Öffnungszeiten von Aldi, Rewe, Edeka, dm: Wann Sie bis Ostern einkaufen können

0
277
Werbebanner

  • Supermärkte und Discounter haben weiter geöffnet – jedoch nicht zusätzlich am Sonntag
  • Reaktion auf Corona: Hygiene-Maßnahme und teilweise Einlasskontrollen
  • Erste Geschäfte verzichten auf Sonderaktionen
  • Handel ruft zu “vorausschauenden” Ostereinkäufen auf

Handel ruft zu “vorausschauenden” Ostereinkäufen auf

Der Handel hat die Bundesbürger vor den Osterfeiertagen zu vorausschauenden Einkäufen aufgerufen. “Überlegen Sie bereits jetzt, was Sie für die Feiertage benötigen”, empfahl der Handelsverband Deutschland (HDE) am Freitag. Eine sorgfältige Einkaufsplanung sei “gerade unter dem Eindruck der Corona-Krise” wichtig. Aufgrund der Abstandsregelungen und Zugangsbeschränkungen könnten in den Lebensmittelgeschäften aktuell nicht so viele Kunden pro Stunde bedient werden wie vor der Krise.

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH) ergänzte: “Planen Sie Ihre Einkäufe und nutzen Sie dafür sowohl die breiten Öffnungszeiten als auch alle Einkaufstage der Woche.” Die Lebensmittelhandelsunternehmen arbeiteten momentan auf Hochtouren, um die Lebensmittelversorgung unverändert sicherzustellen.

Ladenöffnung an Ostertagen nur teilweise erlaubt

In Rheinland-Pfalz dürfen bestimmte Geschäfte an beiden Ostertagen und Karfreitag öffnen, und zwar zwischen 12.00 und 18.00 Uhr, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Die Sonderregel gilt für den Verkauf von Lebensmitteln, Getränken, Sanitätsbedarf, Drogerieartikeln, Bau- und Gartenbau, Zeitungen und Tierbedarf.

Auch im Saarland dürfen Supermärkte und Lebensmittelläden an den Osterfeiertagen einschließlich Karfreitag öffnen.

In NRW dagegen müssen sämtliche Läden an Karfreitag, Ostersonntag und -montag geschlossen bleiben. Lediglich für Apotheken gebe es an diesen Tagen keine Beschränkungen, hieß es in Düsseldorf.

In Bayern bleiben die Lebensmittelgeschäfte nach einem Bericht des “Münchner Merkur” (Samstag) an den Osterfeiertagen geschlossen.

Baden-Württemberg hat nach heftiger Kritik von Kirchen und Gewerkschaften die Öffnung von Supermärkten am Karfreitag und Ostersonntag zurückgenommen. An beiden Tagen müssen die Geschäfte geschlossen bleiben, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte.

Generelle Öffnungszeiten: Das sagen Aldi, Amazon, Lidl, Rewe und Co.:

Aldi Nord: „Unsere Märkte sind aktuell wie gewohnt deutschlandweit geöffnet und unsere Mitarbeiter arbeiten unermüdlich daran, die Warenverfügbarkeit für unsere Kundinnen und Kunden sicherzustellen. Das Engagement unserer Mitarbeiter wissen wir sehr zu schätzen und bedanken uns für den Einsatz eines jeden Einzelnen. Im Rahmen von ‘ALDI liefert’ bieten wir unseren Kunden ausschließlich unterschiedliche Aktionsangebote aus dem Non Food-Bereich an. Wir können hier entsprechend keine Auswirkungen verzeichnen. Das Angebot auf ‘ALDI liefert’ steht unseren Kunden derzeit wie gewohnt zur Verfügung.“

