Neue medizinische Leitlinien: Was bei Reizdarm wirklich hilft – und was nicht

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Neue Leitlinien: Low-FODMAP-Diät: Das hilft wirklich bei Reizdarm – und darauf sollten Sie verzichten

Wer am Reizdarmsyndrom leidet, hat nie wirklich seine Ruhe: Häufig sind die Betroffenen von Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall geplagt. Da vieles an der Krankheit noch unerforscht ist, gibt es bisher keine Standardtherapie. Experten haben nun untersucht, welche Behandlungen sinnvoll sind.

Wie viele Menschen in Deutschland am Reizdarmsyndrom leiden, das lässt sich so genau nicht sagen. Weltweit sollen es schätzungsweise elf Prozent der Bevölkerung sein. Der Grund, weshalb es keine genauen Zahlen gibt, lässt sich einerseits mit dem schwammigen Begriff erklären, der eine ganze Reihe von recht unspezifischen Symptomen umfasst, andererseits dürfte die Scham der Betroffenen eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Denn niemand redet gerne darüber, regelmäßig mit Blähungen, starkem Durchfall und Bauchschmerzen kämpfen zu müssen.

Spannend, aber gerade keine Zeit?

Doch ab wann spricht man vom Reizdarmsyndrom (RDS)? Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkranken (DGVS) hat drei Kriterien bestimmt, die erfüllt sein müssen, damit Ärzte die Diagnose stellen können. Demnach müssen

  1. chronische Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Blähungen bestehen, die in der Regel mit Stuhlgangsveränderungen einhergehen und länger als drei Monate anhalten.
  2. die Beschwerden so stark sein, dass sie den Alltag und die Lebensqualität des Patienten massiv einschränken.
  3. andere Krankheiten wie etwa Zöliakie, Morbus Crohn oder eine Intoleranz (Laktose, Fruktose, Glukose), die dieselben Symptome auslösen können, ausgeschlossen sein.

Nun können allerdings auch psychische Beschwerden wie Stress, Angstzustände oder Depressionen hinzukommen und den Krankheitsverlauf weiter beeinflussen – andersherum können sie auch erst an der Entstehung und Aufrechterhaltung des RDS beteiligt sein.

Stress ist ein Einflussfaktor – aber keineswegs der einzige

Bei der Frage nach der Ursache und Wirkung herrscht in der Forschung noch weitgehend Unsicherheit. Klar ist aber zumindest, dass bei den Patienten die „Darm-Hirn-Achse“ gestört ist; Bauch- und Kopfhirn können demnach nicht richtig miteinander kommunizieren. Auch die Zusammensetzung der Mikroben im Darm ist bei den Betroffenen verändert.

Stress kann die Symptome laut der DGVS mithin also verschlimmern, ist aber „keineswegs der einzige oder nachweislich wichtigste psychologische Einflussfaktor, auch wenn er der am besten untersuchte ist.“

Klarere Worte finden die Experten hinsichtlich der Rolle von Antibiotika als mögliche Ursache für die Krankheit. So steht eine wiederholte Antibiotika-Therapie – neben Darminfekten durch Bakterien, Viren oder Parasiten – nach bisherigen Forschungsergebnissen dringend im Verdacht, das Syndrom auszulösen.

 

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Das Problem beim RDS ist, dass es nicht die eine Therapie gibt, eben weil vieles über das Syndrom und seine Ursachen noch relativ unbekannt ist, es sich also in erster Linie um eine Ausschlussdiagnose handelt. Es gebe jedoch eine Reihe von Maßnahmen, die Patienten ausprobieren könnten; die DGVS hat ihre Leitlinien für die Behandlung der Krankheit gemeinsam mit vielen anderen Fachgesellschaften noch einmal aktualisiert – und spricht unter anderem eine klare Empfehlung für die sogenannte „Low-FODMAP“-Diät aus.

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Welche Lebensmittel Sie einsparen sollten – und welche Sie essen dürfen

„Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole (FODMAPs) sind kurzkettige Kohlenhydrate, die im Dünndarm schlecht absorbiert werden. Sie werden spätestens im Dickdarm osmotisch aktiv und werden hier rasch fermentiert, so dass Bauchschmerzen, Blähungen und ein weicher, voluminöser Stuhlgang entstehen“, erklärt die DGVS.

Eine Ernährung mit einem niedrigen Anteil von FODMAPs werde deshalb bei RDS-Patienten mit Blähungen oder Bauchschmerzen als dominantes Symptom empfohlen. Lebensmittel, die reich an FODMAPs sind und deshalb eingespart werden sollten, sind:

  • Apfel
  • Birne
  • Pflaume
  • Avocado
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Blumenkohl
  • Pilze
  • Zwiebeln
  • glutenhaltige Produkte (Brot, Nudeln)
  • Milchprodukte mit Laktose
  • Fleisch (fettes) und Wurst
  • Süßungsmittel wie Sorbit, Xylit
  • Invertzucker

Diese Lebensmittel wiederum zeichnen sich durch eine geringe Menge an FODMAPs aus und können daher problemlos verzehrt werden:

  • Beeren
  • Orange
  • Mandarine
  • Salate
  • Tomate
  • Karotte
  • Kürbis
  • Kartoffel
  • Kohlrabi
  • Brokkoli
  • Spinat
  • Zucchini
  • Glutenfreies Brot und Nudeln
  • Haferkleie
  • laktosefreie Milchprodukte sowie Butter
  • Mageres Fleisch und Fisch

Die DGVS warnt allerdings vor einer selbstständigen Umstellung der Ernährungsweise: „Die Diät sollte dem Patienten von einem medizinischen Ernährungsberater/in präsentiert werden, um unnötige, zu starke Einschränkungen und eine Mangelernährung zu vermeiden.“ Nehmen die Beschwerden im Verlauf der Diät weitgehend ab, können die kritischen Lebensmittel nach und nach wieder auf den Speiseplan kommen.

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Experten sprechen sich gegen Stuhltransplantation aus

Zur Linderung von Bauchschmerzen und Blähungen hat sich laut den Experten zudem Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln erwiesen. Auch Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren zur Stressbewältigung können Betroffenen helfen, insbesondere, wenn sie unter psychischen Symptomen leiden.

Die DGVS nennt etwa Yoga als „vielversprechende Therapieoption“. Körperliche Bewegung sei für den Darm generell immer gut. Bei Patienten mit psychischen Symptomen machten ferner psychotherapeutische Verfahren wie eine kognitive Verhaltenstherapie Sinn. Und auch eine Darmhypnose könne Erleichterung bringen.

Eindeutig sprechen sich die Experten gegen eine Stuhltransplantation aus. Nicht nur gebe es kaum aussagekräftige Studien dazu, sondern „eine Vielzahl völlig ungelöster technischer, ethischer und Sicherheitsfragen“, so die DGVS.

Von Stuhlanalysen, also Selbstzahler-Mikrobiomtests, und IgG-Tests zum Nachweis von Nahrungsmittelunverträglichkeiten raten die Autoren der Leitlinie ebenfalls dezidiert ab. Auch Anwendungen und Fußzonenreflexmassage seien nicht zu empfehlen. Bei Thema Probiotika ist die Studienlage dagegen noch nicht ausreichend – ob sie helfen, lasse sich daher nur testen. 

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