Ölpreis: Putin macht USA und Saudi-Arabien Angebot – Trump lässt ihn auflaufen

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Will Fördermenge jetzt doch drosseln: Kehrtwende: Corona-Pandemie zwingt Putin zu massivem Zugeständnis im Öl-Poker

Wie geht es im Öl-Streit zwischen Russland und Saudi-Arabien weiter? Gespannt warten Investoren auf zwei wichtige Treffen. Im Hintergrund laufen bereits Gespräche zwischen Russland und Saudi-Arabien. Doch die USA halten sich bisher zurück.

Wenige Tage vor den Beratungen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) über die Folgen der Corona-Pandemie hat Russlands Staatschef Wladimir Putin eine Zusammenarbeit bei der Drosselung der Ölförderung angeboten. Sein Land sei bereit zu einer Zusammenarbeit in dieser Frage mit der Opec+ und den USA, erklärte Putin am Freitag. Russland stehe dazu in direktem Kontakt mit Saudi-Arabien. Er glaube, “dass es notwendig ist, die Anstrengungen zu vereinen, um den Markt auszugleichen und die Produktion zu verringern”. Putin sprach sich für eine Verringerung der Produktion um zehn Millionen Barrel pro Tag aus. “Vielleicht ein bisschen weniger, vielleicht ein bisschen mehr.”

Wichtige Treffen der Öl-Staaten am Donnerstag und Freitag

Auch zu einer Zusammenarbeit mit den USA sei er bereit. Ein für Montag geplantes Treffen von Ölförderländer, die sich in der sogenannten „Opec+“ zusammengeschlossen haben, wurde auf allerdings Donnerstag verschoben. Ein Treffen der Energie-Minister der G20-Gruppe unter Vorsitz von Saudi-Arabien könnte am Freitag stattfinden. Zum Krisengipfel am Donnerstag sind nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass zehn weitere Länder eingeladen, die ebenfalls Öl fördern. Es handle sich um die USA, Kanada, Großbritannien, Norwegen, Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Ägypten, Indonesien sowie Trinidad und Tobago. Die USA, Kanada und Großbritannien hätten bisher nicht zugesagt, die übrigen sieben schon.

Derweil gehen die informellen Gespräche auf diplomatischer Ebene weiter: Ein wirksames Abkommen zur Förderkürzung müsste laut Ansicht von Marktbeobachtern Saudi-Arabien, Russland und die USA mit einschließen. Jüngste Gespräche zwischen Saudi-Arabien und Russland drehen sich laut Aussage von Delegierten weiterhin um eine mögliche Förderkürzung von 10 Millionen Barrel am Tag. “Eine Förderkürzung in dieser Größenordnung wäre signifikant und würde die Preise stützen”, kommentierte Howie Lee, Ökonom der Oversea-Chinese Banking Corporation. Ohne eine Beteiligung der USA sei es jedoch unwahrscheinlich, dass andere Produzenten solche Kürzungen in Betracht ziehen.

Öl-Produktion in den USA geht zurück

Zuletzt hatte die amerikanische Energieinformationsbehörde EIA ihre Schätzung für die amerikanische Fördermenge in diesem Jahr von 12,99 auf 11,76 Millionen Barrel am Tag gesenkt. Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass sich Saudi-Arabien und Russland mit der geringeren Fördermenge in den USA zufrieden geben könnten.  Die Vereinigten Staaten wollen sich aber nicht klar zu einer Kooperation bekennen. “Russland und Saudi-Arabien kürzen bereits und sie kürzen sehr signifikant”, gab US-Präsident Donald Trump am Montag in einer Pressekonferenz zu verstehen. “Ich glaube das passiert ganz automatisch.” Darauf angesprochen, ob sich die USA auf eine Vereinbarung im Rahmen der OPEC einlassen werden sagte Trump: “Niemand hat mich gefragt, wenn sie mich fragen, werde ich eine Entscheidung fällen. Ich werde Sie es am Donnerstagabend wissen lassen.”

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Erdöl-Nachfrage geht weltweit deutlich zurück

Wegen der Coronavirus-Pandemie und der damit zusammenhängenden massiven Einschränkungen von Wirtschaft und öffentlichem Leben ist die weltweite Nachfrage nach Erdöl deutlich zurückgegangen. Anfang März hatte Russland bei Verhandlungen mit der Opec eine Drosselung der Ölförderung zur Stabilisierung der Preise noch abgelehnt. Das wichtige Förderland Saudi-Arabien senkte daraufhin den Ölpreis massiv und kündigte zudem an, die Fördermenge zu erhöhen.

Kreuz und quer Telefonate im Öl-Poker?

Vergangene Woche hatte US-Präsident Donald Trump überraschend im Kurzmitteilungsdienst Twitter geschrieben, er habe mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, der wiederum mit Putin gesprochen habe. Trump fügte hinzu: “Ich erwarte und hoffe, dass sie (die Ölproduktion) um 10 Millionen Barrel zurückfahren.” Die Preise für die Rohölsorten Brent und West Texas Intermediate schossen daraufhin um mehr als 30 Prozent in die Höhe.

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Außerbörslich

Allerdings bestritt der Kreml umgehend, dass Putin mit dem saudiarabischen Kronprinzen gesprochen habe. Ein solches Gespräch habe nicht stattgefunden und sei derzeit auch nicht geplant, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Am Freitag sagte Putin, dass er über die Ölfördermengen kürzlich mit Trump gesprochen habe.

Gewaltige Förderkürzung nötig

Die Internationalen Energie Agentur (IEA), sagte jedoch bereits dass selbst die größte Förderkürzung in der Geschichte der Ölindustrie nicht ausreichen würde, um den Markt zu beruhigen. Marktbeobachter zeigten sich skeptisch. „Die Wahrscheinlichkeit für eine Vereinbarung ist sehr gering“, sagte Daniel Hyens, Rohstoffexperte der Australia & New Zealand Banking Corporation. „Die notwendige Übereinkunft zur Stabilisierung des Ölmarktes müsste überaus weitreichend sein, wenn man bedenkt wie sehr die Nachfrage eingebrochen ist.“

Ölpreise legten in der Nacht auf Dienstag leicht zu

Trotz der anhaltend schwierigen Lage sind die Ölpreise in der Nacht auf Dienstag gestiegen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni 33,97 US-Dollar und damit 91 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Mai stieg um 79 Cent auf 26,87 Dollar. Die Verluste vom Wochenauftakt konnten damit jedoch noch nicht aufgeholt werden.

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