Aldi Süd: “Aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation gilt allgemein: Filialen, die sonst bis 21 oder 22 Uhr geöffnet haben, schließen bis auf weiteres – wie die meisten anderen Filialen auch – schon um 20 Uhr.” – “Um unsere Kunden bestmöglich zu versorgen und „Hamsterkäufe“ überflüssig zu machen, füllen wir unsere Bestände in den Filialen regelmäßig auf. Die verstärkte Belieferung und das Einräumen der Regale sind mit einem zusätzlichen logistischen Aufwand verbunden. Alle Mitarbeiter arbeiten derzeit auf Hochtouren, sowohl in den Filialen, als auch in der Logistik und in den Verwaltungen. In diesen herausfordernden Zeiten leisten die Kollegen Außerordentliches.“

Amazon Fresh: Verwies auf eine Zusammenstellung von Amazon-Kampagnen in den USA, möchte darüber hinaus aber keine Auskunft geben.

Edeka: „Wir halten eine Erweiterung der Öffnungszeiten nicht für notwendig. Schon jetzt sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Jetzt noch einen Tag länger zu öffnen, würde diese Situation weiter verschärfen. Die Versorgung unserer Kundinnen und Kunden mit Lebensmitteln ist auch mit den bestehenden Öffnungszeiten bundesweit sichergestellt. Wir beobachten zwar, dass es in einigen Sortimentsbereichen, etwa bei haltbaren Lebensmittel wie Nudeln und Konserven oder auch Hygieneprodukten, zu einer erhöhten Nachfrage kommt. Dennoch können wir die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über unsere Logistikzentren weiterhin gewährleisten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit großartigem Einsatz daran, die gewohnten Angebote und Leistungen für ihre Kunden aufrechtzuerhalten.“

dm: „Wir können Ihnen versichern, dass wir unermüdlich daran arbeiten, unsere Kunden mit Produkten des täglichen Bedarfs zu versorgen. So bleiben unsere dm-Märkte grundsätzlich geöffnet. Wir erleben momentan allerdings eine Ausnahmesituation, die dazu führen kann, dass vereinzelt dm-Märkte temporär nicht geöffnet sind oder andere Öffnungszeiten haben. Da unsere Öffnungszeiten auf dm.de und in der dmApp hinterlegt sind können Kunden sich immer aktuell informieren.“ Zum Onlineshop heißt es, die Nachfrage nach Hygiene-Produkte und haltbaren Lebensmitteln sei deutlich angestiegen. Aufgrund der „derzeitigen Ausnahmesituation und den vielen Bestellungen, die uns erreichen“, könne es deshalb „zu Verzögerungen kommen“.

Kaufland: „Da unsere Filialen laufend mit neuer Ware beliefert werden, ist die Warenversorgung auch weiterhin sichergestellt. Zudem bieten wir unseren Kunden durch unsere langen Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr bereits ein großes Zeitfenster, um ihre Einkäufe zu erledigen. Daher planen wir derzeit keine Änderungen oder Sonderregelungen unserer Ladenöffnungszeiten.“

Lidl: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben alle Filialen zu den gewohnten Öffnungszeiten geöffnet. Unsere Mitarbeiter leisten in dieser schwierigen Situation großartige Arbeit und geben Tag und Nacht ihr Bestes, damit unseren Kunden genug Waren zur Verfügung stehen, die sie für ihren Alltag benötigen. Auch in allen Bereichen der Logistiklager und der Verwaltung stellen unsere Mitarbeiter mit unermüdlichem Einsatz sicher, dass wir die Filialen stets mit Ware versorgen.“

Müller: Möchte aufgrund von Überlastung im Tagesgeschäft keine Auskunft geben.

