Neue Initiative für Sexkaufverbot | Aktuell Deutschland | DW

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Angesichts der coronabedingten Schließung von Prostitutionsstätten in Deutschland fordert eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten ein Sexkaufverbot und Ausstiegsprogramme für Prostituierte. Der während der Corona-Krise verhängte Shutdown für Prostitution dürfe nicht gelockert werden, verlangen sie in einem Brief an die Regierungschefs der Bundesländer. Andernfalls seien neue Infektionsherde zu befürchten, heißt es darin.

Kein “Social Distancing” möglich

“Es dürfte auf der Hand liegen, dass Prostitution die Wirkung eines epidemiologischen Super-Spreaders hätte – sexuelle Handlungen sind in der Regel nicht mit Social Distancing vereinbar”, so die Parlamentarier aus den Reihen der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD. Bei der Nachverfolgung von Infektionsketten werde zudem der Kontakt mit Prostituierten meist verschwiegen. Das Schreiben haben 16 Abgeordnete unterzeichnet, darunter die Gewerkschafterin Leni Breymaier, der Mediziner und Epidemiologe Karl Lauterbach (beide SPD) und der ehemalige Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

BG Deutschland steht still | Reeperbahn Hamburg (picture-alliance/dpa/C. Charisius)

Menschenleer: die legendäre Herbertstraße im Rotlichtviertel an der Hamburger Reeperbahn

Überdies wollen die Parlamentarier die aus ihrer Sicht in den meisten Fällen menschenunwürdige, zerstörerische und frauenfeindliche Tätigkeit untersagen, zu der die Frauen gezwungen würden. Sie seien ihren Zuhältern ausgeliefert. “Diesen Frauen hilft nicht die Wiedereröffnung der Bordelle, sondern eine Ausbildung oder Tätigkeit in einem existenzsicherndem Beruf.” Die Gruppe empfiehlt den Ministerpräsidenten der Bundesländer in diesem Zusammenhang die Einführung von Ausstiegshilfen nach schwedischem Modell.

“Die Frauen brauchen Sprachkurse, Wohnung, Krankenversicherung, Arbeit und eine Traumatherapie”, betonte Breymaier. In Deutschland gibt es aktuell rund 33.000 behördlich registrierte Prostituierte, insgesamt sollen es bis zu 400.000 sein. Viele von ihnen stammen aus Osteuropa.

wa/no (dpa)



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