Öffnungszeiten bei Aldi, Lidl, Rewe – welche Läden ab 20.4. wieder öffnen sollen

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Läden, Boutiquen und Möbelhäuser ab 20. April

Der Bund will den Ländern vorschlagen, die bestehenden Kontaktbeschränkungen für die Bürger noch mindestens bis zum 3. Mai aufrecht zu erhalten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch nach einer Schaltkonferenz von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Staatskanzleichefs der Länder vom Dienstag.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sollen zunächst neben Geschäfte bis 800 Quadratmeter Ladenfläche aufmachen dürfen. Wie die “Süddeutsche Zeitung” zuvor berichtete, schlägt die Bundesregierung vor, diese Läden ab dem 20. April wieder zu öffnen – allerdings mit klaren Regeln: die Zahl der Besucher müsse begrenzt werden, außerdem gelten Hygieneregeln.

Unabhängig von der Verkaufsfläche sollen nach dem Papier Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen wieder öffnen. Unter gleichen Auflagen sollten auch Kultureinrichtungen wie Bibliotheken und Archive sowie zoologische und botanische Gärten aufmachen dürfen. Unter jenen Dienstleistungsbetrieben, bei denen körperliche Nähe unabdingbar sei, “sollen sich zunächst Friseurbetriebe darauf vorbereiten”, unter bestimmten Auflagen sowie “unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung den Betrieb am 4. Mai wieder aufzunehmen”. Restaurants, Bars und Kneipen sollen wie bisher grundsätzlich geschlossen bleiben.

Die Supermärkte und Discounter waren von den Ladenschließungen nicht betroffen, die seit Mitte März gelten. Läden für den täglichen Bedarf durften offen bleiben. Um den Andrang in Supermärkten zu entzerren, sind die möglichen Ladenöffnungszeiten jedoch ausgeweitet worden. Doch machen die großen Ketten davon auch Gebrauch? FOCUS Online klärt auf:

Öffnungszeiten: Das sagen Aldi, Amazon, Lidl, Rewe und Co.

Aldi Nord: „Unsere Märkte sind aktuell wie gewohnt deutschlandweit geöffnet und unsere Mitarbeiter arbeiten unermüdlich daran, die Warenverfügbarkeit für unsere Kundinnen und Kunden sicherzustellen. Das Engagement unserer Mitarbeiter wissen wir sehr zu schätzen und bedanken uns für den Einsatz eines jeden Einzelnen. Im Rahmen von ‘ALDI liefert’ bieten wir unseren Kunden ausschließlich unterschiedliche Aktionsangebote aus dem Non Food-Bereich an. Wir können hier entsprechend keine Auswirkungen verzeichnen. Das Angebot auf ‘ALDI liefert’ steht unseren Kunden derzeit wie gewohnt zur Verfügung.“

Aldi Süd: “Aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation gilt allgemein: Filialen, die sonst bis 21 oder 22 Uhr geöffnet haben, schließen bis auf weiteres – wie die meisten anderen Filialen auch – schon um 20 Uhr.” – “Um unsere Kunden bestmöglich zu versorgen und „Hamsterkäufe“ überflüssig zu machen, füllen wir unsere Bestände in den Filialen regelmäßig auf. Die verstärkte Belieferung und das Einräumen der Regale sind mit einem zusätzlichen logistischen Aufwand verbunden. Alle Mitarbeiter arbeiten derzeit auf Hochtouren, sowohl in den Filialen, als auch in der Logistik und in den Verwaltungen. In diesen herausfordernden Zeiten leisten die Kollegen Außerordentliches.“

Amazon Fresh: Verwies auf eine Zusammenstellung von Amazon-Kampagnen in den USA, möchte darüber hinaus aber keine Auskunft geben.