Netto: „Aktuell kursieren Gerüchte in den Sozialen Medien, wonach die Bundesregierung angeblich weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens plane. So wird beispielsweise in einer Sprachnachricht auf WhatsApp vor einer unmittelbar bevorstehenden Schließung von Lebensmittelmärkten beziehungsweise einem eingeschränkten Angebot gewarnt – auch mit direktem Bezug auf Netto. Diese Gerüchte sind falsch und entbehren jeder Grundlage! Eine ausreichende Warenversorgung unserer Filialen ist auch weiterhin sichergestellt.“

Penny und Rewe: „Unsere Märkte sind regulär geöffnet. Beim Rewe Lieferservice verzeichnen wir – analog zum stationären Handel – eine erhöhte Nachfrage, die vereinzelt auch zu Wartezeiten von wenigen Tagen führen kann – dies ist aber kein bundesweites Bild.“ Rewe bittet zugleich um Verständnis für eventuelle Engpässe in einzelnen Märkten. Um die Mitarbeiter etwas zu entlasten, suchen Rewe und Penny übrigens Aushilfen: „Wer in unseren Märkten jetzt als Aushilfe tätig werden möchte, kann sich unkompliziert bewerben“, erklärte Rewe-Chef Lionel Souque in einer Pressemitteilung: „Studierende zum Beispiel, die wegen der aktuellen Schließung der Universitäten Interesse haben, bei Rewe oder Penny auszuhelfen.“ Bewerben könnten sich Interessierte demnach direkt in dem Markt, in dem sie tätig werden möchten.

Rewe-Chef Lionel Souque schrieb zudem in einem Brief an die selbstständigen Rewe-Kaufleute: „Mit dem gegenwärtigen Pensum verlangen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten bereits Erhebliches ab. Und wir haben aktuell wenig Grund zu der Annahme, dass sich daran binnen sehr kurzer Frist etwas verändert.“ Deshalb wolle Rewe auf die Sonntagsöffnung verzichten. Die bestehende Öffnung an sechs Tagen in der Woche erlaube es bereits, die Kunden bedarfsgerecht zu bedienen.

Rossmann: Bislang keine aussagekräftige Auskunft, informiert aber seine Kunden auf Rossmann.de. Danach werden die Filialen weiterhin regulär geöffnet sein. Zudem werden diese auch täglich beliefert. Indem jeder sich an die maximalen Abnahmemengen halte, könnten leere Regale vermieden werden, heißt es weiter. Zugleich stehen manche Angebote derzeit vor Ort nicht mehr zur Verfügung – aufgrund des Infektionssschutzes bietet Rossmann seinen Fotoservice derzeit nur im Internet an, Kaffeeautomaten und Wickelmöglichkeiten wurden abgebaut. Auch auf Testprodukte müssen Kunden aktuell verzichten.

Lesen Sie auch: Mieten, Kinderzuschlag, Bafög, Fliegen – Wichtige Maßnahmen für Corona – das ändert sich für Verbraucher im April beim Geld

Supermärkte planen vorläufig keine Sonntagsöffnung

Die großen deutschen Supermarkt- und Discountketten wollen ihre Geschäfte trotz aller Lockerungen jedoch auch weiterhin nicht am Sonntag öffnen. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl betonten bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, an den gewohnten Öffnungszeiten von Montag bis Samstag festhalten zu wollen.

Rewe-Chef Lionel Souque begründete das in einem Brief an die selbstständigen Rewe-Kaufleute mit der ohnehin hohen Belastung der Beschäftigten: “Mit dem gegenwärtigen Pensum verlangen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten bereits Erhebliches ab. Und wir haben aktuell wenig Grund zu der Annahme, dass sich daran binnen sehr kurzer Frist etwas verändert”, schrieb er. Deshalb würden Rewe und die konzerneigene Discounttochter Penny auf Sonntagsöffnung verzichten. Die bestehende Öffnung an sechs Tagen in der Woche erlaube es, die Kunden bedarfsgerecht zu bedienen.

Auch Edeka und der zugehörige Discounter Netto planen keine Sonntagsöffnung. “Schon jetzt sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Jetzt noch einen Tag länger zu öffnen, würde diese Situation weiter verschärfen”, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Auch Aldi betonte, die die Mitarbeiter bräuchten Ruhephasen, um Kräfte zu sammeln. Lidl verzichtet ebenfalls auf den zusätzlichen Verkaufstag.

