Neue Dürre in Deutschland? Das sagt der Meteorologe

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Wüstenklima im April: Deutschland ist knochentrocken: Meteorologe sagt, ob uns die nächste Dürre droht

Der April knüpft 2020 an den Trend der vergangenen Jahre an und zeigt sich bislang viel trockener, als er sein sollte. Landwirte und Förster sind bereits in Alarmbereitschaft, erste Vermutungen zu einem erneuten Dürresommer machen die Runde. FOCUS Online erklärt, worauf wir uns einstellen müssen.

Wieder einmal ist es hierzulande knochentrocken. Seit Mitte März hat es in Deutschland kaum geregnet. „In der Sahara ist es im Vergleich zu Berlin richtig nass“, erklärt dazu Meteorologe Jan Schenk vom Weather Channel. Denn dort rechne er im April bislang immerhin noch mit 20 Litern Regen pro Quadratmeter – im Vergleich zu null in Berlin. Das Ausmaß dieser Trockenheit zeigen auch die aktuellen Karten des Dürremonitors, den das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung betreibt. Vor allem im Osten und Süden herrscht demnach eine „außergewöhnliche Dürre“.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete sich am Donnerstag zum Thema Trockenheit in Deutschland zu Wort. In einem Beitrag auf Twitter heißt es, dass in der ersten Aprilhälfte in Deutschland im Mittel nur knapp drei Prozent der sonst typischen 58 Liter pro Quadratmeter gefallen sein. Die Experten melden aber auch, dass der April damit einen Trend fortsetze: „In den vergangenen elf Jahren war der April hierzulande immer zu trocken“, schreiben sie.

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Dürre im Frühjahr: „Können nur auf Schauer und Gewitter hoffen“

Meteorologe Jan Schenk geht davon aus, dass sich die Trockenheit vorerst weiter fortsetzen wird: „Bis Ende Mai wird es kaum noch Niederschlag geben. Höchstens in Schwaben und am Alpenrand könnte es ausreichend regnen.“ Doch der Rest des Landes wird laut Schenk weiter austrocknen. „Wir können nur auf Schauer und Gewitter hoffen, denn die werden von den Wettermodellen oft nicht richtig erfasst und können lokal doch noch Regen bringen. Manchmal allerdings auch zu viel.“

Das heißt auf der einen Seite: Wir können uns derzeit über sonniges und warmes Wetter freuen. Die Temperaturen erreichen bereits im April mindestens 25 Grad. „Es würde mich nicht wundern, wenn es gegen Ende April auch in Richtung 30 Grad gehen würde“, sagt Schenk.

Dürr und ausgetrocknet: Förster fürchten um deutsche Wälder

Andererseits werden bereits erste nervöse Stimmen laut: Bauern fürchten um ihre Ernte, Förster um ihre Wälder. Noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 sei der Anteil der Bäume mit gesunden Kronen in Deutschland so gering wie im vergangenen Jahr gewesen. Das geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht der Bundesregierung hervor. Demnach sind derzeit bereits rund 180.000 Hektar Wald abgestorben.

„Die letzten beiden Jahre 2018 und 2019 haben gezeigt, dass der Klimawandel endgültig und für alle sichtbar im deutschen Wald angekommen ist“, schreibt das Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde, das den Bericht erstellt hat. Die anhaltende Dürre in den Vegetationszeiten habe verbreitet zum vorzeitigen Abfallen der Blätter geführt. Für 2020 wäre daher allen geholfen, würde sich etwas mehr Wasser zu Boden ergießen.

Vergleich mit dem Jahr 2007 lässt auf Sommerregen hoffen – kalt muss es deshalb nicht werden

Und das ist laut Weather-Channel-Meteorologe Schenk gar nicht so unwahrscheinlich: „Im Jahr 2007 hatten wir einen ähnlich heißen und trockenen April“, sagt er, „und dann ist der Sommer komplett ins Wasser gefallen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dieses Jahr ähnlich kommt.“ Er gibt allerdings zu bedenken, dass Vorhersagen für den Sommer aktuell noch nicht möglich sind, „aber es kommt definitiv noch sehr viel Regen auf uns zu.“ Konkret geht er sogar von einer erhöhten Hochwassergefahr in Deutschland im Mai und Juni aus – was aber nicht bedeute, dass es auch kalt würde.

Für seine Vorhersagen vergleicht der Meteorologe neun Klimamodelle miteinander. Die Zeichen stünden eindeutig auf überdurchschnittlich viel Regen etwa im Mai, vermutlich auch noch im Juni. „Juli und August sehen aber wieder eher zu trocken aus“, fährt er fort. Seine Modelle zeigten dort „überdurchschnittlich hohe Temperaturen“ in ganz Deutschland mit Ausnahme des Nordens. Ein Modell schwimmt allerdings komplett gegen den Strom: Die Nasa sage laut Schenk einen eher nassen August vorher. Mit dieser Prognosen steht sie allerdings unter den neun beobachteten Modellen derzeit alleine da.

Auch wenn genaue Vorhersagen derzeit noch nicht möglich sind, zeigt sich Schenk vorsichtig optimistisch – an einen ähnlichen Dürresommer wie 2018 glaube er nicht. Für ihn sei der Vergleich mit 2007 plausibler.

 

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Wälder leiden unter Vorschäden – milde Winter spielen Schädlingen zu

Ob der angekündigte Regen unsere Wälder retten kann? „Die Perioden mit Trockenstress haben in den letzten fünf Jahren deutlich zugenommen“, sagte Nicole Wellbrock vom Thünen-Institut. Gegen diese Entwicklung helfe nur „konsequenter Klimaschutz, die Minderung von Stickstoffeinträgen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft und begleitend ein nachhaltiger Waldumbau“. Die Waldwissenschaftlerin rechnet auch für das Jahr 2020 mit keiner Besserung. „Schädigungen offenbaren sich meist erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.“ Durch den milden Winter bleibe zudem die Population der Schädlinge auf einem hohen Niveau.

Der Borkenkäfer habe beispielsweise die durch den Wassermangel vorgeschädigten Fichten besonders stark befallen. Hier sei die Zahl der 2019 gestorbenen Bäume mehr als doppelt so hoch gewesen wie in den Vorjahren, sagte Wellbrock. Erstmals seit dem Waldsterben in den 1980er Jahren seien 2019 wieder flächenhaft Fichtenbestände abgestorben. Auch der Kiefer geht es laut Bericht immer schlechter.

Dem Report zufolge sind besonders die Eichen schon seit Jahren in einem schlechten Zustand. 2019 zeigte sich bei 50 Prozent dieser Bäume, dass sich ihre Kronen deutlich gelichtet haben (2018: 42 Prozent). Auch die Buche, die den Experten zufolge bisher weniger auffällig war, litt 2019 deutlich unter der Hitze und Trockenheit. 47 Prozent der Bäume hatten eine deutliche Verlichtung (2018: 39 Prozent).

mit Informationen der dpa

 

jala



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