Edeka: „Wir halten eine Erweiterung der Öffnungszeiten nicht für notwendig. Schon jetzt sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Jetzt noch einen Tag länger zu öffnen, würde diese Situation weiter verschärfen. Die Versorgung unserer Kundinnen und Kunden mit Lebensmitteln ist auch mit den bestehenden Öffnungszeiten bundesweit sichergestellt. Wir beobachten zwar, dass es in einigen Sortimentsbereichen, etwa bei haltbaren Lebensmittel wie Nudeln und Konserven oder auch Hygieneprodukten, zu einer erhöhten Nachfrage kommt. Dennoch können wir die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über unsere Logistikzentren weiterhin gewährleisten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit großartigem Einsatz daran, die gewohnten Angebote und Leistungen für ihre Kunden aufrechtzuerhalten.“

Kaufland: „Da unsere Filialen laufend mit neuer Ware beliefert werden, ist die Warenversorgung auch weiterhin sichergestellt. Zudem bieten wir unseren Kunden durch unsere langen Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr bereits ein großes Zeitfenster, um ihre Einkäufe zu erledigen. Daher planen wir derzeit keine Änderungen oder Sonderregelungen unserer Ladenöffnungszeiten.“

Lidl: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben alle Filialen zu den gewohnten Öffnungszeiten geöffnet. Unsere Mitarbeiter leisten in dieser schwierigen Situation großartige Arbeit und geben Tag und Nacht ihr Bestes, damit unseren Kunden genug Waren zur Verfügung stehen, die sie für ihren Alltag benötigen. Auch in allen Bereichen der Logistiklager und der Verwaltung stellen unsere Mitarbeiter mit unermüdlichem Einsatz sicher, dass wir die Filialen stets mit Ware versorgen.“

Netto: „Aktuell kursieren Gerüchte in den Sozialen Medien, wonach die Bundesregierung angeblich weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens plane. So wird beispielsweise in einer Sprachnachricht auf WhatsApp vor einer unmittelbar bevorstehenden Schließung von Lebensmittelmärkten beziehungsweise einem eingeschränkten Angebot gewarnt – auch mit direktem Bezug auf Netto. Diese Gerüchte sind falsch und entbehren jeder Grundlage! Eine ausreichende Warenversorgung unserer Filialen ist auch weiterhin sichergestellt.“

Penny und Rewe: „Unsere Märkte sind regulär geöffnet. Beim Rewe Lieferservice verzeichnen wir – analog zum stationären Handel – eine erhöhte Nachfrage, die vereinzelt auch zu Wartezeiten von wenigen Tagen führen kann – dies ist aber kein bundesweites Bild.“ Rewe bittet zugleich um Verständnis für eventuelle Engpässe in einzelnen Märkten. Um die Mitarbeiter etwas zu entlasten, suchen Rewe und Penny übrigens Aushilfen: „Wer in unseren Märkten jetzt als Aushilfe tätig werden möchte, kann sich unkompliziert bewerben“, erklärte Rewe-Chef Lionel Souque in einer Pressemitteilung: „Studierende zum Beispiel, die wegen der aktuellen Schließung der Universitäten Interesse haben, bei Rewe oder Penny auszuhelfen.“ Bewerben könnten sich Interessierte demnach direkt in dem Markt, in dem sie tätig werden möchten.

Rewe-Chef Lionel Souque schrieb zudem in einem Brief an die selbstständigen Rewe-Kaufleute: „Mit dem gegenwärtigen Pensum verlangen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten bereits Erhebliches ab. Und wir haben aktuell wenig Grund zu der Annahme, dass sich daran binnen sehr kurzer Frist etwas verändert.“ Deshalb wolle Rewe auf die Sonntagsöffnung verzichten. Die bestehende Öffnung an sechs Tagen in der Woche erlaube es bereits, die Kunden bedarfsgerecht zu bedienen.

Weitere Themen aus der Supermarkt-Welt:

Supermärkte planen vorläufig keine Sonntagsöffnung

Die großen deutschen Supermarkt- und Discountketten wollen ihre Geschäfte trotz aller Lockerungen jedoch auch weiterhin nicht am Sonntag öffnen. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl betonten bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, an den gewohnten Öffnungszeiten von Montag bis Samstag festhalten zu wollen. Die Supermärkte betonen, dass Mitarbeiter Ruhepausen benötigen.

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Wir lassen niemanden allein. Mit dem Song “Victoriam” unterstützt die Aktion #CoronaCare Tafeln in Deutschland.