Wo Sie immer sonntags einkaufen können

Wer auch anderswo am Sonntag oder an Feiertagen einkaufen möchte oder gar muss: In vielen Bahnhöfen großer Städte wie in Berlin, Hamburg oder München sind Supermärkte und Discounter vertreten. Sie sind zumeist sieben Tage die Woche geöffnet.

Auch bieten viele Tankstellen – auch in dieser Zeit – eine Auswahl an Supermarkt-Produkten und sind ebenso am Sonntag geöffnet.

Erste Geschäfte verzichten auf Sonderaktionen

Das Zurückfahren von Rabattaktionen soll bei Rossmann zudem darauf einzahlen, Kunden keinen gesonderten Einkaufsreiz zu geben. Die Leute sollen weniger hamstern. Auch der Verband hat Ähnliches vor: Der Verband Edeka-Hessenring hatte angekündigt, etwaige Aktionen für seine 500 Filialen in Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen vorübergehend zu streichen.

Denn’s Biomarkt macht dies bei seinen 230 Filialen nun auch – um seine Mitarbeiter zu schonen. Das berichtet “Supermarkt inside”. Auch der Tiefkühlproduzent Dr. Oetker will auf Rabattaktionen verzichten.

Wie Kunden jetzt trotzdem sparen können

Für manche Kunden kann das unangenehm sein. Familien müssen wegen der Maßnahmen mit Einkommensausfällen leben, Kleinunternehmer können teils nicht arbeiten und auch (drohende) Kurzarbeit fordern wieder mehr Kontrolle über die privaten Ausgaben. Zudem gibt es Menschen, die immer auf Preise achten müssen.

Wichtig ist: Bisher machen das vergleichsweise wenige Filialen. Aldi und Lidl bewerben wie gewohnt ihre Aktionen. Sparen kann man aber bei nahe zu allen Ketten auch abseits davon. So bieten verschiedene Supermärkte und Drogerien Gutscheine an.

Bei Rewe zum Beispiel kann man als Neukunde auf Rewe.de sparen oder erhält einen Gutschein, wenn man Neukunden wirbt:

Hygiene: Mit diesen Maßnahmen reagieren Supermärkte auf die Corona-Krise

Tatsächlich gibt es wegen des Coronavirus in vielen Supermärkten auch neue Hygieneregeln. Mit Abstandsmarkierungen am Boden, “Spuckschutz” an den Kassen, bargeldlosem Bezahlen sowie Desinfektionsmitteln und Handschuhen für Mitarbeiter wollen die Supermärkte die Ausbreitung des Virus eindämmen und ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen.

In vielen Filialen von Aldi, Lidl, Netto, Rewe und Penny sind derzeit Plexiglasscheiben an den Kassen installiert. Dieser sogenannte Spuckschutz soll die Kassiererinnen und Kassierer vor einer Tröpfcheninfektion mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 bewahren. “Als eine von vielen Präventionsmaßnahmen werden kurzfristig zusätzliche Desinfektionsmittel sowie Einmalhandschuhe zum Schutz unserer Mitarbeiter zur Verfügung gestellt”, erklärte ein Sprecher von Aldi Nord. Das sind ebenfalls Maßnahmen, die auch die anderen Unternehmen getroffen haben.

Überall werde den Kunden zudem empfohlen, möglichst ohne Bargeld zu bezahlen, sondern mit Karte – damit es wenig direkten Kontakt zwischen Menschen gibt.

Zum Schutz der Kunden lassen die Ketten im Kassenbereich vieler Filialen Fußbodenmarkierungen verkleben, bei den Netto-Marken-Discount-Filialen einer Sprecherin zufolge beispielsweise im Abstand von zwei Metern. Ähnliche Hinweise werden in Aldi- und Lidl-Filialen angebracht. Die Netto-Sprecherin verwies zudem auf Selbstbedienungskassen in mehr als 100 Netto-Filialen.

