnys engster Kreis geht davon aus, dass der Kremlkritiker vergiftet wurde. Die russischen Ärzte hingegen sprechen lediglich von einer Stoffwechselstörung. Nawalny ist einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin.

Russland-Beauftragter der Bundesregierung fordert “transparente Aufklärung”

12.35 Uhr: Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Dirk Wiese, hat eine transparente Aufklärung im Fall Alexej Nawalny gefordert. “Der Vorwurf der Vergiftung steht im Raum. Die rapide Verschlechterung von Nawalnys Gesundheitszustand muss glaubwürdig, transparent und kooperativ mit den russischen Behörden aufgeklärt werden”, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). Man müsse zunächst abwarten, was die Untersuchungen in der Charité ergäben. Die Ärzte dort hätten die nötige Expertise und Erfahrung.

Auf die Frage nach möglichen diplomatischen Folgen für den Fall, dass sich der Vorwurf bestätige, antwortete Wiese, dass er sich nicht an Spekulationen beteilige. “Erst einmal müssen die Ärzte den Grund für seine schwere Erkrankung finden. Dies gilt es abzuwarten und dann entsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen”, so Wiese zum RND.

Kurz vor möglicher Vergiftung: Behörden sollen Nawalny “akribisch” beobachtet haben

Sonntag, 23. August, 09.35 Uhr: Kremlkritiker Alexej Nawalny soll nach einem Bericht vor seiner möglichen Vergiftung von den Behörden genau beobachtet worden sein. “Das Ausmaß der Überwachung überrascht mich überhaupt nicht, wir waren uns dessen bereits bewusst”, schrieb seine Sprecherin Kira Jarmysch am Sonntag auf Twitter. “Aber es ist erstaunlich, dass sie nicht gezögert haben, allen davon zu erzählen.” Hintergrund ist ein Artikel der Moskauer Boulevardzeitung “Moskowski Komsomolez”. Darin werden detailgenau alle Bewegungen des Oppositionellen bei seiner Reise durch Sibirien beschrieben.

Nawalny liegt seit Donnerstag im Koma und wird künstlich beatmet. Sein Team geht davon aus, dass er während der Reise durch Sibirien Opfer eines Giftangriffs wurde. In dem Artikel beruft sich die Zeitung auf nicht näher genannte Sicherheitskreise. Darin wird beschrieben, wo sich Nawalny zu jedem Zeitpunkt aufhielt, mit wem er sprach und wo er übernachtete. Das Team soll mehrere Hotelzimmer angemietet haben, Nawalny sei aber in eine “konspirative” Wohnung gebracht worden. Jemand aus seinem Team soll Sushi bestellt haben. Dabei sollen die Behörden ihn die ganze Zeit beschattet haben, heißt es in dem Beitrag weiter.

Wenn es überhaupt eine Vergiftung gegeben haben soll, könne das wahrscheinlich nur am Flughafen oder im Flugzeug passiert sein, hieß es als Schlussfolgerung. “Alle Bewegungen und Kontakte in der Stadt wurden akribisch untersucht.”

Charité: Umfangreiche Untersuchungen bei Nawalny

11.10 Uhr: Der mit schweren Vergiftungssymptomen in die Berliner Charité gebrachte russische Oppositionelle Alexej Nawalny wird im Klinikum zunächst umfangreich untersucht. Nach der medizinischen Diagnostik und Rücksprache mit der Familie würden sich die Ärzte zu der Erkrankung und weiteren Behandlungsschritten äußern, erklärte die Universitätsklinik am Samstag. Die Untersuchungen würden einige Zeit in Anspruch nehmen. Sobald Erkenntnisse vorlägen, werde auch die Öffentlichkeit informiert.

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cvh/cba/dpa/AFP


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