Erste Geschäfte verzichten auf Sonderaktionen

Rossmann fährt Rabattaktionen zurück, um Kunden keinen gesonderten Einkaufsreiz zu geben. Auch der Verband hat Ähnliches vor: Der Verband Edeka-Hessenring hatte angekündigt, etwaige Aktionen für seine 500 Filialen in Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen vorübergehend zu streichen.

Denn’s Biomarkt macht dies bei seinen 230 Filialen nun auch – um seine Mitarbeiter zu schonen. Das berichtet “Supermarkt inside”. Auch der Tiefkühlproduzent Dr. Oetker will auf Rabattaktionen verzichten.

Wie Kunden jetzt trotzdem sparen können

Für manche Kunden kann das unangenehm sein. Familien müssen wegen der Maßnahmen mit Einkommensausfällen leben, Kleinunternehmer können teils nicht arbeiten und auch (drohende) Kurzarbeit fordern wieder mehr Kontrolle über die privaten Ausgaben. Zudem gibt es Menschen, die immer auf Preise achten müssen.

Wichtig ist: Bisher machen das vergleichsweise wenige Filialen. Aldi und Lidl bewerben wie gewohnt ihre Aktionen. Sparen kann man aber bei nahe zu allen Ketten auch abseits davon. So bieten verschiedene Supermärkte und Drogerien Gutscheine an.

Bei Rewe zum Beispiel kann man als Neukunde auf Rewe.de sparen oder erhält einen Gutschein, wenn man Neukunden wirbt:

Bei Rossmann erhält man vier 10-Prozent-Gutscheine für die nächste Einkäufe. Das gilt oft auch für Angebote und auch für derzeit gefragte Waren wie Toilettenpapier oder Seife:

Auch bei Obi kann man aktuell sparen. Nach einer Newsletteranmeldung erhält man 5 Euro sowie 5 Prozent Rabatt. Wichtig ist hierbei zu bedenken: In manchen Bundesländern wie Bayern sind Baumärkte für Privatpersonen nicht mehr geöffnet. Die Rabattaktionen gelten aber oft auch Online.

Und wer zu Ostern vielleicht mit Bildern anderen eine Freunde machen will, sollte zum Beispiel bei Müller reinschauen. Bei Poster und Wandbildern können Kunden aktuell 10 Euro sparen:

Hygiene: Mit diesen Maßnahmen reagieren Supermärkte auf die Corona-Krise

Wegen  des Coronavirus gibt es in vielen Supermärkten auch neue Hygieneregeln. Mit Abstandsmarkierungen am Boden, “Spuckschutz” an den Kassen sowie Desinfektionsmitteln und Handschuhen für Mitarbeiter wollen die Supermärkte die Ausbreitung des Virus eindämmen und ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen.

Surftipp: Infektionsgefahr – Coronavirus vermeiden: 14 Regeln fürs Einkaufen im Supermarkt

Überall werde den Kunden zudem empfohlen, möglichst ohne Bargeld zu bezahlen, sondern mit Karte – damit es wenig direkten Kontakt zwischen Menschen gibt.

Es gibt auch bereits immer wieder Einlasskontrollen bei Aldi, Rossmann oder Rewe – etwa in Zeiten mit hohem Kundenaufkommen oder wenn der notwendige Abstand von 1,5 Metern zwischen den Personen nicht eingehalten werden könne.

Seien Sie auch dabei:  #CoronaCare: Deutschland hilft sich – eine Aktion von FOCUS Online und BurdaForward

Online-Lieferdienste immer beliebter – aber es gibt einen Haken

Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus beschert den Online-Lieferdiensten von Rewe, Picnic, Getnow bis zu Amazon Fresh ungeahnte Wachstumsraten. Doch die Sache hat einen Haken. Wer heute Lebensmittel online bestellt, muss oft wochenlang auf die Lieferung warten.