Teilweise Einlasskontrollen: Supermärkte rüsten um

Fest steht dennoch: Das Einkaufen in Deutschland hat sich verändert. Nach den strengeren Vorschriften für den Einzelhandel haben Supermarktketten begonnen, den Einlass in Märkte stärker zu reglementieren. Unter anderem in Nordrhein-Westfalen schreibt ein Erlass der Landesregierung nun vor, lediglich einen Kunden pro zehn Quadratmeter Ladenfläche zuzulassen, um die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus zu verringern.

“Wir sind derzeit in der Erarbeitung von Konzepten, die darauf abzielen, den Zugang zu den Märkten zu beschränken, wo der Kundenzulauf dies notwendig macht”, hieß es von der Rewe-Group, zu der auch die Penny-Märkte gehören. Das könne etwa durch Einlasskontrollen oder eine beschränkte Anzahl an Wagen oder Einkaufskörben geschehen.

Auch die Drogeriemarktkette Rossmann erklärte zuletzt: “In einigen Filialen haben wir bereits vermehrt Sicherheitskräfte im Einsatz. Diese unterstützen sowohl bei der Steuerung des Zutritts sowie der Vermeidung von Warteschlagen als auch beim Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen.”

Aldi wies zudem auf Anfrage darauf hin, es könne “mancherorts zu Einlasskontrollen oder Einlassbeschränkungen kommen” – etwa in Zeiten mit hohem Kundenaufkommen oder wenn der notwendige Abstand von 1,5 Metern zwischen den Personen nicht eingehalten werden könne.

Online-Lieferdienste immer beliebter – aber es gibt einen Haken

Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus beschert den Online-Lieferdiensten von Rewe, Picnic, Getnow bis zu Amazon Fresh ungeahnte Wachstumsraten. Doch die Sache hat einen Haken. Wer heute Lebensmittel online bestellt, muss oft wochenlang auf die Lieferung warten.

  • Getnow
    Am 26. Februar sei der Run auf die Lebensmittellieferdienste ausgebrochen, sagte Thorsten Eder von Getnow – und das an allen Standorten des Online-Supermarktes gleichzeitig: in Berlin, München, Frankfurt, Hannover, Essen wie im Großraum Düsseldorf/Neuss. Die Folge: Die Zustellslots sind mittlerweile 14 Tage im Voraus ausgebucht. “Wir können nur einen kleinen Teil der Nachfrage abarbeiten. Dabei sind wir immer auf Volllast”, sagte Eder. Die Zahl der Bestellungen habe sich schlagartig verdoppelt. Die Zahl der Neukundenanmeldungen sei in einigen Städten um 500 Prozent gestiegen.
    Dabei hatte der Online-Händler, der sich seine Ware bei der Metro beschafft, mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die stationäre Konkurrenz. So waren Toilettenpapier, Nudeln und Konserven zeitweise ausverkauft. Doch inzwischen sei die Zeit der Hamsterkäufe vorbei, sagte Eder. Den Bestellern gehe es mittlerweile offenbar weniger ums Hamstern, als darum, beim Lebensmitteleinkauf Kontakt zu anderen Menschen möglichst zu vermeiden. “Das hören wir viel von den Kunden.”
  • Picnic
    Auch Frederic Knaudt, der Deutschland-Chef des Online-Supermarkts Picnic, der im Ruhrgebiet und im Rheinland Kunden in 10 Städten beliefert, betonte: “Die Nachfrage hat sich bei uns mehr als verdoppelt.” Picnic habe seit Ende Februar fast 200 neue Mitarbeiter eingestellt. Dennoch könne das Unternehmen kaum mit der großen Nachfrage mithalten. Wurden sonst die Bestellungen in der Regel schon am Folgetag geliefert, so muss der Kunde jetzt in der Regel bis zur nächsten Woche warten. Und auch das nur als Bestandskunde.
    Wer das erste Mal bei Picnic einkaufen will, landet aktuell auf einer Warteliste. Dort stehen allerdings schon mehr als 70 000 Haushalte, wie Knaudt sagte. Picnic überlege deshalb, künftig die Ware auch am Sonntag zuzustellen. Das würde mehr Kapazitäten bringen.
  • dm
    Bei dm müssen die Kunden aktuell ebenfalls ziemlich lange auf ihre Bestellungen warten. Der Chef der Drogeriemarktkette, Christoph Werner, sagte dem “Handelsblatt”: “Wegen der enormen Nachfrage ist die Lieferzeit kurzzeitig von zwei bis drei Werktagen auf neun bis zwölf Werktage hochgeschnellt.” Einen Testlauf zur Abholung bestellter Waren in der Filiale habe man ausgesetzt, “weil die Mengen in den Märkten explodierten”.
  • Rewe
    Selbst Rewe kann den Kundenansturm in seinem Online-Shop nur mühsam schultern. Lieferfristen von ein bis zwei Wochen seien mittlerweile nicht ungewöhnlich, berichtete ein Unternehmenssprecher. Dabei ist Rewe mit seinem in 75 Städten verfügbaren Lieferservice einer der führenden Online-Lebensmittelhändler in der Bundesrepublik.
  • Amazon
    Auch der US-Internetgigant Amazon muss dem Kundenansturm Tribut zollen. Auf der Homepage seines Lebensmittel-Lieferdienstes Amazon Fresh warnt der Konzern unübersehbar: «Sortiment und Lieferung können aufgrund erhöhter Nachfrage vorübergehend eingeschränkt sein.»

Dabei hatten die Verbraucher in Deutschland vor der Corona-Krise wenig Interesse am Kauf von Lebensmitteln im Internet. Eine Umfrage im Auftrag der Unternehmensberatung AlixPartners ergab im vergangenen Jahr, dass nur jeder vierte Verbraucher schon einmal Lebensmittel online bestellt hat. Damit standen im Heimatland der Discounter und genossenschaftlich organisierten Supermärkte Lebensmittel als Produktkategorie ganz am Ende der Online-Wunschliste. Als Hauptgrund gaben 54 Prozent der Kunden ihre Bedenken bezüglich Qualität und Frische der Waren beim Online-Einkauf an.

Wendepunkt für E-Food? Das sagen Experten

Doch dürfte sich das jetzt nachhaltig ändern, ist der Handelsexperte Peter Heckmann von AlixPartners überzeugt. “Für den Online-Handel mit Lebensmitteln ist die aktuelle Lage eine große Chance, sich aus seiner Nische herauszubewegen. Nach der Krise wird der E-Commerce in diesem Bereich wohl eine größere Rolle spielen, weil viele Kunden jetzt merken, dass die Angebote attraktiv sind.”

Voraussetzung ist allerdings, dass die Online-Händler ihr aktuell größtes Problem in den Griff kriegen: die langen Lieferzeiten. “Lieferfristen von bis zu 14 Tagen sind viel zu lang. Das mag jetzt in der Krise funktionieren, weil es vielen Verbraucher darum geht, möglichst jeden Kontakt zu anderen Menschen zu vermeiden. Aber auf Dauer sind solche Wartezeiten nicht tragbar”, sagte Heckmann.

Rainer Münch, Leiter der Praxisgruppe Handel und Konsumgüter bei Oliver Wyman, hält es zudem für “gut möglich, dass wir in fünf Jahren über Corona als den Wendepunkt im deutschen E-Food-Geschäft sprechen werden.” Er gehe derzeit davon aus, dass von dem derzeitigen Zuwachs zwischen 30 und 50 Prozent dauerhaft sein werden. Gegenüber der “Lebensmittelzeitung” sagte er, dass laut einer aktuellen Umfrage der Praxisgruppe fünf Prozent der Befragten in Deutschland wegen des Ausbruchs von Covid-19 neu online einkaufen.

[Coustom ad_2]
Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

Krypto-Nachrichten ist ein RSS-Nachrichtendienst und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unser Nachrichtenportal soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Werbebanner

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

zwanzig − sechs =