  • Getnow
    Am 26. Februar sei der Run auf die Lebensmittellieferdienste ausgebrochen, sagte Thorsten Eder von Getnow – und das an allen Standorten des Online-Supermarktes gleichzeitig: in Berlin, München, Frankfurt, Hannover, Essen wie im Großraum Düsseldorf/Neuss. Die Folge: Die Zustellslots sind mittlerweile 14 Tage im Voraus ausgebucht. “Wir können nur einen kleinen Teil der Nachfrage abarbeiten. Dabei sind wir immer auf Volllast”, sagte Eder. Die Zahl der Bestellungen habe sich schlagartig verdoppelt. Die Zahl der Neukundenanmeldungen sei in einigen Städten um 500 Prozent gestiegen.
    Dabei hatte der Online-Händler, der sich seine Ware bei der Metro beschafft, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die stationäre Konkurrenz. So waren Toilettenpapier, Nudeln und Konserven zeitweise ausverkauft. Doch inzwischen sei die Zeit der Hamsterkäufe vorbei, sagte Eder. Den Bestellern gehe es mittlerweile offenbar weniger ums Hamstern, als darum, beim Lebensmitteleinkauf Kontakt zu anderen Menschen möglichst zu vermeiden. “Das hören wir viel von den Kunden.”
  • Picnic
    Auch Frederic Knaudt, der Deutschland-Chef des Online-Supermarkts Picnic, der im Ruhrgebiet und im Rheinland Kunden in 10 Städten beliefert, betonte: “Die Nachfrage hat sich bei uns mehr als verdoppelt.” Picnic habe seit Ende Februar fast 200 neue Mitarbeiter eingestellt. Dennoch könne das Unternehmen kaum mit der großen Nachfrage mithalten. Wurden sonst die Bestellungen in der Regel schon am Folgetag geliefert, so muss der Kunde jetzt in der Regel bis zur nächsten Woche warten. Und auch das nur als Bestandskunde.
    Wer das erste Mal bei Picnic einkaufen will, landet aktuell auf einer Warteliste. Dort stehen allerdings schon mehr als 70 000 Haushalte, wie Knaudt sagte. Picnic überlege deshalb, künftig die Ware auch am Sonntag zuzustellen. Das würde mehr Kapazitäten bringen.
  • Rewe
    Selbst Rewe kann den Kundenansturm in seinem Online-Shop nur mühsam schultern. Lieferfristen von ein bis zwei Wochen seien mittlerweile nicht ungewöhnlich, berichtete ein Unternehmenssprecher. Dabei ist Rewe mit seinem in 75 Städten verfügbaren Lieferservice einer der führenden Online-Lebensmittelhändler in der Bundesrepublik.
  • Amazon
    Auch der US-Internetgigant Amazon muss dem Kundenansturm Tribut zollen. Auf der Homepage seines Lebensmittel-Lieferdienstes Amazon Fresh warnt der Konzern unübersehbar: “Sortiment und Lieferung können aufgrund erhöhter Nachfrage vorübergehend eingeschränkt sein.”

Metro würde gerne alle Großmärkte für Endverbraucher öffnen

Angesichts der Corona-Pandemie würde die Großhandelskette Metro gerne alle ihre 103 Großmärkte in Deutschland auch für Endverbraucher öffnen. Das Unternehmen könne damit einen Beitrag leisten, den erhöhten Bedarf an Grund- und Nahversorgungsangeboten bei den Verbrauchern in der Corona-Krise zu decken, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzung für einen solchen Schritt sei allerdings, dass die Bundesländer grünes Licht dafür geben.

Vorreiter ist Mecklenburg-Vorpommern. Dort stimmte das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung bereits vor einigen Tagen einer entsprechenden Nutzungsänderung zu. Seit Montag können deshalb in den fünf Metro-Märkten in Wolgast, Greifswald, Wismar, Neustrelitz und Waren nicht mehr nur gewerbliche Kunden wie Gastronomen, Hoteliers oder Kiosk-Betreiber einkaufen, sondern auch alle anderen Verbraucher. Befristet ist diese Genehmigung vorerst bis zum 19. April.

“Wir würden diesen Schritt gerne auch bundesweit tun”, sagte ein Metro-Sprecher. Allerdings müssten die einzelnen Bundesländer dazu die Voraussetzungen schaffen. Der Deutschland-Chef der Metro, Frank Jäniche, betonte, Kapazitäten dafür gebe es bei dem Großhändler aktuell durchaus. Schließlich macht er normalerweise einen großen Teil seiner Umsätze mit Gastronomiebetreibern, die ihre Geschäfte wegen der Pandemie schließen mussten.

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